"Unlock Life"

So inszeniert sich Lime als nachhaltige Mobilitätslösung für Städter

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Lime startet eine Werbeoffensive im Social Web
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Lime startet eine Werbeoffensive im Social Web
Der Markt für E-Scooter rollt auf eine Konsolidierungswelle zu. Während der deutsche Anbieter Circ Medienberichten zufolge mit Problemen kämpft und bereits mit den Konkurrenten Voi und Tier über eine Fusion verhandeln soll, gibt die US-Marke Lime beim Markenaufbau weiter Vollgas. In diesen Tagen startet ein weiterer Flight der "Unlock Life"-Kampagne. Dass die Klimabilanz der anfangs gehypten E-Scooter zuletzt gelitten hat, wird dabei mit keinem Wort erwähnt.

Welche der zahlreichen E-Scooter-Marken werden sich am Markt durchsetzen? Diese Frage wird wahrscheinlich in den kommenden Wochen und Monaten beantwortet. Dass der US-Anbieter Lime in Deutschland gute Chancen hat, als Gewinner aus der Konsolidierung hervorzugehen, hat bereits kürzlich eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung The Nunatak Group gezeigt. Mit einer gestützten Markenbekanntheit von 55 Prozent ist Lime hierzulande der bekannteste Anbieter

In den kommenden Wochen dürfte sich die Bekanntheit von Lime weiter erhöhen. Grund ist die Fortsetzung der "Unlock Life"-Kampagne. Anders als im Sommer, als das Unternehmen unter anderem auf Außenwerbeflächen mit witzigen hyperlokalen Anspielungen für sein Angebot warb, rücken nun die persönlichen Geschichten von Lime-Nutzern in den Vordergrund, die erklären, was "Unlock Life" in ihrem konkreten Lebensalltag bedeutet.

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In der Debatte um die Mobilität der Zukunft ging es zuletzt häufig um ein Phänomen, mit dem sich viele Deutsche 2019 von heute auf morgen extrem häufig konfrontiert sahen - E-Scooter. Auch wenn sich die Anbieter zuletzt so einiges anhören mussten, haben sich E-Scooter laut einer Umfrage in kürzester Zeit als Verkehrsmittel durchgesetzt. Beim Thema Markenbekanntheit sticht vor allem ein Anbieter heraus.

Die Hauptrolle in den von der Agentur Foundry entwickelten Werbefilmen, die vorwiegend auf Social-Media-Plattformen zum Einsatz kommen, spielen vier sogenannte Urban Optimists - also Personen,  die an urbaner Mobilität und urbanem Leben auf ihre ganz eigene Art und Weise teilhaben beziehungsweise dazu beitragen: Ein Poetry Slammer, eine Schauspielerin-Gastronomin, eine Klimaaktivistin sowie zwei Rap Pädagogen. 

So berichtet etwa der Hamburger Poetry Slammer Stefan über die Bedeutung persönlicher Freiheit als Quelle künstlerischer Inspiration – und trägt das ganze folgerichtig in Form eines selbst verfassten Gedichtes vor. Julia, Gründerin der Umweltinitiative "Clean Up Munich", erzählt wiederum, wie wichtig es aus ihrer Sicht ist, der Forderung nach mehr Umweltschutz endlich konkrete Taten folgen zu lassen – am besten, indem man selbst anpackt.

In einem weiteren Spot betont die Berliner Schauspielerin, Gastronomin und Self-Made-Woman Jeniffer, dass Selbstverwirklichung im Job und Lebensfreude sehr gut unter einen Hut passen – vorausgesetzt, man ist im Kopf ebenso mobil wie auf der Straße. Die beiden Berliner Rap-Pädagogen Nico & Nelson schließlich berichten über ihr soziales Engagement an Berliner Schulen – und darüber, dass über die Kraft der Musik ganz neue und überraschende Verbindungen geschaffen werden können.

"Die filmischen Porträts, die ebenso wie die Einführungskampagne auf eine traditionelle Produktpenetration verzichten, erzählen authentische Geschichten inspirierender Menschen, für die Mobilität mehr als eine Fahrt von A nach B ist. Personen, die E-Scooter nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Überzeugung nutzen", erklärt Roman Balzan, Marketing Lead EMEA bei Lime, die Hintergründe.

Als Zielgruppe hat Sacha Moser, Gründer und Chef von Foundry, Menschen identifiziert, "die nicht nur blind konsumieren" und für die die "Anhäufung von Besitz nicht das Maß aller Dinge" sei. "Wir wollen diejenigen erreichen, die heute bereits an morgen denken und damit anfangen, Veränderung zu leben, Mobilität neu zu erfinden und jetzt das Richtige zu tun", so Moser.

Die jüngste Kritik an der bislang durchwachsenen Klimabilanz von E-Scootern nimmt das Unternehmen durchaus ernst. "Nachhaltigkeit hat für Lime höchste Priorität. Wir treiben aktiv den Kampf gegen Umweltverschmutzung, Staus und Klimawandel voran. Mit unseren Mikro-Mobilitätslösungen leisten wir einen Beitrag dazu, die Anzahl von Autofahrten und damit auch Emissionen durch Straßenverkehr zu verringern", sagt DACH-Kommunikationschef Florian Anders. So seien alle Fahrten mit den E-Scootern von Lime klimaneutral. Zudem habe das neueste, auf den deutschen Straßen zugelassene Lime-Scooter-Modell bei intensiver Nutzung eine Lebensdauer von einem Jahr und länger. "Um die Lebensdauer des Rollers ständig zu verlängern, beschäftigt Lime alleine in Deutschland ein Team von über 100 Mechanikern. Ihre Aufgabe ist es, jeden kaputten Roller vollständig zu zerlegen, defekte Teile auszutauschen und die anderen Teile gegebenenfalls wiederzuverwenden. Somit leben viele Teile weit länger in anderen Rollern als nur ein Jahr", so Anders weiter. Zudem würden alle Roller am Ende zu 97 Prozent recycelt. Alle nicht recyclebaren Komponenten der Batterie würden von den Partnern des Unternehmens in biologisch abbaubare Komponenten umgewandelt und fachgerecht entsorgt. 

In Sachen Nachhaltigkeit habe Lime noch viel vor: "Wir wollen weiterhin in Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien investieren, die Lebensdauer unserer Produkte verlängern, Effizienzsteigerungen in unseren Betrieben erzielen und arbeiten aktuell an einer Partnerschaft mit Polarstern Energie, um unsere Lagerhäuser mit 100 Prozent erneuerbarer Energie zu versorgen.” mas

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