Unitymedia-Übernahme

Vodafone reagiert gelassen auf Klage von Deutscher Telekom

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Das Logo von Unitymedia wird bereits durch das von Vodafone ersetzt
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Das Logo von Unitymedia wird bereits durch das von Vodafone ersetzt
Seit Anfang dieser Woche feiert Vodafone die Übernahme von Unitymedia mit einer breit angelegten Werbekampagne. Wie HORIZONT+ am Montag vorab berichtete, ist auch der Rebranding-Prozess, im Zuge dessen die Marke Unitymedia durch Vodafone ersetzt wird, bereits angelaufen. Der Konkurrenz schmeckt das alles freilich gar nicht. Mehrere Unternehmen wollen die Übernahme anfechten.
Dazu gehört wenig überraschend auch der wichtigste Konkurrent von Vodafone. Die Deutsche Telekom ist eines von drei Unternehmen, die gegen die Übernahme des Kölner Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone juristisch vorgehen. Wie ein Sprecher bestätigte, sind Anfang Februar drei Klagen gegen die Fusionsgenehmigung durch die EU-Kommission beim EU-Gericht eingegangen. Neben der Telekom haben demnach auch die Kabelnetzanbieter NetCologne und Tele Columbus auf Nichtigerklärung geklagt. 


Die EU-Kommission hatte im Juli 2019 unter Auflagen die Vodafone-Übernahme des Kabelgeschäfts von Liberty Global - in Deutschland unter dem Namen Unitymedia tätig - in Deutschland, Tschechien, Ungarn und Rumänien für insgesamt 18,4 Milliarden Euro genehmigt. Vodafone verfügt mit dieser Entscheidung über ein bundesweites Netz aus Glasfaser und Kabel, das nach Unternehmensangaben bis zu 1000 Megabit pro Sekunde bietet. Die DSL-Technologie, die unter anderem die Telekom ihren Kunden anbietet, kann mit diesen Geschwindigkeiten nicht mithalten. Damit sind lediglich Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde möglich.

Rebranding Unitymedia Vodafone
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Ende Juli 2019 nickten die EU-Wettbewerbshüter die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone ab. Jetzt verschwindet der Name des Kabelnetzbetreibers in der Versenkung. "Wir stellen die Marke Unitymedia zum heutigen Montag ein“, erklärt Markenchef Gregor Gründgens. Den Umstand, dass Vodafone sein Gigabit-Netz nun bundesweit anbieten kann, feiert der Konzern mit einer breit angelegten Werbekampagne.

Vodafone lässt sich vom Vorstoß der Wettbewerber nicht aus der Ruhe bringen. "Die EU-Kommission hat in einem 15-monatigen Verfahren die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone unter anderem durch Markttests und ausführliche Befragungen eingehend geprüft. Das gemeinsame Unternehmen wird den Wettbewerb anheizen und für eine bessere, schnellere und innovativere Breitband- und TV-Versorgung für Verbraucher und Unternehmen bringen", teilt ein Sprecher auf Nachfrage von HORIZONT mit. Aus Sicht von Vodafone sei die Genehmigung gut für Verbraucher, Wirtschaft und Wettbewerb in Deutschland. "Wir sehen den Klagen also gelassen entgegen." mas
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