Wursthersteller

Rügenwalder wehrt sich gegen rassistische AfD-Mail

An dieser Szene stieß sich ein AfD-Mitarbeiter
© Rügenwalder
An dieser Szene stieß sich ein AfD-Mitarbeiter
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Rügenwalder wirbt in einem TV-Spot mit den Mitarbeitern des Familienunternehmens, die an einer großen Tafel im Schatten der Mühle die Produkte verzehren. Ein gewohntes Bild in den TV-Spots des Wurstherstellers und eigentlich nichts Aufsehenerregendes. Für einen aber schon.
Der Leipziger AfD-Pressesprecher Horst Juhlemann hat sich in einer E-Mail, die nicht nur an das Unternehmen, sondern an einen breiten Verteiler von Parteikollegen und Medien ging, über die Anwesenheit eines dunkelhäutigen Mitarbeiters in dem Werbespot beschwert.
Die Leipziger Volkszeitung zitiert aus der Mail. Demnach sei Juhlemann entsetzt über das "harmonische integrieren [...] von Bürgern aus Afrika in fröhlicher Genießerrunde". Auch passe der Spot nicht mit dem Vermitteln von "pommerscher Familientradition", für die Rügenwalder seiner Meinung nach stehe, zusammen. Neben weiteren rassistischen Bemerkungen suggeriert er außerdem, der Wursthersteller habe Unterstützung von der Bundesregierung für den Spot erhalten.


Rügenwalder äußert sich über Social Media und gegenüber der Presse entrüstet über Juhlemanns Mail und positioniert sich klar gegen Rassismus: "Diese Mail hat uns zutiefst empört. Wir werben seit mehreren Jahren mit unseren Mitarbeitern. Da bei uns Menschen mit knapp 20 verschiedenen Nationalitäten arbeiten, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir dies auch in unserer Werbung genauso darstellen."
Weiter macht das Unternehmen klar: "Wir stehen zu allen unseren Mitarbeitern und halten Rassismus in jeglicher Form für absolut inakzeptabel." Konsequenzen muss Juhlemann aber nicht fürchten. Man wolle ihm und seinen Äußerungen nicht zu viel Aufmerksamkeit bieten, erklärt Rügenwalder. Daher sehe man von einem weiteren Vorgehen ab. Lina Weber
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