Weltpremiere

Mercedes-Benz setzt bei EQC-Einführung auf Digital und Events

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Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Vorstellung des EQC in Stockholm
© Oliver Schwarz / Daimler
Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Vorstellung des EQC in Stockholm
Großer Aufgalopp bei der Weltpremiere des EQC, des ersten Mitglieds der neuen Elektro-Familie von Mercedes-Benz. Die Präsentation des Fahrzeugs am Dienstagabend in Stockholm ließ sich Daimler-Chef Dieter Zetsche nicht nehmen. Anspielungen auf die schwedische Herkunft seines Vorstandskollegen Ola Källenius, der als sein möglicher Nachfolger gilt, und natürlich auf den legendären Elchtest durften dabei nicht fehlen.
Auch beim vorherigen Workshop fuhr der Stuttgarter Autobauer Top-Personal auf, neben Entwicklungsvorstand Källenius zum Beispiel Britta Seeger, Vorstand für Vertrieb und Marketing. In den Mittelpunkt ihres Vortrags stellte Seeger die Markenwelt, die Mercedes-Benz rund um das Label EQ etablieren will. Sie basiert auf den drei Bausteinen Vertrauen, Nutzerfreundlichkeit und Faszination. Dabei spielen vor allem die beiden ersten Bausteine eine wichtige Rolle. So hat Mercedes-Benz mit den Wettbewerbern BMW, Volkswagen und Ford das Joint Venture Ionity ins Leben gerufen, um gemeinsam eine verlässliche Ladeinfrastruktur in Europa mitaufzubauen. Allerdings sieht Seeger hier nicht nur die Hersteller in der Pflicht. "Ich glaube nicht, dass wir hier allein zuständig sind", richtet die Managerin einen mehr oder weniger deutlichen Appell an die Politik.


Laut Seeger will Mercedes-Benz bis 2022 zehn vollelektrifizierte EQ-Autos (sieben Mercedes, drei Smart) und über alle Baureihen hinweg rund 130 elektrische oder Hybrid-Modelle im Portfolio haben. Dafür investiert das Unternehmen in den nächsten Jahren 10 Milliarden Euro in neue EQ-Produkte und über eine Milliarde Euro in die Batterieproduktion. Den Auftakt zu dieser Offensive startet das Unternehmen jetzt mit dem EQC, einem Sports Utility Vehicle auf Basis des bestehenden Modells GLC. Das jetzt vorgestellte Fahrzeug soll voraussichtlich erst Mitte 2019 auf den Markt kommen. Ein genauer Starttermin ist noch nicht bekannt. Die Produktion soll Anfang kommenden Jahres im Bremer Mercedes-Werk starten, kurz darauf auch in China. Die Elektro-Offensive ist für Autobauer wie Daimler nicht zuletzt deshalb wichtig, um die Vorgaben der EU-Behörden für den Schadstoffausstoß einzuhalten. Andernfalls drohen hohe Strafzahlungen.

Mercedes-Benz EQC: Die Bilder von der Premiere in Stockholm


Die vollelektrifizierten Fahrzeuge wird das Unternehmen unter der Marke EQ vertreiben. Um die neue Marke bekannt zu machen, richtet Mercedes-Benz im kommenden Jahr auch seine kommunikativen Aktivitäten auf dieses Label aus. Die Marketingkommunikation soll unter dem Leitgedanken "The Dawn of a new era" stehen. Das Kampagnenmotto lautet: "Electric now has a Mercedes". Der Schwerpunkt der Aktivitäten wird dabei in digitalen Kanälen sowie im Bereich Events und Experience Marketing liegen. Mit einer großen TV-Kampagne ist wohl eher nicht zu rechnen. "Die Zielgruppen, die wir mit EQ ansprechen wollen, sind immer schwerer über das klassische TV zu erreichen", sagte Vertriebsvorstand Seeger am Rande der Veranstaltung gegenüber HORIZONT. Zu möglichen Budgetverschiebungen wollte sie sich dabei nicht äußern. "Wir allokieren die Mittel je nach Schwerpunkt und Bedarf", so Seeger.

Fest steht aber, dass Veranstaltungen eine wichtige Rolle spielen. So will Mercedes-Benz seinen Einstieg in die Formel E im kommenden Jahr nicht zuletzt dafür nutzen, um für die Marke EQ zu trommeln. Das Gleiche gilt für die Aktivitäten im Bereich E-Sports. Hier haben die Stuttgarter bereits im vorigen Jahr eine Kooperation mit Turnierveranstalter ESL vereinbart. Zielgruppe für die neue Marke EQ sind laut Seeger sowohl bisherige Mercedes-Fahrer, aber auch solche, die sich bislang für andere Marken entschieden haben. mam
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