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Online-Druckereien verbinden digitale und haptische Vorzüge - in turbulenten Zeiten ein wichtiger Faktor
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Werben im Lockdown

Wie Online-Druckereien mit neuen Tools Kampagnen beschleunigen

Online-Druckereien verbinden digitale und haptische Vorzüge - in turbulenten Zeiten ein wichtiger Faktor
In der Pandemie müssen Marketer ständig auf neue gesetzliche Vorgaben reagieren. Doch auch generell prägt unsere Zeit eine wachsende Wechselhaftigkeit. Vom Heiß-Kalt-Wetter bis zu schlagartig aufkommenden und verpuffenden Social-Media-Hypes. Online-Druckereien bieten Anwendungen, die unter derart herausfordernden Umständen agiles und effektives Marketing ermöglichen.
von Andre Gärisch Mittwoch, 31. März 2021
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Der fiktive Lampen-Retailer aus Berlin Mitte möchte seinen Kunden per Printmailing eine wichtige Neuigkeit mitteilen. Auf der Kampagnenplanungs-Seite der Online-Druckerei hat er bereits die Postkarte als Werbemittel eingeloggt. Jetzt gibt er seine Postleitzahl ein und bestimmt den Versandradius. Auf einer Map färben sich die entsprechenden Bezirke orange. In einer Infobox ploppen Auflage und Zustellungspreis auf. "Okay." Im nächsten Schritt legt er das Verteilungsdatum fest und lädt die Druckdaten hoch. In drei Tagen grüßt die Karte aus den Briefkästen der Friedrichshainer, Kreuzberger und Weddinger – aktuell etwa mit der Botschaft: "Von der puristischen Schreibtischlampe bis zur pompösen Pendelleuchte – nutzen Sie ab Montag unseren Click-and-Collect-Service."


Das neue Versandtool von Onlineprinters ist ein Beispiel dafür, wie Werber von Prozess-vereinfachenden Anwendungen profitieren – die Online-Druckereien mehr und mehr anbieten. Ist augenblickliches Handeln gefordert, lassen sich so unverzüglich Kampagnen auf den Weg bringen. "Indem wir die Schnittstelle der Deutschen Post nutzen, können wir die Zahl der Haushalte kalkulieren und die Kosten für Druck, Versandvorbereitung und Verteilung berechnen", schildert Christian Würst, Chief Commercial Officer bei Onlineprinters. Die Postboten stellen dann die Printmailings in den ausgewählten Straßen allen Haushalten zu, die Werbung gestatten. "Gerade während der Pandemie war und ist das ein frequentiert genutzter Service, der es erlaubt, rasch und kostensparend zu informieren", so Würst.

One-Stop-Mailing als Baustein für bewegliches Marketing

In diesen Zeiten sind Unternehmen gefragt, wendig wie ein Motorboot auf äußere Umstände zu reagieren. Neben politischen Bestimmungen zu Öffnungen und Schließungen im Rahmen der Corona-Pandemie zeigt sich die gestiegene Wechselhaftigkeit etwa bei Temperaturstürzen von mehr als zwanzig Grad binnen weniger Tage oder durch Themen und Trends, die in sozialen Netzwerken wie aus dem Nichts aufkochen – und genauso plötzlich wieder abebben. Die Interessen und Bedürfnisse der Menschen werden hin- und hergerissen. "Deswegen wünschen sich unsere Kunden auch unabhängig von Corona, Kampagnen immer flexibler durchführen zu können – schneller, mit kleineren Auflagen und zielgruppenspezifischer", sagt Würst.
Das Versandtool steht exemplarisch für verschiedene Anwendungen, die eine rasche Kampagnenumsetzung ermöglichen
© Onlineprinters GmbH
Das Versandtool steht exemplarisch für verschiedene Anwendungen, die eine rasche Kampagnenumsetzung ermöglichen
Für Unternehmen ergibt sich die Chance, Produkte und Leistungen anzubieten, die auf die Kurzzeit-Trends antworten, etwa Tausalz, Sonnenschirme, Fanshirts zu einem umjubelten Youtuber oder Online-Tanzkurze zu einem viral gefeierten Tanzstil ("Harlem Shake"). Das Marketing muss zeitlich perfekt darauf abgestimmt sein, um den Trendeffekt rundum auszuschöpfen. Zur favorisierten Marke steigt auf, wer den aufkommenden Bedürfnissen als First Mover begegnet – und sie nicht an sich vorbeiziehen oder sich von ausgedehnten Prozessketten aufhalten lässt.

