#WirSindEinBerlin statt "be Berlin"

Berlin verpasst sich neuen Markenauftritt und verändert Logo

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Das neue Berlin-Logo
© Land Berlin
Das neue Berlin-Logo
Berlin mottet seine Marke "be Berlin" ein. Am 12. September enthüllt das Land einen runderneuerten Markenauftritt. Der soll deutlich partizipativer sein als bislang, heißt es. Dazu passt auch die von Jung von Matt entwickelte Kampagne, die zeitgleich unter dem Motto #WirSindEinBerlin startet. Von derselben Agenturgruppe wurde auch das Logo der Stadt mit dem berühmten Wappentier, dem Berliner Bären, überarbeitet. Das sorgt in den sozialen Medien derweil für reichlich Diskussionen. 
Zweieinhalb Jahre lang hat Berlin nach eigenen Angaben an seinem neuen Leitbild gearbeitet. Die ersten Umfragen, die dabei durchgeführt wurden, sind längst ausgewertet. Das Ergebnis ist offenbar eindeutig: Die Berliner wünschen sich mehr Zusammenhalt und ein stärkeres Wir-Gefühl, heißt es aus der Berliner Senatskanzlei. 


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Genau das soll der neue Markenauftritt leisten. Die Stadtmarke erstrahlt ab Mitte September nicht nur in einem neuen Design, sondern soll auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt stärker in den Mittelpunkt rücken. "Berlin ist die Stadt der Freiheit, Toleranz und Vielfalt. Im neuen Markenauftritt des Landes Berlin geht es darum, neben der gelebten individuellen Vielfalt auch das zu betonen, was uns Menschen in Berlin miteinander verbindet", erläutert Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller die Strategie. 

#WirSindEinBerlin: Der neue Markenauftritt


Das prägnanteste Symbol des überarbeiteten Auftritts ist freilich das neue Logo. Das Signet, das aus der Wortmarke Berlin und dem Berliner Bären besteht, soll künftig Internetseiten, Briefpapier und Plakate der Stadt zieren und spätestens zum Jahresende von allen Senatsverwaltungen und Bezirken genutzt werden. Ziel der Überarbeitung, um die sich die Agentur Jung von Matt/Brand Identity gekümmert hat, sei es gewesen, das Logo "moderner und frischer" zu gestalten, teilt die Senatskanzlei mit. 


#WirSindEinBerlin: Erste Kampagnenmotive


Zum Einsatz kommt das Logo dann auch ab dem 12. September, wenn die Imagekampagne unter dem Motto #WirSindEinBerlin startet. Mit den Werbemotiven, die von Jung von Matt/Spree kreiert wurden, wolle Berlin die Menschen in der Stadt in alltäglichen Situationen "mit einem Augenzwinkern" ansprechen, heißt es.

Was damit gemeint ist, zeigen erste Werbemotive. Auf diesen wird unter anderem auf die Corona-Pandemie und die kontroverse Debatte um den Mund-Nasenschutz eingegangen, die in der Hauptstadt zuletzt immer wieder für Großdemonstrationen gesorgt hat. "Ich so: Berliner Schnauze. Du so: Berliner Schnauze. Wir so: Maske auf, du Flitzpiepe.", ist auf einem der Plakate zu lesen, die ab Mitte September auf 
digitalen und analogen Out-of-Home-Flächen zu sehen sein werden.

Diese Mechanik kommt auf vielen weiteren Motiven zum Einsatz. Dabei wird in der Kampagne,  die auch Anzeigen in Zeitungen und Kinospots beinhaltet, auch der legendäre Berliner Slang ("Dit find ick knorcke!") gewürdigt.

Erste Reaktionen in sozialen Medien zeigen wenig überraschend, dass der neue Berlin-Look nicht nur Fans hat. "Wir waren damals auch im Pitch für #WirSindEinBerlin – und wenn ich unseren Logo-Vorschlag von damals mit dem Gewinner-Logo vergleiche, verstehe ich nicht, dass ein Logo, wo nur getrennt und abgegrenzt wird, für ein Berlin stehen soll", schreibt etwa Alf Frommer, Executive Creative Director bei der Agentur Ressourcenmangel, auf Twitter.

Auch andere Social-Media-Nutzer stören sich daran, dass bei dem Auftritt viel mit abgrenzenden Linien gearbeitet wird. So moniert Twitter-Nutzerin Dara, dass durch die grafische Mauer der Bär "eingeschlossen" werde. Zudem entstehe durch das in zwei Teile getrennte Logo und das Motto #WirSindEinBerlin eine Text-Bild-Schere. 
 
 
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