Gerüchte um G+J/Adyard: War Ex-CEO Bernd Kundrun mit an Bord?

Hat Bernd Kundrun seine Finger bei Adyard im Spiel?
Hat Bernd Kundrun seine Finger bei Adyard im Spiel?
Vor zwei Wochen hat Gruner + Jahr (genauer: die Kölner G+J-Tochter Ligatus) den Kauf des Performance-Dienstleisters Adyard bekannt gegeben, und seitdem gibt es Gerüchte im Verlag, die aufhorchen lassen. Anlass ist die Tatsache, dass die drei Gründer von Adyard zuvor Mitarbeiter von G+J waren. Und dass Adyard seinen Firmensitz in den Büroräumen des ehemaligen G+J-Vorstandschefs Bernd Kundrun hat.

Doch der Reihe nach: Anfang 2009 haben Philipp Westermeyer, Christian Müller und Tobias Schlottke ihr Unternehmen gegründet. Westermeyer war zuvor Investment Manager in Gruner + Jahrs damaliger Sparte New Media Ventures; davor war er Assistent des damaligen CEOs Kundrun. Müller arbeitete vor der Adyard-Gründung ebenfalls als G+J-Vorstandsassistent, danach als Director Business & Strategy im Bereich G+J International. Schlottke wiederum verantwortete 2008/2009 als technischer Projektleiter unter anderem den Relaunch von Stern.de. Und: Adyard residiert unter derselben Hamburger Adresse (Klein Fontenay 1) wie Kundrun mit seiner neuen Privatfirma Start 2 Ventures und seinem Charity-Projekt Betterplace, offenbar als Untermieter Kundruns.

Diese Zusammenhänge geben Anlass zu Spekulationen bei G+J und im Verlagsumfeld. Manche fragen: Haben die Adyard-Gründer ihre Performance-Software samt Geschäftsidee noch zu Kundruns Zeiten im und für den Verlag entwickelt, dann mit dessen Abschied von G+J Anfang 2009 ebenfalls den Verlag verlassen, ihr Projekt mitgenommen - und dem Haus nun die Entwicklung quasi zurückverkauft? Andere unken, auch Kundrun sei an Adyard beteiligt, vielleicht mit Venture-Kapital, als stiller Gesellschafter oder als Kreditgeber. Dann, so die Unterstellung, hätte der frühere G+J-Chef jetzt noch mal ein bisschen Kasse gemacht.

Die Beteiligten dementieren alles klar: "Ich bin nicht bei Adyard beteiligt, sondern habe diesen sympathischen jungen Gründern nur ein paar Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt", teilt Kundrun auf Anfrage von HORIZONT.NET mit. Adyard-Geschäftsführer Westermeyer bestätigt dies: Er habe seit der gemeinsamen Arbeit bei G+J eine sehr gute Verbindung zu Kundrun - der aber an Adyard nicht beteiligt sei. "Es hat sich so ergeben, dass wir direkt neben Betterplace sitzen." Allerdings nicht mehr lange: Wegen des "ordentlichen Wachstums" von Adyard suche man derzeit größere Flächen und plane einen Umzug. Außerdem stellt Westermeyer klar: "Wir haben Adyard erst nach G+J gestartet beziehungsweise vorher eher hobbymäßig Projekte im Internet umgesetzt." rp

stats