Visual Statements

Wie die Deutsche Bahn Millennials für sich gewinnen will

© holzijue auf Pixabay
Junge Menschen stehen heutzutage oftmals vor einem Gewissenskonflikt: Zum einen reisen sie gerne, wollen die Welt erkunden. Zum anderen möchten sie dem Klima durch Flugreisen nicht allzu sehr schaden. Immerhin ist die junge Generation durch die "Fridays for Future"-Bewegung für dieses Thema so sensibilisiert wie nie zuvor. In diesem Widerstreit inszeniert sich die Deutsche Bahn nun als großer Problemlöser - und geht in den sozialen Medien in die Kommunikationsoffensive.
Der Staatskonzern, der seinen Media-Etat vor wenigen Tagen an Carat vergeben hat, will im Herbst dieses Jahres für seine Reiseziele innerhalb Europas trommeln. Um vor allem die Zielgruppe der Millennials zu erreichen, arbeitet die Deutsche Bahn dafür mit dem Unternehmen Visual Statements zusammen. Das Freiburger Start-up ist mit mehr als 40 Millionen Netto-Kontakten im Monat eigenen Angaben zufolge Deutschlands viralster Social Publisher auf Facebook.


In der Kampagne, die am 19. August startet und auf Facebook sowie Instagram stattfinden wird, soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Reisen mit der Bahn schnell, einfach und klimafreundlich ist. Dafür wurden zahlreiche Social-Media-Motive geschaffen, die der jungen Zielgruppe genau diese USPs näher bringen und zum Teilen, Kommentieren und Liken animieren sollen (siehe Bildergalerie unten). Auf den Bildern steht etwa "Auf die Berge fahren, um alle Tabs im Kopf zu schließen" oder "Reisen könnte ich beruflich machen".

Deutsche Bahn und Visual Statements: Ausgewählte Motive


Die Kampagne besteht aus zwei parallel stattfindenden Flights: Zum einen wird das Reisen mit der Deutschen Bahn zu diversen Zielen in Europa deutschlandweit kommuniziert. Zusätzlich werden über 40 Motive lokal ausgespielt. So wird der Hamburger für Kopenhagen und der Münchner für Wien als Reiseziel sensibilisiert. Visual Statements arbeitet bereits zum dritten Mal mit der Deutschen Bahn zusammen. Auf der Kundenliste der Freiburger stehen auch Samsung, die Commerzbank und Adidas.


Die Deutsche Bahn nutzt für ihre Millennial-Offensive die Gunst der Stunde: Durch die "Fridays for Future"-Bewegung ist die junge Generation heute für den Klimaschutz so sensibilisiert wie nie zuvor - und schämt sich mittlerweile sogar fürs klimaschädliche Fliegen. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg macht es selbst vor und fuhr im Januar mit dem Zug von Stockholm zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Heute hat sie sich vom englischen Plymouth aus auf einer Segelyacht auf den Weg gemacht. Ihr Ziel: die UN-Vollversammlung in New York am 20. und 27. September.

"Gerade für die Millennials stellt sich die Frage, wie sie möglichst klimaneutral reisen können. Sie verspüren massiv den 'Fernweh'-Wunsch und wollen trotzdem nicht noch stärker zum negativen Klimawandel beitragen", sagt Visual-Statements-Gründer und -CEO Benedikt Böckenförde. Insofern sei die Bahn-Kampagne seiner Meinung nach "hervorragend imstande, darauf hinzuweisen, dass klimafreundliches Reisen mit der Bahn innerhalb Europas möglich ist und dieses auch zu tollen Zielen Paris, Amsterdam oder Kopenhagen führen kann." ron
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