„You’ve Got the Whole World in Your Hands“

Weshalb die Bio-Marke Followfood die Erde zum ausgequetschten Hamburger macht

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Followfood start die erste Markenkampagne in seiner Unternehmensgeschichte
© Followfood
Followfood start die erste Markenkampagne in seiner Unternehmensgeschichte
Die Bilder sind hart, die der Lebensmittelhersteller Followfood für seine erste Markenkampagne in der Unternehmensgeschichte wählt. Dabei ist die dahinter stehende Botschaft eigentlich optimistisch: Die Konsumenten sollen verstehen, dass sie mit ihren Einkäufen über die Zukunft der Welt mitentscheiden können. Für Followfood kommt dieser Auftritt, der Morgen startet, zu einem perfekten Zeitpunkt: Dank Fridays for Future dominieren die Themen der 2007 gegründeten Marke derzeit die öffentliche Diskussion.

Der animierte Kampagnenfilm unter der Leitidee „Was wir essen, darf nicht die Welt kosten“ liefert zunächst einmal düstere Bilder über den Zustand der Welt: Die Erde als zusammengequetschter Burger-Patty, industrielle Viehzucht mit der Spritze und Meere voller toter Fische. Die eigentliche Geschichte rundet jedoch erst die eingesetzte Musik ab: Zuerst ist das melancholisch inszenierte Spiritual „He’s Got the Whole World in His Hands“ zu hören. Mit dem Wechsel zur deutlich fröhlicheren Variation „You’ve Got the Whole World in Your Hands“ (Musikproduktion: 2WEI) ändern sich auch die Bilder: Plötzlich sind die Alternativen zu sehen, wie Landwirtschaft und Fischfang nachhaltig funktionieren können.


Konzipiert und umgesetzt wurde die Kampagne vom langjährigen Agenturpartner Tanktank in Hamburg. Herzstück des Auftritts ist der Kampagnenfilm, der in Social Media und Youtube eingesetzt wird. Dazu kommen Printanzeigen in Publikumsmagazinen sowie Citylights und Megalights in Schlüsselmärkten. Eine Influencer-Kampagne ist noch in Planung.

Mit dem Ziel, Verbraucher und Meinungsführer dafür zu sensibilisieren, wie sie durch einen verantwortungsvollen Lebensmittelkonsum dem Planeten helfen können, setzt das Unternehmen auf eine Botschaft, die die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung unterstützen soll: Geschäftsführer Jürg Knoll: „Wir haben über zwei Millionen Kunden, die wir nun noch stärker mobilisieren wollen, sich im Alltag und beim Einkaufen für klimafreundliche Alternativen zu entscheiden, die im Einklang mit der Natur, allen Lebewesen und Pflanzen stehen.“


Gleichzeitig kann das Unternehmen auf diese Weise auch sein seit 2007 aufgebautes Markenkapital als glaubhafter Vorkämpfer für die Nachhaltigkeit effektiv aktivieren. Denn während andere Lebensmittelunternehmen derzeit mit Hochdruck nach Ideen suchen, um ihr Sortiment nachhaltiger zu machen, kann Followfood darauf verweisen, dass Nachhaltigkeit, Transparenz und schonender Ressourcen-Einsatz schon seit der Gründung Kernprinzipien des Unternehmens sind.

Der aktuelle Kontext wird die Wirkung der Kampagne spürbar verbessern, glaubt Stefan Zschaler, Creative Partner, Tanktank: „Die fridaysforfuture-Bewegung hat vielen Konsumentinnen und Konsumenten zum ersten Mal bewusst gemacht, was die Marke Followfood seit Gründung vorlebt: Nutzung unserer Ressourcen, ohne dem Planeten zu schaden. Diese Kampagne soll helfen, die Menschen wach zu rütteln und zu zeigen, dass sie mit Marken wie Followfood und Followfish das Leben genießen können, ohne dabei die Umwelt zu zerstören.“

Die Kampagne signalisiert auch eine Wende in der Markenführung. Kommunizierte Followfood bisher zu punktuellen Themen wie dem Kampf gegen illegale Fischerei, braucht das Unternehmen angesichts seiner 70 nachhaltigen Produkte eine breitere Positionierung, um seine Marke effizient zu kommunizieren. Eine breitere Präsenz ist allein deshalb schon notwendig um das aktuelle Expansionstempo aufrecht zu erhalten: Followfood wächst seit Jahren zweistellig und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von über 50 Millionen Euro. Hier sehen die Geschäftsführer Jürg Knoll und Harri Butsch noch deutlich Luft nach oben.

Über seine erste Markenkampagne will sich Followfood deshalb umfassend als Vorkämpfer für den Schutz von Meer und Böden bei den Verbrauchern etablieren. Dazu arbeitet der Hersteller auch an seinem Packaging und der CO2-Neutralität. Seit Anfang 2017 gleicht Followfood die durch Transportwege entstehenden CO2-Emissionen durch ein Aufforstungsprojekt in Nicaragua aus. Mit der Einführung der vegetarischen Followfood Bio-Gemüse Anfang 2019, zahlt Followfood fünf Cent pro verkaufte Packung und 50 Cent pro Bodenretter Bioweinflasche in den neu gegründeten Bodenretter-Fond. Mit dem Geld sollen Öko-Bauern gefördert werden, die ihre Qualitätsstandards noch weiter verbessern wollen. Pro Jahr sollen so mindestens 50.000 Euro ausgeschüttet werden. cam

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