Unterbrich mich nicht!

Wie eine Fernsehwelt ohne klassische Werbung aussieht

Dienstag, 15. Oktober 2019
Was machen eigentlich Werbungtreibende, wenn große Teile unserer Bewegtbildnutzung künftig auf werbefreien, abofinanzierten Plattformen stattfinden? Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von Mediascale, hat sich in seinem Gastbeitrag für HORIZONT Online ein paar Gedanken dazu gemacht. Er muss feststellen: "Vielen Werbungtreibenden ist die Dramatik der Entwicklung noch gar nicht bewusst."

Kürzlich bei Freunden, die "analog" leben: Das Essen war üppig und gut, die Couch gemütlich. Ich war zu Gast in einem Haushalt ohne Kabel- oder Satellitenfernsehen, ohne Festplattenrecorder und VOR ALLEM ohne Streaming-Abo. Es war Sonntagabend, alle wichtigen Gespräche waren geführt. Wir schalteten um 20.15 Uhr den Fernseher ein. Auf Pro Sieben lief "Skyfall". Ich freute mich auf Bond, James Bond, und einen kurzweiligen TV-Abend. Aber, er wurde qualvoll! Ich hatte verdrängt, wie es ist, linear fernzusehen. Am Ende des ersten Werbeblocks hatte ich bereits vergessen, ob James Bond gerade in London, Shanghai oder Macau Schurken jagte. Der Film dehnte sich auf mehr als drei Stunden, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten. Spektakuläre Verfolgungsjagden, abrupt ausgebremst von Spots für Backofenpizza und Vergleichsportale. Da wird jeder Hollywood-Blockbuster zur Qual.

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