Journalismus im Wandel

Warum wir gerade jetzt mehr Medien Start-ups brauchen

Mittwoch, 31. März 2021
Der Journalismus erlebt derzeit ein Wechselbad der Gefühle. Wer sich mit der Zukunft der Branche beschäftigt, stößt abwechselnd auf apokalyptische Untergangsszenarien und utopische Rettungsverheißungen. Während Verlage sich über kurzzeitig gestiegene Leserzahlen freuen, prophezeit der Medienjournalist Ben Silbermann ein "epochales Mediensterben", angeheizt von sinkenden Werbeeinnahmen. Warum es sich in diesen ambivalenten Zeiten dennoch lohnt, mit neuen Medien-Start-ups und frischen Geschäftsmodellen an den Start zu gehen, erklärt Forum.eu-Gründer Paul Oswald in seinem Gastbeitrag.
Um ein Massensterben der Medien in Zeiten der Pandemie zu verhindern, setzt die Bundesregierung in Deutschland auf finanzielle Direktförderung. 220 Millionen Euro sollen an Zeitungen und Medien ausgezahlt werden. Das ist in der Sache richtig, in der Umsetzung könnte es kaum falscher sein. Denn statt Start-ups und neue Projekte zu fördern, ist die Ausschüttung an Auflagenzahl gekettet. Platt gesagt: Wer druckt, macht Kasse. Wer viel druckt, macht noch mehr Kasse. Und wer gar nicht druckt – weil er oder sie im Netz verlegt – geht leer aus.

Dabei sind gerade jetzt Medien-Start-ups enorm wichtig. Der Reuters Report, der einflussreichste Bericht des journalistischen Kalenderjahres, lässt wenig Zweifel: Die Pandemie hat bereits von selbst einen Winner-Takes-All Markt befördert. Wer Nachrichten zur aktuellen Lage will, klickt sich in den USA zur New York Times, in Deutschland zur Süddeutschen Zeitung und in England zum Guardian.

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