Social Media

Wie man mit Instagram und Linkedin richtig umgeht

Dienstag, 01. Oktober 2019
Auf Instagram werden immer mehr Nutzer mit Spam-Nachrichten von Vertrieblern, Networkern und Unternehmen bombardiert, beobachtet Torben Platzer. Der Mitgründer der Medienagentur TPA Media warnt in seinem Gastbeitrag auf HORIZONT Online allerdings davor, das soziale Netzwerk für Business-Content zu missbrauchen. Dafür gebe es ja immerhin Linkedin. Ein Pladoyer für den richtigen Umgang mit beiden Netzwerken.

Erfolgreiches Marketing zeichnet sich dadurch aus, dass es im richtigen Kontext ausgespielt wird. Und das ist im Moment ein Problem in den sozialen Netzwerken. Zur Zeit beschweren sich einige Nutzer genau darüber auf Instagram. Sie werden mit Spam-Nachrichten von Vertrieblern, Networkern und sogar Unternehmen bombadiert. Die Nachrichten beginnen mit "Interessantes Profil", "ich habe gesehen, dass du auch Fitness betreibst" oder "ich würde dir gerne ein Konzept vorstellen, mit welchem du dein Hobby zum Beruf machen kannst" und werden zu tausenden täglich versendet, empfangen und gelöscht. Denn die Erwartungshaltung auf Instagram ist eine andere.



Die App, die mittlerweile mehr als 1 Milliarde Nutzer hat und 15 Millionen davon kommen aus Deutschland, ist für die schnelle Inspiration und kurze Kommunikation gedacht. Durchschnittlich verbringen Nutzer 32 Minuten täglich in der App und schauen sich sowohl Bilder als auch Videos an. Ein kurzer Blick an die schönsten Orte der Welt geworfen und Anregung für den nächsten Urlaub geholt, kurz mal schauen, was die Freundin gerade in der Stadt so treibt, welches neue Auto sich der Arbeitskollege gekauft hat und noch schnell über den neuesten Comedy-Clip gelacht, der gerade hochgeladen wurde.

Was tun wir hier alle? Wir gehen in die App mit der Erwartungshaltung, unterhalten und informiert zu werden. Viele benutzen Instagram auch, um mit dem anderen Geschlecht Kontakt aufzunehmen, wenn eine attraktive Person gerade im Café nebenan eine Story hochlädt. Was wir allerdings nicht erwarten, und auch nicht wollen, ist der Pitch auf ein Produkt oder eine Dienstleistung. Und genau aus diesem Grund reagieren wir genervt, wenn jemand die Plattform zweckentfremdet.


„Was wir nicht wollen, ist ein Pitch auf ein Produkt oder eine Dienstleistung. “
Torben Platzer
Dagegen steht die Plattform LinkedIn, die gerade regelrecht boomt. Monatlich sind 25 Millionen Nutzer aus Deutschland angemeldet, von denen 19 Millionen täglich auf der Plattform unterwegs sind. Mit der Erwartungshaltung, das geschäftliche Netzwerk zu erweitern und in den Business-Austausch einzusteigen. Seit kurzem gibt es sogar die Möglichkeit der LinkedIn-Werbungen, in denen man für sich und seine Produkte werben kann.

Menschen, die in diesem Netzwerk aktiv sind, reagieren ganz anders auf einen Pitch. Meist stehen die geschäftlichen Interessen im Vordergrund. Daher sind sie dort offener für derartige Angebote, diese auch anzunehmen, lesen Nachrichten durch und bestätigen die Kontaktanfrage direkt positiv. Auch die Funktion der Dokumentation der eigenen beruflichen Karriere, das Suchen von Jobs und Arbeitsmöglichkeiten verdeutlicht, dass diese Plattform geeigneter ist als Instagram, wenn es um geschäftliche Anliegen geht.

Doch auch hier, wie nahezu überall, gibt es kein schwarz oder weiß, denn gerade die Kombination beider Kanäle macht durchaus Sinn.

Während man auf Instagram seinen Followern hinter die Kulissen schauen lässt und ihnen über die Insta Story private Einblicke gewährt, zeigt man auf LinkedIn seine beruflichen Fähigkeiten, seinen persönlichen Werdegang und ggf. seine Interessen. Oft kommt es vor, dass einem als Person auf beiden Plattformen gefolgt wird. Und dann ist es doch gerade schön, nicht überall dieselben Inhalte vorzufinden und zu lesen, sondern in Summe einen Rundumblick zu erhalten, um sich so ein ganzheitliches Bild machen zu können.

Mein Tipp: vorsichtig sein bei der dualen Benutzung! Veröffentliche auf Instagram nur Dinge, die du auch deinem Business-Netzwerk zugänglich machen willst oder trenne zwischen beruflichem und privatem Kontext, denn auch das Thema Transparenz hat zwei Seiten der Medaille.

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