"Wir sind hier"

Uber startet größte Werbekampagne in Deutschland

Uber geht in die Werbe-Offensive
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Uber geht in die Werbe-Offensive
Uber geht in die Werbe-Offensive: Der Fahrdienstvermittler startet heute die bislang reichweitenstärkste Kampagne in Deutschland. Wie schon zum Marktstart in Hamburg vor wenigen Wochen setzt das US-Unternehmen dabei ein weiteres Mal auf Out-of-Home-Motive, die auf die jeweiligen Städte zugeschnitten sind. Uber will sich mit der Kampagne als Alternative zum privaten Pkw positionieren.

Auf den OoH-Motiven, die ab heute in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, München, Köln und Düsseldorf zu sehen sind - also in allen Städten, in denen Uber aktiv ist - macht der Fahrdienstvermittler auf seinen Service aufmerksam: "Wir sind hier" steht in jeder Stadt auf den Plakaten. Im Hintergrund sind regionale, auf die jeweilige Stadt zugeschnittene Motive zu sehen, etwa der Fernsehturm in Berlin, das Siegestor in München und die Skyline in Frankfurt.



Zu Beginn der Kampagne wird der Fokus auf den OoH-Motiven sowie auf Anzeigen und Performance-Marketing-Maßnahmen liegen. Entwickelt wurde die Kampagne (Mediaagentur: OMD) von Uber selbst. Das Unternehmen hatte allerdings erst im Sommer diesen Jahres bekannt gegeben, etwa jeden dritten Job im Marketing streichen zu wollen. Nach seinem 1. Quartal an der Börse musste der Fahrdienstvermittler im August einen Verlust von 5,2 Milliarden US-Dollar melden. Zudem verzeichnete das Unternehmen laut der "New York Times" das langsamste Umsatzwachstum seiner Geschichte. Der Umsatz mit den Fahrdiensten wuchs im Jahresvergleich lediglich um zwei Prozent auf 2,29 Milliarden Dollar.

Uber-Kampagne: Die Motive




Die nun angelaufene Kampagne soll wieder etwas Rückenwind liefern. Sie ist laut Uber die bisher reichweitenstärkste und teuerste in Deutschland. Welche Summe sich das Unternehmen diese Maßnahmen konkret kosten lässt, ist nicht bekannt. Man habe einen siebenstelligen Betrag investiert, teilt Uber auf Nachfrage lediglich mit. Nach der Marktstart-Kampagne in Hamburg ist dies nun der zweite werbliche Aufschlag von Uber in Deutschland.


Allerdings hat sich der Fahrdienstvermittler in diesem Jahr bislang zurückgehalten wenn es um Werbung geht. Laut Nielsen hat Uber im Jahr 2019 gerade einmal 214.000 Euro brutto in klassische Werbung (also TV, Zeitschriften und Zeitungen) investiert. Die aktuelle Kampagne ist hier nicht mit einberechnet. Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 3,2 Millionen Euro. Uber bietet hierzulande neben UberX, einem Mietwagenservice mit professionellem Fahrer, auch den Service UberTaxi an. Dabei wird die Fahrt an ein klassisches Taxi vermittelt und die Abrechnung erfolgt zum regulären Taxi-Tarif. Der Service UberPop, bei dem die Fahrten an nicht ausgebildete Privatfahrer vermittelt wird, wurde auf deutschen Straßen verboten.

In Deutschland steht das US-Unternehmen vor allem mit der Taxi-Branche im Clinch und wird auch in anderen Ländern oft wegen seiner Arbeitsbedingungen gerügt. Erst vor wenigen Wochen hatte ein Taxi-Verband eine neue Klage gegen den US-Fahrdienstvermittler angestrengt. Grund seien angebliche  Verstöße gegen das Personenbeförderungsgesetz. Uber-Fahrer würden etwa die sogenannte Rückkehrpflicht verletzen, an die das Unternehmen gebunden sei. Die Fahrzeuge müssen dabei nach jeder Passagierfahrt wieder zum Betriebssitz fahren und erst dort neue Aufträge annehmen. ron

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