Zigaretten & Tabakerhitzer

Ausdehnung des Tabakwerbeverbots wird immer wahrscheinlicher

Soll Werbung für Tabakerhitzer wie IQOS verboten werden?
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Soll Werbung für Tabakerhitzer wie IQOS verboten werden?
Die Luft für die Tabakindustrie wird nun auch in Deutschland immer dünner. Nachdem Umfragen bereits gezeigt haben, dass die Verbraucher Tabakwerbung mehrheitlich ablehnen, werden weitere Werberestriktionen allmählich auch bei den politischen Parteien mehrheitsfähig. Nach Julia Klöckner (CDU), der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, hat sich nun auch die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung  für verschärfte Regeln bei der Tabakwerbung ausgesprochen.

"Das Tabakaußenwerbeverbot muss kommen", sagte die CSU-Politikerin Daniela Ludwig am Dienstag im ARD-Mittagsmagazin. "Das ist überfällig, insbesondere zum Schutz der Jugendlichen und jungen Erwachsenen", so Ludwig weiter. 



Mit der Forderung Ludwigs dürfte ein Vorstoß von Fraktionsvize Gitta Connemann (CDU) aus dem Frühjahr neuen Schwung bekommen. Die Politikerin hatte damals gefordert, dass die bestehenden Werbebeschränkungen auch auf Außenwerbung ausgeweitet werden sollen. Unterstützt wurde sie damals von den Fachpolitikern der Union im Bundestag.

Passiert is seitdem allerdings wenig. Was auch damit zu tun hat, dass immer noch über Details diskutiert wird. So ist nach wie vor offen, ob das Verbot auch für E-Zigaretten und Tabakerhitzer wie IQOS gelten soll. 


Im ARD-Mittagsmagazin sprachen sich Abgeordnete mehrerer Fraktionen für solch ein erweitertes Verbot aus: "Wir brauchen auch für die E-Zigarette ein Werbeverbot, das umfassend ist", sagte Niema Movassat (Die Linke), Sprecher für Verbraucherschutz. Auch die Grünen wollen so "insbesondere Kinder und Jugendliche" schützen.

Ganz ähnlich sieht das die SPD. "Wir halten die Gefahr, die durch Tabak und tabakähnliche Produkte wie auch E-Zigaretten entsteht, für zu groß, als dass man dafür werben darf", sagte SPD-Gesundheitspolitiker Dirk Heidenblut. Aus der Union äußerte sich bislang nur die Drogenbeauftragte Ludwig, die fordert, dass angesichts der Todesfälle in den USA "die Frage der Inhaltsstoffe von E-Zigaretten geklärt werden" müsse. FDP und AfD sprechen sich dagegen dafür aus, sowohl für herkömmliche Tabakprodukte als auch für E-Zigaretten Werbemöglichkeiten im öffentlichen Raum zu erhalten.

Fragt man die Konsumenten, bekommt man ein klares Meinungsbild. Eine Studie der Uni Düsseldorf zeigte vor wenigen Tagen, dass die Deutschen nicht nur Werbung für herkömmliche Zigaretten mehrheitlich ablehnen. Auch Werbung für E-Zigaretten und Tabakerhitzer steht auf der Abschussliste. Satte 57 Prozent der deutschen Konsumenten befürwortet ein vollständiges Werbeverbot für E-Zigaretten und Tabakerhitzer. mas

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