Shitstorms, Alt-68er und die lahme Münchner S-Bahn: Sprüche vom dritten Tag der Medientage

Freitag, 26. Oktober 2012
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Medientag München Wortgefecht Referent ZDF ProSieben Sat.1


Auch am Freitag lieferten sich namhafte Referenten und Diskutanten auf den Medientagen in München heiße Wortgefechte. HORIZONT.NET war vorort und hat die besten Zitate zusammengestellt. 

„Politik wird in immer stärkerem Maße zur Unterhaltung. Markus Lanz macht das im ZDF ja vorbildlich. Das Äußere wird immer wichtiger als die Inhalte."

Edmund Stoiber, Beiratsvorsitzender ProSieben Sat 1 Media, Bayrischer Ministerpräsident a.D.
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„Facebook ist doch schon wieder auf dem absteigenden Ast und entwickelt sich eher zum Privatmedium, das keine gesellschaftliche Relevanz hat wie beispielsweise Twitter."

Peter Frey, Chefredakteur ZDF

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„Die Diskussion über die Gefahren des Internets ist nicht neu. Schon als die Eisenbahn eingeführt wurde, sagten kluge Köpfe, es würde den Menschen nicht gut tun, schneller als mit 30 km/h beschleunigt zu werden. Die Münchner S-Bahn setzt das heute noch um."

Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter jetzt.de, „Süddeutsche Zeitung"
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„Über das Internet bekomme ich neue Informationen schneller als früher bei meinen Assistenten."

Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Oberreuter, Politikwissenschaftler

„Guttenberg ist ja nicht in die ,Bild' gekommen, weil er so gut und smart aussieht. Er ist interessant geworden durch Inhalte. Da können sie lachen, so viel sie wollen."

Edmund Stoiber, Beiratsvorsitzender ProSieben Sat 1 Media, Bayrischer Ministerpräsident a.D.
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„Wenn man drei oder vier Shitstorms erlebt hat, und ich kenne mich da mittlerweile aus, wird man gelassener."

Stefan Körner, Landesvorsitzender der Piratenpartei Bayern

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 „Das, was wir auf Papier verkaufen, funktioniert nicht mehr. Was wir online verschenken, läuft blendend."

"Das ist das Gute bei der Bild-Zeitung. Die großen Buchstaben sind die wichtigen."

Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur „Bild"

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„Ich spiele gerne Schach, aber ich spiele nicht gerne Schach gegen Google. Denn Google ist nicht nur der Gegner, sondern auch das Spielfeld."

Oliver von Wersch, Geschäftsführer Gruner + Jahr Electronic Media Sales

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„Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, würden wir unsere Leistungen nicht monetarisieren."

Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs Axel Springer, zu den Forderungen der deutschen Verlage, im Rahmen eines Leistungsschutzrechtes Geld von Suchmaschinen und Newsaggregatoren für die gewerbliche Nutzung ihrer Inhalte zu erhalten.

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Stoiber: „In den 68ern ging es nur um Inhalte, heute geht es nur um Oberflächlichkeiten."
Stark: „Dass Sie noch eine Lanze für die 68er brechen würden, hätte ich auch nicht gedacht."

Edmund Stoiber im Dialog mit Holger Stark, Ressortleiter Deutschland, „Spiegel"

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„Schon allein die unglaubliche Menge an Daten produziert Vergessen. Daran ist schon der DDR-Geheimdienst gescheitert."

Prof. Dr. Armin Nassehi, Soziologe, LMU München, zum fehlenden „Recht auf Vergessen" im Internet
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