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Was sich Gregor Gründgens von der E-Sports-Szene wünscht

Gregor Gründgens
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Gregor Gründgens
Vodafone gehört zu den ersten Top-Marken in Deutschland, die E-Sports als strategisch wichtiges Betätigungsfeld im Sponsoring identifiziert haben. Seit 2017 sponsert das Telko-Unternehmen das deutsche Team Mousesports, ein Jahr später folgten Engagements bei der ESL und bei dem Fifa-Team des VfL Wolfsburg. Auf dem Spobis in Düsseldorf präsentierte Gregor Gründgens, Marktetingchef bei Vodafone in Deutschland, seine Learnings aus den beiden vergangenen Jahren.

Grundsätzlich ist Gründgens zufrieden: Wie aus seiner Präsentation deutlich wurde, hat Vodafone durch die Sponsorings zentrale KPIs wie Awareness in der Zielgruppe oder Interaktionsraten deutlich steigern können.



Damit es so weit kommen konnte, musste das Unternehmen allerdings erst einmal lernen, welche Anforderungen ein E-Sports-Sponsoring eigentlich hat. Konkret bedeutete das: Sich als Marke zurücknehmen. Die Partnerschaft mit Mousesports, einem der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Clans, sei deswegen auch kein klassisches Sponsoring: „Eigentlich hat Mousesports uns gesponsert. Wir haben gesagt: Ihr müsst uns helfen, das Thema zu verstehen.“ Die Spieler hätten bereits über Kompetenz und die Glaubwürdigkeit in der Zielgruppe verfügt, von der Vodafone als Marke habe profitieren können, so Gründgens.
Mousesports tritt seit 2017 mit Vodafone auf der Brust an
© ESL
Mousesports tritt seit 2017 mit Vodafone auf der Brust an
Weitere wichtige Learnings: Content nicht nur digital, sondern auch in klassischen Mainstream-Medien zu distribuieren, habe sich als richtige Entscheidung erwiesen. So wurde eine E-Sports-Dokumentation bei Sport 1 ausgestrahlt, in der über die spezielle Kultur der Szene berichtet wurde. „Wir müssen als Vodafone Aufklärung betreiben und diese Themen in die breitere Öffentlichkeit gehen.“

Allerdings eigne sich nicht jedes Spiel für die Ansprache der breiten Masse. Mousesports etwa ist unter anderem in Counterstrike aktiv, einem so genannten Shooter-Spiel. „Wir wollen nicht als die Marke verstanden werden, die Counterstrike GO macht. Wir machen E-Sports“, so Gründgens. Deswegen engagiert sich Vodafone seit dem vergangenen Jahr auch als Hauptsponsor bei dem Fifa-Team des VfL Wolfsburg.
Darüber hinaus versuchte Vodafone, die Brücke zwischen Gaming und E-Sports zu schlagen. Beides seien unterschiedliche Bereiche mit unterschiedlichen Ansprüchen in der jeweiligen Zielgruppe, so Gründgens. Dafür setzte Vodafone unter anderem auf Influencer und einem Engagement bei der Gamescom.


Nun ist Gründgens bekanntlich keiner, der alles in rosarot malt – und das tat der Vodafone-Manager auch nicht beim Thema -Sports.
„Headshots sponsored by Vodafone ist natürlich ein Problem.“
Gregor Gründgens
Drei wesentliche Wünsche hat Gründgens an Rechtehalter und andere Sponsoren. Nummer eins: Mehr Brand Safety. Counterstrike wird immer noch oft als „Killerspiel“ bezeichnet. In der E-Sports-Szene kann man diesen Vorwurf zwar nicht mehr hören. Doch Rechtehalter dürften diese Diskussion nicht abwürgen, so Gründgens. „Headshots sponsored by Vodafone ist natürlich ein Problem.“ Appell Nummer zwei: Besseren Schutz und mehr Unterstützung von Frauen im E-Sports. Über sexistische Tendenzen in der Szene wurde bereits viel berichtet, auch prominente Vertreterinnen haben bereits Alarm geschlagen. „Wir als Sponsoren können nicht lange zuschauen, wenn das noch weiter in die falsche Richtung gehen sollte“, mahnte Gründgens.

In seinem dritten Appell richtete sich Gründgens dezidiert an die Rechtehalter: Er wisse nicht, wo die Angaben über Reichweite – Gründgens spricht hier ironisch von „Astrofigures“ - eigentlich herkämen, wer das Messe beziehungsweise verifiziere. Seine Forderung: „Wir brauchen mehr Transparenz und klare Währungen.“ ire

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