Dass sich Online-Druckereien auf die veränderten Bedingungen mit ständig neuen Trends einstellen, verdeutlicht sich darin, dass immer mehr Player an der erwähnten Schnittstelle der Deutschen Post andocken und damit ihren Service ausbauen. So auch Flyeralarm, wie Business Unit Manager Logistics Torsten Gorsch berichtet: "Das Tool ist eine sinnvolle Erweiterung, denn der Kunde hat meist keine Möglichkeit, sich ständig über sämtliche Marketingdienstleistungen zu informieren. Vor allem regionale Unternehmen, die ihre Kunden vor Ort ansprechen möchten, nutzen es – Banken, Fitnessstudios oder Immobilienmakler. Durch Corona hinzugekommen sind beispielsweise Lieferservices und Apotheken."
„Der Kunde hat meist keine Möglichkeit, sich ständig über sämtliche Marketingdienstleistungen zu informieren.“
Torsten Gorsch
Auch leicht bedienbare Mailing-Gestaltungsprogramme werden zunehmend in das Angebot integriert. So stellte Obility im vergangenen Jahr sein neues und bereits von mehreren Druckereien kontrahiertes Web-to-Print-Werkzeug "Designer Pro" vor, mit dem sich Bilder, Wörter, Buchstaben, Zahlen oder Zeilen intuitiv und facettenreich bearbeiten lassen. Zwischenstufen fallen also zusehends weg – der Druck auf traditionelle Druckereien, sich zu transformieren oder mit den Innovatoren zu kooperieren, wächst.

Für den Konsumenten als Vertrauensanker fungieren

Doch bei allem Fortschritt ist eine Frage nach wie vor offen: Warum sollten Unternehmen unter stürmischen Vorzeichen überhaupt postalisch werben? Schließlich sind automatisiert ausgesteuerte Online-Ads flotter unterwegs als jedes Printmailing. Auch diese Frage lässt sich mit eben jenen Ungewissheiten beantworten, die uns umgeben: Vertrauen genießen in hektischen und aufgewirbelten Zeiten hauptsächlich Marken, die dem Kunden so nah, greifbar und individuell wie möglich entgegentreten. Die Menschen suchen buchstäblich nach einem Halt – nach Fixpunkten in ihrem Leben; das können unter anderem Marken sein.

Digitale Maßnahmen wie Newsletter, Social-Media-Posts, Banner und Co. sollten folglich ergänzt werden durch fassbare Materialien, die nicht lediglich auf dem Bildschirm betrachtet und in Sekundenbruchteilen weggeklickt werden können, sondern Wertigkeit, Haltbarkeit und eine persönliche Beziehung ausstrahlen – und eine hohe Conversion Rate von 4,9 Prozent erzielen, wie die CMC Dialogpost-Studie 2020 für das Printmailing ermittelte. Für reine E-Commerce-Unternehmen bietet sich die Gelegenheit, haptische Dimensionen überhaupt erst aufzubauen. Werden verschiedene Sinne des Menschen gleichzeitig angesprochen, verankert er die Marke eindringlicher im Kopf: "E-Retailer wollen berührbar werden und reichhaltige Assoziationen aufbauen. Daher setzen sie zunehmend auf einfallsreiche Werbebriefe und führen die Kunden so in die Online-Welt", erläutert Olaf Hartmann, der das Multisense-Institut für multisensorisches Marketing leitet.
„Mit jeder Kampagne werden die Kunden vertrauter mit den Services und Abläufen im System - die Kosten sinken durch diese Lerneffekte weiter.“
Christian Würst
Online-Druckereien verknüpfen Kampagnen-Einfachheit mit haptischer Wirkungsstärke – vorausgesetzt, ihr Portfolio zeichnet sich durch attraktive Features aus. Onlineprinters-CCO Würst spricht von Lerneffekten, von denen Stammkunden profitierten: "Mit jeder Kampagne werden sie vertrauter mit den Services und den einhergehenden Abläufen im System. Die Prozesskosten sinken dadurch weiter." Bei hundert Prozent sehe er das Service-Level allerdings noch nicht. "Wir haben viele Dinge auf den Markt gebracht, aber neue Ideen, Prozesse zu verschlanken, werden immer wieder diskutiert." Das 360-Grad-Prinip, welches die gesamte Branche verfolge, sei laut ihm keinesfalls ein Hype – sondern illustriere eine unumkehrbare Convenience-Orientierung.

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