Annus horribilis

Irgendetwas, was man aus 2020 lernen kann? Ja, schon, aber…

Donnerstag, 17. Dezember 2020
2020 war furchtbar, für die Verfechter einer möglichst schnellen, möglichst radikalen und möglichst umfassenden digitalen Transformation aber auch das Jahr des großen  „endlich!“. Endlich mehr Home Office und Remote Work, endlich noch mehr E-Commerce, endlich – versprochen und diesmal nicht gebrochen – die flächendeckende Digitalisierung der Schulen. Endlich dies, endlich das, endlich jenes. Das „New Normal“ lässt wenig Platz für Sentimentalitäten und Innehalten.
Wenn Experten und Manager über Corona sprechen, fallen – neben dem obligaten "In jeder Krise steckt auch eine Chance" – zwei Worte besonders häufig: Brennglas und Beschleuniger. Brennglas, weil: Man sieht jetzt die Probleme, die die ganze Zeit schon da waren, mit einem Mal viel deutlicher und in all ihrer Dramatik. Beschleuniger, weil: Viel von dem, was jetzt passiert, wäre (angeblich) ohnehin passiert, es passiert jetzt eben nur sehr viel schneller. Also nicht erst 2025, sondern schon 2020/21. Der von vielen so unermüdlich angemahnte Digitalisierungsschub – endlich ist er da, und mit welcher Wucht!

Wenn das stimmt mit dem „New Normal“ und einer Entwicklung, die mit der Unerbittlichkeit eines Naturgesetzes abläuft, wird man künftig auf ein paar Dinge verzichten müssen. Die Vielzahl an kleinen und großen Läden in der Innenstadt, weil jetzt auch noch der Letzte E-Commerce für sich entdeckt hat. Die Kollegen im Büro, die jetzt lieber agile von zu Hause aus arbeiten.

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