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Slack erhebt Plagiatsvorwurf gegen Microsoft Teams

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Slack geht gegen Microsoft in die Offensive
© Imago / imageBROKER/ValentinxWolf
Slack geht gegen Microsoft in die Offensive
Auf Twitter hat Slack eine Gegenüberstellung der eigenen Werbekampagnen zu denen für Microsoft Teams veröffentlicht. Die Ähnlichkeiten sind verblüffend.
Es ist kein offener Vorwurf, sondern eine subtile Klarstellung. Mit den Worten „Ok Boomer“ und ohne weitere Erläuterungen postet Slack das folgende Video auf Twitter:
Darin stellen sie die eigenen Branding-Kampagnen denen von Microsoft für die Kollaborationsalternative Teams gegenüber. Ganz offenbar haben beide Unternehmen zumindest sehr ähnliche Ideen gehabt.

So visualisiert Slack die Vorteile der eigenen Kollaborationslösung mit einer Vielzahl kleiner Kugeln, die auf einer weißen Oberfläche kleine Spuren erschaffen und sich darin sammeln. Und Microsoft visualisiert die Vorteile der Teams-Lösung mit einer Vielzahl kleiner Kugeln, die auf einer weißen Oberfläche kleine Spuren erschaffen und sich darin sammeln. Die Slack-Kampagne hat im April begonnen, Microsoft startete seine erst im November.

Der Kommentar „Ok Boomer“ bezieht sich dabei auf das Internet-Meme, das wir bei t3n hier erläutert haben. Im Zusammenhang mit Teams beschuldigt hier wohl die jüngere, also Slack, die ältere Generation, also Microsoft, sie irgendwie um die Zukunft bringen zu wollen – ein klassischer Vorwurf.

Damit reagiert Slack wohl in erster Linie auf Microsofts stolze Meldung, Teams hätte inzwischen die 20-Millionen-Nutzer-Grenze geknackt. Slack liegt bei etwas mehr als der Hälfte.

Schon zum Markteintritt von Teams zwei Jahre nach dem Start von Slack hatte Slack zwar zum einen Microsoft mit einer großformatigen Anzeige in der New York Times als Wettbewerber begrüßt, zum anderen aber auch gleich mahnend darauf hingewiesen, dass es nicht sein könne, dass Microsoft nun „eine große Liste mit Slack-Features“ erstelle, um daraus ein eigenes Produkt zu bauen, um dann zu hoffen, dass die Nutzer es gerne benutzen werden.

Ebenso legt Slack Wert auf die Unterscheidung dessen, was die beiden Unternehmen jeweils unter dem Begriff DAU, also täglich aktiver Nutzer, verstehen. So bedeute die Zahl der DAU nach Microsoft-Definition lediglich die „maximale Anzahl der täglichen Nutzer in den letzten 28 Tagen.“ Und aktiv bedeute nach dieser Definition das Durchführen einer absichtlichen Aktion in einem der drei Teams-Clients. Slack hingegen will Nutzer als Nutzer verstehen, wenn diese über längere Zeiträume mit dem Tool verbunden sind und es mindestens 90 Minuten am Tag auch aktiv verwenden.

Daraus wird klar, dass das rasante Wachstum der Nutzerzahlen von Microsoft Teams durchaus mit einer gewissen Vorsicht zur Kenntnis zu nehmen ist. Tatsächlich mag der Unterschied zwischen Slack und Teams weitaus kleiner sein als Microsoft es suggerieren könnte.

Grundsätzlich gibt es auch in anderen Bereichen mehrere konkurrierende Software-Lösungen, die nebeneinander existieren. Auch bei Kollaboration-Software wird es am Ende kein Monopol geben. Insofern sind alle Endkampf-Szenarien mindestens übertrieben.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n.de
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