WARC-Analyse

Globaler Werbemarkt wächst nur dank Google, Facebook und Amazon

Die Treiber des Werbemarktes heißen Facebook, Amazon und Google
© Fotolia
Die Treiber des Werbemarktes heißen Facebook, Amazon und Google
Die Dominanz der US-Plattformen im globalen Werbemarkt nimmt weiter zu. Zu diesem Ergebnis kommt das World Advertising Research Center (WARC). Demnach sind allein Google, Facebook und Amazon für das Wachstum der Anzeigen-Investitionen im kommenden Jahr verantwortlich.
Insgesamt geht WARC  für das Jahr 2020 von einem Werbevolumen in Höhe von 656 Milliarden Dollar aus - ein Plus von 6 Prozent. Das wäre eine deutliche Verbesserung gegenüber dem für das laufende Jahr prognostizierten Wachstum von nur 2,5 Prozent - allerdings war das Plus im vergangenen Jahr mit 7,3 Prozent noch größer. 



Besonders Performance Marketing, Online-Video und Social-Media-Werbung werden für das Wachstum des globalen Werbemarktes verantwortlich sein. Und das bedeutet: Ohne Google inklusive Youtube, Facebook und Amazon würden die weltweiten Werbeausgaben stabil bleiben oder sogar leicht sinken, so die WARC-Forscher. Das Trio wird auch dafür verantwortlich sein, dass 2020 erstmals mehr als die Hälfte der globalen Spendings (336 Milliarden Dollar) ins Internet fließen werden.

Amazon fällt gegenüber Google und Facebook allerdings noch deutlich ab. Laut WARC wird der E-Commerce-Gigant, der dank Retail Media im Werbebusiness stetig an Bedeutung gewinnt, im kommenden Jahr für 2,5 Prozent der weltweiten Werbespendings stehen. Das wären rund 16,4 Milliarden Dollar. Für das vergangene Jahr hatte Amazon weltweite Werbeumsätze in Höhe von 10,1 Milliarden Dollar gemeldet. Zum Vergleich: Google und Youtube fließen laut WARC im kommenden Jahr 23,1 Prozent der weltweiten Werbeausgaben zu, was einer Steigerung des Umsatzes auf rund 151,5 Milliarden Dollar entsprechen würde. Für 2018 hatte Alphabet noch 136,8 Milliarden Dollar Umsatz gemeldet. An Facebook sollen 2020 bereits 12,9 Prozent der Spendings gehen, was einer Umsatzsteigerung von 55,8 Milliarden Dollar im Jahr 2018 auf rund 84,6 Milliarden Dollar entsprechen würde.


WARC hat für die Analyse insgesamt 19 Produktkategorien untersucht - alle davon werden in punkto Werbeausgaben im kommenden Jahr wachsen. Acht davon legen sogar stärker zu als der globale Durchschnitt: Finanzdienstleistungen (+11,8 Prozent), Haushalt (+10,5 Prozent), Transport & Tourismus (+9,0 Prozent), Telekommunikation (+8,5 Prozent), Technologie & Elektronik (+8,4 Prozent), alkoholische Getränke (+6,9 Prozent), Automotive (+6,8 Prozent) und Softdrinks (+6,5 Prozent). In jeder Kategorie ist das Internet das stärkste Medium - bis auf  Technologie & Elektronik, wo Out of Home mit 11,4 Prozent am stärksten wächst.

Zur Methodik
Laut WARC stammen die Daten von Medieninhabern - entweder direkt oder über die Branchenverbände in jedem Markt. Diese Daten werden mit den Bruttozahlen von Nielsen mit den Daten der Medieninhaber verrechnet, die in der Regel auf Neto-Basis ausgewiesen werden. Auf diese Weise komme "völlig neue und einzigartige Methode zur Messung der Werbeinvestitionen über 19 Produktkategorien in 25 Märkten" zustande.
Die Prognose für das kommende Jahr sei vor dem Hintergrund globaler wirtschaftlicher und geopolitischer Spannungnen optimistisch, gibt WARC-Forschungschef James McDonald zu. Sie decke sich aber mit den Vorhersagen von IWF und Euromonitor bezüglich BIP und Konsumausgaben. Profitieren wird die globale Werbekonjunktur laut McDonald vermutlich von den Olympischen Spielen in Tokio und den US-Präsidentschaftswahlen - auch wenn die zusätzlichen Werbeausgaben für diese Anlässe aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten gedämpfter ausfallen könnten als früher. ire
stats