Event-Special

Die Medientage München 2009 - alles auf einen Blick

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"MUT - Medien und Transformation" lautet das Motto der 23. Medientage München, die vom 28. bis 30. Oktober 2009 in München stattfinden. Zeitungen, Zeitschriften, TV - nahezu alle Mediengattungen kämpfen gegen Einbrüche im Werbemarkt und suchen neue Geschäftsmodelle, um in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise zu bestehen. Zentrales Thema der Medientage München 2009 ist der forcierte Strukturwandel, der alle Mediengattungen erfasst hat. An den drei Tagen diskutieren rund 500 Referenten in 80 Panels. Zu den Höhepunkten der drei Veranstaltungstage zählen der Mediengipfel am Mittwoch, der Printgipfel am Donnerstag sowie der Onlinegipfel am Freitag. HORIZONT.NET präsentiert in einem umfangreichen Online-Special die wichtigsten Meldungen, die besten Bilder und die spannendsten Interviews von den Medientagen München.

HORIZONT.NET und TV1.EU präsentieren Live-Talk von den Medientagen München

HORIZONT.NET übertragt als Medienpartner des IPTV-Spezialisten TV1.EU eine Live-Talkshow von den Medientagen München 2009. TV1-Geschäftsführer Michael Westphal diskutiert mit Medienmachern und Experten über den Wandel der Medien und seine Auswirkungen für etablierte Geschäftsmodelle.

Live-Stream Zeitplan

Hans-Jürgen Jakobs
Hans-Jürgen Jakobs
Beim Onlinegipfel der Medientage München 2009 erneuerte Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von Sueddeutsche.de, die Forderung der Medienhäuser nach einem Leistungsschutzrecht für ihren Content im Internet: „Mit den Inhalten der Verlage und TV-Sender dürfen andere nicht verdienen." Dieser Ruf nach einer „Lizenzsteuer auf die Suchmaschinen", wie es Axel Schmiegelow, CEO von Sevenload, formuliert, trifft jedoch auf heftige Kritik.
Harald Greiner
Harald Greiner
Wie können Medienhäuser in Zukunft ihre Inhalte finanzieren, wenn die Werbeerlöse zunehmend wegbrechen? Dies ist eine der zentralen Fragen bei den Medientagen München 2009. Harald Greiner, Director Business Development Media bei Siemens, äußert sich skeptisch gegenüber Paid Content im Internet: „Bezahlinhalte funktionieren gut bei Musik, Spielfilmen, Sportinhalten und B-to-B-Angeboten. Wenn es aber um die klassischen Bereiche von Tageszeitungen geht, habe ich Bedenken."
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Überraschendes Ergebnis bei der Expertenbefragung, die Deloitte fortlaufend auf den Medientagen in München erhebt: Demnach geht zwar der Großteil der Teilnehmer davon aus, dass die öffentlich-rechtlichen Internetaktivitäten keine negativen Auswirkungen auf den privaten Wettbewerb haben. Allerdings sehen immerhin 43 Prozent der nicht-repräsentativ vor Ort Befragten Verzerrungen durch die Onlineaktivitäten von ARD und ZDF. 
Jens Lönneker
Jens Lönneker
Bei seinem Vortrag auf dem Podium der Medientage München 2009 forderte Jens Lönneker, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Rheingold, von Zeitungsverlagen, sich stärker miteinander zu verbünden. „Der Konkurrenzkampf zwischen Verlagen und anderen Medienangeboten ist heute viel stärker als der Wettstreit der Printhäuser untereinander.
Klaus Goldhammer
Klaus Goldhammer
Bis zum Jahr 2014 könnte der Umsatz, den Elektronische Programmführer (EPGs) in Westeuropa erzielen, die Milliarden-Euro-Grenze überschreiten. Mit zunehmendem Digitalisierungsgrad steigt auch die Attraktivität des Geschäftsmodells, das zahlreiche Player aufzubauen versuchen. Zu diesem Ergebnis kommt das Berliner Medienforschungsinstitut Goldmedia in der auf den Medientagen präsentierten Studie „EPGs in Europa 2014".




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Marc Jan Eumann
Marc Jan Eumann
Marc Jan Eumann, SPD-Politiker und Vorsitzender der Medienkommission seiner Partei, glaubt, dass es binnen der nächsten fünf Jahre zu einer Neuordnung der Medienregulierung kommt. Im Kern gehe es darum, zu definieren, wie die Inhalte finanziert werden, die die Gesellschaft glaubt zu brauchen und weniger darum, wer sie erstellt. Bei diesem Ansatz könnten auch private TV-Sender finanzielle Hilfen erhalten oder andere Anreize bekommen. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir auch ein Printprodukt für unverzichtbar halten", sagte Eumann auf den Medientagen München. 


