Mehr Platz in 140 Zeichen

Was die neuen Twitter-Regeln für Werbungtreibende bedeuten

Mittwoch, 25. Mai 2016
Twitter weicht die 140-Grenze für Tweets auf, indem Medienanhänge wie Bilder und Gifs nicht mehr in das Zeichenlimit eingerechnet werden. Für Werbungtreibende ergeben sich dadurch mehr Möglichkeiten zur Kommunikation mit den Verbrauchern.
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Twitter führt die Änderungen durch, um die Nutzung der Plattform zu vereinfachen - dies geschieht natürlich vor allem im Hinblick auf neue Nutzer, die der Zwitscherdienst so dringend nötig hat. Die Zahl der aktiven User, die sich mindestens einmal pro Monat einloggen, beträgt derzeit 310 Millionen. Einer E-Marketer-Prognose zufolge sollen in den nächsten zwei Jahren gerade einmal knapp 75 Millionen neue Nutzer hinzukommen - weltweit.

Immerhin die Werberlöse stiegen in den vergangenen Quartalen deutlich an - und die jüngsten Justierungen des 140-Zeichen-Limits könnten dazu beitragen, dass das auch so bleibt. Denn für Marketer ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten zur Kommunikation. So darf man erwarten, dass Twitter deutlich bildlastiger werden wird: Tweets, in denen ein Bild eingebunden ist, funktionieren in der Regel besser als reine Text-Links.

Gerade Bekleidungs-, Reise- oder FMCG-Unternehmen können davon profitieren, indem sie Produktabbildungen oder Werbemotive mit Texten verbinden. Nicht nur die Grafikabteilungen, auch die Copywriter von Twitter-Werbung bekommen damit mehr zu tun. Dass die visuelle Kommunikation in sozialen Netzwerken entscheidend für den Unternehmenserfolg ist, zeigt nicht zuletzt der Aufstieg von Instagram, das sich einer großen Beliebtheit bei Werbungtreibenden erfreut. Genau hier wird jedoch die Krux des Twitter-Updates deutlich: Wenn auf der Plattform künftig verstärkt Bilder zu sehen sind, wird der Nutzer automatisch filtern: An die guten Motive erinnert er sich, die schlechten geraten in Vergessenheit. Der Kampf um Aufmerksamkeit auf der ohnehin sehr schnelllebigen Plattform dürfte also deutlich härter werden. Große Marken, die naturgemäß über mehr Möglichkeiten im Marketing verfügen als kleine Brands, dürften hierbei einen Vorteil habem. Denn bei der Auktion der Werbeplätze auf Twitter sind zwei Dinge entscheidend: Das Budget und das Creative.

Ein anderes großes Versprechen an die Werbebranche bleibt zunächst unerfüllt. Vorige Woche hatte Bloomberg berichtet, Twitter wolle auch Links künftig aus den 140 zeichen herausrechnen. Davon ist derzeit keine Rede. Und das ist auch gut so: Wenn es künftig möglich wäre, jedem Tweet beliebig viele Links anzuhängen, würde das den Spamschleudern da draußen Tür und Tor öffnen. Und das kann nicht in Twitters Sinn sein. ire

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