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"Vielleicht hätte ich echt mehr nehmen sollen": Bernd Buchholz staunt über die Leistung von Katarzyna Mol-Wolf
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"1 Million Euro für Print ???"

Das ironische Pokern um Emotion – mit Bernd Buchholz, Toni Garrn, Lars Hinrichs und Co

"Vielleicht hätte ich echt mehr nehmen sollen": Bernd Buchholz staunt über die Leistung von Katarzyna Mol-Wolf
Der Pate? Nein, bloß Bernd Buchholz, Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein. Mit Pokerface thront er am Schreibtisch. 1 Million Euro wollte er 2009, damals Chef von Gruner + Jahr, von Katarzyna Mol-Wolf haben, fürs Frauenmagazin Emotion. Acht Wochen hatte sie Zeit, das Geld aufzutreiben. Wen ruft man da an? Klar, so Leute wie Johannes B. Kerner, OMR-Chef Philipp Westermeyer, Xing-Gründer Lars Hinrichs und Topmodel Toni Garrn.
von Roland Pimpl Montag, 28. Januar 2019
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Über die wohl aufreibendsten Wochen ihres Berufslebens kann Katarzyna Mol-Wolf heute lächeln. Sonst hätte sie, die HORIZONT Medienfrau des Jahres, als Siegerfilm (den die Gewinner über sich selbst drehen) wohl nicht gerade dieses Video mit zur Preisverleihung nach Frankfurt gebracht. Dort in der Alten Oper sorgte es in der vergangenen Woche für viel Geschmunzel.


Zur Erinnerung: Mol-Wolf hatte den früheren G+J-Titel Emotion, an dessen Launch Anfang 2006 sie als Anzeigenleiterin beteiligt war, dem Großverlag fast vier Jahre später beherzt abgekauft. Ohne nennenswertes eigenes Kapital oder Kreditsicherheiten organisierte sie Co-Investoren und Kreditzusagen in Höhe von insgesamt über 1 Million Euro – und das mitten im Medien- und Print-Krisenjahr 2009.

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Heute, fast zehn Jahre später, behauptet sich ihr Verlag Inspiring Network in Hamburg mit fast 50 Angestellten und mittlerweile weiteren Zielgruppentiteln (Hohe Luft, Slow, Psychologie), Vermarktungsmandaten (Cicero, Monopol, Impulse), Corporate Publishing, Agenturgeschäft und Events gegen die Großverlage.

Der 3-Minuten-Film zeichnet die entscheidenden zwei Monate ihrer Investorensuche im Herbst 2009 augenzwinkernd nach – mit Protagonisten aus Mol-Wolfs heutigem Netzwerk. Wen sie damals schon kannte und wen sie tatsächlich gefragt hatte, ist unklar und tut auch nichts zur Sache, ebenso wie die Tatsache, dass es damals manches noch gar nicht gab.


Egal, alle winken ab: Moderator Johannes B. Kerner („Geh‘ zum ,Bachelor‘, die zahlen gut“), OMR-Chef Philipp Westermeyer („Pack‘ alles auf Blockchain“), Topmodel Toni Garrn („Viel Glück, ich muss los“), Xing-Gründer Lars Hinrichs („Ich investiere nur in Technologie“), Schauspielerin Jasmin Gerat („Ich melde mich später.“), die heutige Bundesjustizministerin Katarina Barley („Förderanträge? Hm, schwierig …“) und die damalige Bild.de-Frau Donata Hopfen („1 Million Euro für Print? Bin mir nicht sicher …“). Trotzdem: Am Ende schiebt Mol-Wolf das Geld hinüber zu Buchholz. „Sportlich“, sagt der.

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Es folgen fröhliche Sequenzen aus ihrem Verlag („Auf die nächsten zehn Jahre!“). Und am Ende noch ein kurzer Auftritt von Bernd Buchholz aus heutiger Sicht – samt Schlussgag, mit dem beide Selbstironie zeigen. Realisiert wurde das Video von der Hamburger Filmproduktion Just Add Sugar und dem Kreativen Stefan Zschaler mit seiner Agentur Tank Tank. Die tatsächlichen Co-Investoren tauchen im Film übrigens nicht auf: Zum Start war dies der Privatier Heiner Bente, seit 2011 sind die Geschwister Anke und Thomas Rippert Mitgesellschafter. rp

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