Verzicht auf Plastikverpackungen

Samsung will nachhaltiger werden

Samsung will auf Plastik verzichten
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Samsung will auf Plastik verzichten
Samsung setzt sich ein radikales Ziel: Der koreanische Elektronikhersteller will noch in der ersten Jahreshälfte damit beginnen, Plastikverpackungen durch nachhaltigere Materialien wie Papier oder Bio-Plastik zu ersetzen - Kosten sollen dabei keine Rolle spielen.
So sollen die Plastikhalterungen von Smartphones, Tablets und Wearables durch Zellstoffverbindungen ersetzt werden. Die Plastiktüten, in denen das Zubehör verpackt ist, sollen einer Mitteilung zufolge "umweltfreundlichen" Materialien weichen. Außerdem will das Unternehmen den schützenden Plastiküberzug auf den Ladegeräten von Smartphones eliminieren - die Oberfläche ist dadurch nicht mehr glänzend, sondern matt.


Und damit nicht genug: Statt der Plastikfolien, die bei Produkten wie Fernsehern, Kühlschränken, Klimaanlagen, Waschmaschinen sowie Küchengeräten zum Einsatz kommen, sollen künftig recycelte Materialien und Bio-Plastik verwendet werden. Letzteres besteht laut Samsung aus Kunststoffabfällen und nicht-fossilen Brennstoffen wie Stärke oder Zuckerrohr. Wird statt Biokunsstoff Papier verwendet, soll dieses von globalen Umweltorganisationen zertifiziert sein.

Um all das zu erreichen, bildet Samsung eine Task-Force, in der Mitarbeiter aus den Unternehmensbereichen Design und Entwicklung, Einkauf, Marketing und Qualitätskontrolle zusammenkommen. Insgesamt will Samsung bis 2030 500.000 Tonnen Recycling-Plastik einsetzen und 7,5 Millionen Tonnen ausrangierte Produkte einsammeln. 


"Samsung Electronics befasst sich zunehmend mit Umweltproblemen der Gesellschaft wie Ressourcenverbrauch und Kunststoffabfällen", sagt Gyeong-bin Jeon, Leiter des so genannten globalen Customer Satisfaction Center von Samsung. "Wir setzen uns dafür ein, Ressourcen zu recyceln und die Umweltverschmutzung durch unsere Produkte zu minimieren. Wir werden umweltfreundlichere Materialien einsetzen, auch wenn dadurch die Kosten steigen." Die Reduktion von Verpackungsmaterial steht derzeit bei vielen Unternehmen auf der Agenda. Grund dafür ist das global stark angestiegene Bewusstsein der Verbraucher für Umweltthemen - Plastik steht hierbei besonders im Fokus, weil die Vermüllung der Ozeane zu einem immer drängenderen Problem wird.

Auch in Deutschland widmen sich immer mehr Firmen diesem Thema. Zu den Vorreitern bei dabei zählen vor allem die Händler. Aldi hat sich etwa zum Ziel gesetzt, die Verpackungen seiner Eigenmarken bis 2025 um 30 Prozent reduzieren. Darüber hinaus sollen 100 Prozent der Verpackungen von Aldi-Eigenmarken bis 2022 recyclingfähig sein. Rewe dagegen testet derzeit den Plastikverzicht bei Bio-Obst und Gemüse in mehr als 600 Märkten. ire
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