FAZ/SZ-Vermarkter mit 30 Millionen Lesern?

Republic und die Frage nach der crossmedialen Markenreichweite

Dienstag, 20. April 2021
Das ist mal eine Ansage: Mit einer crossmedialen Reichweite von rund 30 Millionen Lesern im Monat trommeln FAZ und SZ für ihren neuen Gemeinschaftsvermarkter Republic und beziehen sich dabei auf die Standardstudie Best for Planning. So steht es unter anderem im Republic-„Manifest“ und in den Kundenpräsentationen. Auch HORIZONT hat die Chefs damit zitiert. Verlags-Urgestein Harald Müsse hält diese Zahlenangabe für irreführend – sie stehe „im krassen Gegensatz zu den Qualitätsansprüchen beider Medienhäuser“, schreibt er in seinem Gastbeitrag. Müsse ist seit 2007 als selbständiger Medienberater mit dem Schwerpunkt Vermarktung tätig. Vorher hat er 28 Jahre für die Holtzbrinck-Gruppe gearbeitet, davon 14 Jahre als Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt.

30 Millionen Leser im Monat sind ein überragender Wert für ein neues Medienangebot, das sich ausgerechnet zum 1. April dieses Jahres dem Markt vorstellte. Crossmedial wohlgemerkt, also Print- und Digitalangebote auf Basis der Studie Best for Planning (B4P) der fünf Großverlage Axel Springer, Bauer, Burda, Funke und Gruner + Jahr. Republic, der Vermarkter der beiden überregionalen Medienhäuser Süddeutscher Verlag und Frankfurter Allgemeine Zeitung, sieht darin offenbar ein wichtiges Verkaufsargument für Werbung.


Eine gute Idee ist die argumentative Wiederbelebung von früher populären und überzeugenden Eigenschaften wie Meinungsbildner und Multiplikator, um die im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt hochwertige und für die Werbung höchst relevante und effiziente Zielgruppe, die von den Produkten beider Medienhäuser erreicht wird, zu betonen.
FAZ, SZ, Republic, Jürgen Maukner, Ingo Müller
© Republic
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Ist das der vielversprechende Anfang von etwas Großem – oder schon das finale Große? Die Rede ist von Republic, dem neuen Vermarkter von FAZ und SZ fürs nationale Werbegeschäft. In dieser Woche startet das Joint Venture, das anderen Verlagen offensiv Marktanteile abjagen will – und zwar nicht nur Spiegel, Zeit und Co. Parallel signalisieren die Republic-Chefs eine Art Einladung an die genannten Titel.

Generell hat die Marktkommunikation für derart hochwertige Medien in den letzten Jahren viel zu sehr abgenommen – und auch das wird eine Ursache für den ständig rückläufigen Werbeumsatz dieser Medien sein.

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