"FR7" im HORIZONT-Check

Perfekter Lesestoff für's Wochenendfrühstück

Montag, 10. Oktober 2016
Die "Frankfurter Rundschau" hat am Samstag die erste Ausgabe ihres neuen Wochenendmagazins "FR7" vorgelegt. Mit gerade einmal zwölf Seiten wirkt die auf Zeitungspapier gedruckte Beilage im Tabloidformat zunächst etwas schmalbrüstig - doch "FR7" bietet jede Menge hübsch verpackten Lesespaß für zwischendurch.

Das Magazin gliedert sich in zwei Teile: Auf den vorderen Seiten steht jeweils ein Schwerpunktthema im Mittelpunkt. Zum Start geht es um "Durst". Nach dem Editorial und einem kurzen Appetizer ("5000 Kilometer Durststrecke") schließt sich auf drei Seiten das einzige längere Lesestück über die Wasserversorgung in einem Wildpark in Simbabwe an, die anderen Texte nehmen maximal eine Seite in Anspruch, die in Verbindung mit dem magazinartigen Layout und den großzügigen Bildern locker leicht daherkommen und flott gelesen sind.

Das magazinartige Layout überzeugt
© Frankfurter Rundschau
Das magazinartige Layout überzeugt
Der zweite Teil ist festen Rubriken vorbehalten – passend zum Namen der Beilage genau sieben an der Zahl. Den Auftakt macht "Ich wär so gerne… ". In der erste Folge erzählt der Schauspieler Wladimir Kaminer, wie er sich seinem Traum von einem Leben als Wladimir Kaminer erfüllte, die Netzaktivisten Anke und Daniel Domscheidt-Berg erklären ein wenig umständlich Sinn und Zweck ihrer Netz-Kolumne, dazu kommt eine Modekolumne von Manuel Almeida Vergara, "Sieben Gründe" ("Mark Zuckerberg gut zu finden"), die launige Trinkhallen-Geschichten "Leben an der Bude" und die Koch-Kolumne "Heute im Kühlschrank", für die Leser Rezepte zu vorgegebenen Zutaten (Lachs, Schokolade, Kresse) einschicken können.



Die Texte sind durchweg gut geschrieben, eine echte Freude ist das aufgeräumte Layout, das von dem erfahrenen Magazinmacher Jan Spading mitentwickelt wurde. Werbung gibt es in "FR7" übrigens kaum – lediglich eine halbseitige Anzeige unterbricht den Lesefluss. Auch wenn die Themen der ersten Ausgabe ein wenig beliebig erscheinen und man sich fragt, wie ein Text über die Wasserversorgung in einem afrikanischen Wildpark mit dem Anspruch von "FR7" zusammenpasst, thematisch "radikal lebensweltlich" zu sein, erfüllt das kurzweilige Magazin seinen Zweck vollauf: "FR7" ist der perfekte Lesestoff für den zweiten Kaffee beim Wochenendfrühstück. dh
Die erste Ausgabe von "FR7" liegt der "Frankfurter Rundschau" am Samstag bei
© Frankfurter Rundschau
Die erste Ausgabe von "FR7" liegt der "Frankfurter Rundschau" am Samstag bei


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