"Donimir Trutin"

Das verblüffende Trump-Putin-Cover des Time Magazine

Das Time-Cover von Nancy Burson
Time Magazine
Das Time-Cover von Nancy Burson
Das Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki sorgt weiter für Gesprächstoff. Vor allem in den USA, wo der US-Präsidenten selbst aus den eigenen Reihen scharf kritisiert wird. Hat Putin Trump über den Tisch gezogen, ihn womöglich sogar manipuliert? Die eigenartige Harmonie zwischen den beiden mächtigsten Männern der Welt hat das Time-Magazine zu einem herausragenden Cover inspiriert, auf dem die beiden Machthaber scheinbar zu einer Person verschmelzen. 
Auf den ersten Blick ist auf dem Titelbild des Time Magazine US-Präsident Donald Trump zu sehen: Die stahlend blauen Augen, die rotblonde Haartrolle und die buschigen Augenbrauen sind typisch Trump. Doch auf den zweiten Blick kommen auf einmal Züge von Wladimir Putin zum Vorschein: Der stechende Blick und der leicht spöttische Zug um die Mundwinkel erinnern an den russischen Präsidenten. Tatsächlich hat die Grafikerin Nancy Burson für das Cover die Gesichtszüge der beiden Männer gemorpht, also praktisch ineinander fließen lassen. In einem vom Time Magazin auf Twitter veröffentlichten Video wird der Effekt, der vor allem aus Filmen bekannt ist, besonders deutlich. 

Die Künstlerin experimentiert bereits seit Jahrzehnten mit dieser Technik. So hat sie für ihre Arbeit "Warheads" bereits in den 1980er Jahren die Gesichtszüge von Ronald Reagan und Leonid Breschnew in einem Bild zusammengefügt. Für das FBI hat Burson sogar eine Technik entwickelt, mit der man Gesichter altern lassen kann, zum Beispiel um vermisste Kinder zu identifizieren. Trump ist in letzter Zeit eines der beliebtesten Sujets von Burson: Für ihre Serie "Warheads" hat sie zum Beispiel die Gesichter von Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un zusammengesetzt, oder Trump wahlweise als Schwarzen, Asiaten, Hispanic, Inder und Araber dargestellt. 



Zu dem Time-Cover erklärt die Künstlerin, sie hoffe, dass die Leser über die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Führern nachdenken. "In meiner Arbeit geht es immer darum, den Menschen zu ermöglichen, Dinge anders zu sehen", sagt sie. "Die Kombination von Gesichtern ist ein anderer Weg für Menschen, um zu sehen, was sie vorher nicht sehen konnten." Zu dem Gespräch zwischen Trump und Putin hat sie dagegen eine ganz klare Meinung: "So weit es mich betrifft, stimmen sich Demokratien nicht mit Diktatoren ab. Sie passen einfach nicht zusammen." dh 
Das Time-Cover von Nancy Burson
Das Time-Cover von Nancy Burson (© Time Magazine)

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