Wegen Sophia Thomalla Motiv

Media-Markts #Männertage-Kampagne beschäftigt den Werberat

Sophia Thomalla ist eine von vielen Prominenten, die für Media-Markt über die Männertage sprechen
© Media-Markt
Sophia Thomalla ist eine von vielen Prominenten, die für Media-Markt über die Männertage sprechen
Themenseiten zu diesem Artikel:
Media-Markt erhitzt mit seiner Herbstkampagne die Gemüter. In die Kritik geriet die Kampagne, die Männer beim Durchdrehen zeigt, aber nicht wegen des Spots - sondern wegen eines Plakatmotivs mit Schauspielerin Sophia Thomalla. Inzwischen liegen wegen des Motivs mehrere Beschwerden beim Deutschen Werberat vor.
Dies bestätigte die Organisation auf Nachfrage von HORIZONT Online. Media-Markt wurde bereits um eine Stellungnahme gebeten. Auf eine Nachfrage von HORIZONT Online hat das Unternehmen bislang nicht reagiert.


Auf dem kritisierten Motiv ist Thomalla mit aufreizendem Dekolleté abgebildet, darunter steht der Satz: "An diesen Tagen streichelt er einfach alles, was Knöpfe hat".
Sophia Thomalla ist eine von vielen Prominenten, die für Media-Markt über die Männertage sprechen
© Media-Markt
Sophia Thomalla ist eine von vielen Prominenten, die für Media-Markt über die Männertage sprechen


Zu den ersten, die sich über das Motiv mokierten, gehörte die Publizistin Silke Burmester. "Die Kampagne soll 'dem Händler wieder ein virales Gesprächsthema in der Öffentlichkeit bescheren' ()", zitierte die freie Journalistin aus der Berichterstattung von HORIZONT Online zum Thema und ergänzte bissig: "Klappt prima bei der á la 70er-Jahre der Agentur 'Zum Roten Hirschen'". Die Spezialagentur aus der Hirschen-Gruppe ist für die Media-Markt-Werbung zuständig.
Media-Markt ist nicht zum ersten Mal im Visier des Werberates: Noch gut im Gedächtnis ist eine Kampagne der in diesem Jahr eingestellten E-Commerce-Tochter Redcoon, wegen der das Kontrollgremium sogar eine Rüge aussprach. Im Jahr 2001 war Media-Markt selbst gerügt worden: Das Unternehmen hatte auf Plakaten mit einer dreibrüstigen Frau geworben. Der Werberat hatte das als frauendiskriminierend aufgefasst.
Im ersten Halbjahr 2018 war die Zahl der Beschwerden über diskriminierende Werbung höher als im Vorjahreszeitraum. Hauptbeschwerdegrund war dabei Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. 137 Mal wurde Werbung deswegen beanstandet. Insgesamt wurden im 1. Halbjahr dieses Jahres 394 Beschwerden zu Werbemaßnahmen beim Werberat eingereicht. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 
stats