Angreifbarer Riese

Das EU-Kreuzfeuer gegen Google ist überfällig

Freitag, 15. Juli 2016
Die EU-Kommission verschärft die Gangart gegen Google: Die Wettbewerbshüter werfen dem Internetriesen unfairen Wettbewerb bei der Online-Werbung vor. Ein Schritt in die richtige Richtung, findet HORIZONT-Redakteurin Katrin Ansorge.

(Achtung GoT-Fans: Spoileralarm) Er galt als übermächtig und unbezwingbar, doch am Ende der sechsten Staffel von "Game of Thrones" passiert es doch: Der Riese, der Jon Schnee in der Schlacht um Winterfell zur Seite steht, geht zu Fall. Die Mär vom unverwundbaren Giganten – sie gilt auch in der globalisierten Medienwelt nicht mehr. Am Beispiel von Google ist das im Moment recht gut zu beobachten.

Die Angriffe seitens der EU-Kommission werden nicht nur häufiger, sie werden auch schärfer. Erst die Suche, dann das Betriebssystem, und jetzt das Herz, die Onlinewerbung? Ein schmerzhafter Treffer ist überfällig. Im Internet geht es ja längst nicht mehr nur um die Konzentration von Marktmacht, sondern vor allem um den damit verbundenen Zugriff auf Daten. Wenn also zur marktbeherrschenden Stellung Googles als Internetsuchdienst noch Geschäftspraktiken kommen, die den Vorsprung des Konzerns aufgrund der gesammelten Daten dermaßen zementieren, dass Wettbewerber von Beginn an chancenlos sind, braucht es ein Kreuzfeuer wie dieses und neue Regeln, um mit der Macht der digitalen Plattformen umzugehen.

Zweifellos wird das Jahre dauern – manche Riesen aber sterben erst nach mehreren Staffeln. kan




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