Helsingin Sanomat

So genial begrüßt eine finnische Tageszeitung Trump und Putin in Helsinki

Rund 300 Botschaften an Trump und Putin zieren derzeit die Straßen und Plätze Helsinkis
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Rund 300 Botschaften an Trump und Putin zieren derzeit die Straßen und Plätze Helsinkis
Heute treffen in Helsinki Donald Trump und Wladimir Putin aufeinander. Die beiden mächtigsten Männer der Welt haben trotz aller Differenzen viel gemeinsam - unter anderem eine tiefe Abneigung gegenüber einer freien kritischen Presse. Die größte Tageszeitung Finnlands, Helsingin Sanomat, nutzt die Gunst der Stunde, um die beiden Präsidenten mit einer gewitzten Kampagne auf die Bedeutung der Meinungs- und Pressefreiheit hinzuweisen. 
Wenn Donald Trump und Wladimir Putin heute auf der Autofahrt vom Flughafen zum Kongresszentrum in Helsinki aus den Fenstern ihrer gepanzerten Limousinen schauen, werden ihnen wahrscheinlich diverse Plakate ins Auge fallen. Die Zeitung hat am Flughafen und auf der Strecke in die Stadt rund 300 Außenwerbeflächen gebucht. Diese zeigen ebenso viele Original-Schlagzeilen aus der Zeitung, die sich auf das Verhältnis von Trump und Putin mit den Medien beziehen. Die Nachrichten an Trump sind in lateinischer Schrift abgebildet, die auf Putin gemünzten Schlagzeilen in kyrillischen Buchstaben. 

Eine Überschrift vom 18. Februar 2017 lautet zum Beispiel: "Trump bezeichnet Medien als Feinde des  Volkes", eine andere Schlagzeile war: "Putin weitet Attacken auf Medien aus". Dazwischen findet sich immer wieder die Botschaft an die beiden Präsidenten: "Mr. President, welcome to the land of the free press". Finnland belegt in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen den vierten Platz, Russland kommt lediglich auf Platz 148 von 180 Ländern weltweit. Die USA belegen einen wenig schmeichelhaften 45. Rang. 

Helsingin Sanomat Kampagne: Helsingin Sanomat begrüßt Trump und Putin in Helsinki


"Die Kampagne ist ein Statement für einen kritischen und qualitativ hochwertigen Journalismus", erklärt Kaius Niemi, Chefredakteur von Helsingin Sanomat. "Während wir die Präsidenten auf dem Gipfel in Finnland begrüßen, möchten wir sie an die Bedeutung der freien Presse erinnern. Die Medien sollten nicht der Schoßhund irgendeines Präsidenten oder Regimes sein. Wir wollen diejenigen Kollegen unterstützen, die sowohl in den USA als auch in Russland täglich mit immer schwieriger werdenden Umständen kämpfen müssen. Unser Ziel ist es, das Thema der Pressefreiheit auf der ganzen Welt zu thematisieren." Offensichtlich mit Erfolg: Zahlreiche Zeitungen und Medien auf der ganzen Welt berichten über die Aktion. Ob die Botschaft auch die beiden Adressaten beeindruckt, darf man indes bezweifeln. dh


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