"In fünf Jahren werden wir über eine Mediengebühr nachdenken und auch über Stiftungsmodelle", so Eumann. Diese Überlegungen könnten weitreichende Konsequenzen für die Finanzierung und damit die Existenzgrundlage der öffentlich-rechtlichen Sender haben. "Man kann die Frage stellen, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Auftrag bei der Erreichung der Zielgruppe 14 bis 49 erfüllt. Ich würde sagen: Nein", sagt Eumann. 
Prominentes Podium
Prominentes Podium
Liegt die Zukunft der Verlage in den Händen von Start-up-Entrepreneuren? Werden die Verlagshäuser nur als kleine Units überleben? Ist Google das einzig mögliche Rollenmodell für Medienanbieter? Antworten auf diese vom New Yorker Internet-Guru Jeff Jarvis per Skype-Videovortrag aufgeworfenen Fragen diskutierten bei den Münchner Medientagen Verlagsmanager im Rahmen des Printgipfels.
Oliver von Wersch
Oliver von Wersch
Verlage sehen das mobile Internet als attraktives Geschäftsmodell, sowohl als Content-Lieferant, als auch bei der Vermarktung. Doch wie groß das Potenzial wirklich? „In fünf Jahren wird die mobile Internetnutzung auf dem gleichen Niveau sein, wie das stationäre Internet", prognostiziert Oliver von Wersch, der sich bei G+J Electronic Media Sales um Mobile Advertising kümmert.
Nugg.AD hat den "Brand Optimiser" vorgestellt
Nugg.AD hat den "Brand Optimiser" vorgestellt
Am Rande der Medientage München 2009 stellt der Berliner Targetinganbieter Nugg.Ad ein neues Tool vor. Mit dem sogenannten Brand Optimiser soll es künftig möglich sein, Onlinekampagnen nach der emotionalen Bindung von Konsumenten zu Produkten und Marken gezielt auszuliefern. "Mit dem neuen Verfahren ist es uns gelungen, erstmals Methoden des Performance Marketings auf Brand Targeting zu übertragen", sagt Stephan Noller, CEO von Nugg.Ad.
Sky plant weitere HD-Sender
Sky plant weitere HD-Sender
Der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland plant im kommenden Jahr weitere Kanäle im hochauflösenden Standard HD auszustrahlen."Wir haben bei Astra Kapazitäten für weitere HD-Sender gekauft, die im Frühjahr und Sommer on Air gehen werden", sagt Holger Enßlin, Vorstand Legal & Regualtory Affairs bei Sky in Unterföhring, auf den Medientagen in München.
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Die jahrelang erwartete Konvergenz von Comupter und Fernsehen rückt dank der zunehmenden Durchdringung mit Breitbandanschlüssen und neuen hybriden Endgeräten schneller voran. Das spiegelt sich auch in einer Expertenbefragung von Deloitte wieder. Demnach glauben 78 Prozent der auf den Medientagen München von den Beratern befragten Experten, dass die Zukunft des Internets bei hybriden TV-Geräten liegt und sich die Nutzung zunehmend in die Wohnzimmer verlagern könnte.

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Anders Sundt Jensen
Anders Sundt Jensen
Anders Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz Cars, rechnet nicht damit, dass die Werbeausgaben wieder steigen werden und rät den Medien, sich auf dem niedrigeren Niveau einzurichten. "Es gibt kein Geld mehr. Und das Geld wird umverteilt", sagt er auf den Medientagen München. Jensen kritisiert das aus seiner Sicht schwache Programm der TV-Sender und begründet auch damit eine Umverteilung im Mediasplit. TV sei zwar nach wie vor das reichweitenstärkste Medium. Er sei jedoch nicht bereit, Umfelder wie die Coaching-Shows zu buchen. "Dort werden wir nicht weiter hinein investieren", sagt er. 
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Trotz Amazons Vorstoß E-Books mithilfe des Kindle auch in Europa auf die Sprünge zu helfen, bleiben Experten skeptisch und glauben nicht daran, dass die elektronischen Lesegeräte gedruckte Bücher ersetzen können. Das ergibt die Onlineumfrage "Expertenbarometer Medientage 2009" von Deloitte, die HORIZONT.NET exklusiv vorliegt. Nur 19 Prozent der 100 Experten, die die Berater von Deloitte online befragt haben, glauben, dass E-Books das Potenzial haben gedruckte Bücher zu ersetzen. 81 Prozent antworten mit einem klaren "Nein".
Richard David Precht
Richard David Precht
Der Philosoph und Buchautor Richard David Precht ("Wer bin ich - und wenn ja wie viele") gibt der Debatte um systemrelevante Medien neuen Zündstoff. Auf den Medientagen München plädiert er in seiner Keynote dafür, Leitmedien wie beispielsweise "SZ" und "FAZ" künftig zu schützen. Sie sorgten für den "Kitt in der Gesellschaft" und ermöglichten erst Öffentlichkeit, also die Chance für Menschen, über dieselben Dinge zu reden. Prechts Idee zur Rettung systemrelevanter Massenmedien: "Wir sollten über Strukturfonds nachdenken".
Das ZDF muss für ZDF Neo erneut Kritik einstecken
Das ZDF muss für ZDF Neo erneut Kritik einstecken
ZDF-Intendant Markus Schächter muss für seinen Jugendsender Neo Kritik einstecken. Der Kanal, der am 1. November starten soll, wird von der Konkurrenz kräftig gescholten. VPRT-Präsident Jürgen Doetz sieht in dem Kanal einen "Abklatsch eines privaten Angebots". Es sei nun Aufgabe der Medienpolitik hier entgegenzuwirken. Der Aufbau von Inhaltsangeboten für mobile Endgeräte steht für die Medienhäuser in Deutschland oben auf der Agenda. Trotz aller Hoffnungen auf eine künftige Erlössäule befinden sich die Unternehmen jedoch noch in der Investitionsphase. Dies zeigte eine Paneldiskussion zum Thema "Mobile Content: News, Entertainment Sort - welche Inhalte eignen sich für welche Zielgruppen" im Rahmen der Münchner Medientage.



 
Werner E. Klatten
Werner E. Klatten
Werner E. Klatten, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Sporthilfe und Ex-Vorstandsvorsitzender von EM.TV, sieht in Deutschland kein Potenzial für Pay-TV. "Wir werden hier nie über drei Millionen Abonnements haben", sagte Klatten im Rahmen der Medientage München. Zum Vergleich: Der größte deutsche Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland, der bis vor kurzem unter Premiere firmiert hat, kommt auf rund 2,36Millionen direkte Abonnenten (Stand: 30. Juni 2009). Um den defizitären Sender profitabel zu machen, veranschlagt Senderchef Mark Williams mindestens drei Millionen Abonnements.

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