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Die westlichen Medien ringen mit fehlenden Möglichkeiten, vor Ort zu recherchieren und dem, was an Bildern und Informationen zu finden ist. Auf Social Media tobt derweil der Kampf gegen Desinformation und Propaganda, die die Portale flutet. Teile der ukrainischen Kreativindustrie kämpfen gleichzeitig um eine berufliche Zukunft in ihrem heute schon schwer getroffenen Land.

Journalismus im Krieg: Information hilft – und kann Waffe seinNach vier Wochen Krieg in der Ukraine mit all seinen schrecklichen Bildern, verstörenden Informationen und teils widersprüchlichen Angaben ringen die westlichen Medien um ihren Umgang damit. Welche Fotos kann – oder muss – man bringen? Wie explizit darf man den Tod zeigen? Und welchen "Fakten" glauben, wenn in den sogenannten sozialen Medien der Informationskrieg noch viel heftiger tobt? "Nach russischen/ukrainischen Angaben" – diese Formulierung ist in seriösen westlichen Medien daher häufig zu lesen und zu hören. Unterdessen finden sie eigene Formate, um die Menschen in oder aus der Ukraine anzusprechen: Jene, die ausharren, und jene, die geflüchtet sind, werden in ihrer Muttersprache informiert.So hat RTL eine tägliche Nachrichtensendung gestartet, um die Menschen aus der Ukraine über die Ereignisse in ihrer Heimat auf dem Laufenden zu halten. In dem zehnminütigen Format berichtet die ebenfalls vor dem Krieg geflohene ukrainische TV-Journalistin Karolina Ashion werktags über die aktuellen Entwicklungen und über den Alltag der geflüchteten Menschen in Deutschland. Verbreitet wird das "Ukraine Update" über die Portale RTL.news, NTV.de und die Youtube-Kanäle von RTL. Das Team soll erweitert werden. Funk, das Content-Netzwerk von ARD und ZDF, startet den Instagram-Kanal "How to Deutschland" mit Alltagstipps auf Deutsch, Englisch und Ukrainisch. Die ARD ergänzt derweil ihre Mediathek um Inhalte für Kinder, die kein Deutsch sprechen – darunter Lernvideos, mit denen sie spielerisch die Sprache lernen können. Und auch Regionalzeitungen legen sich ins Zeug: Der Kölner Stadt-Anzeiger zum Beispiel hat für Geflüchtete gemeinsam mit dem deutsch-ukrainischen Verein Blau-Gelbes Kreuz ein ukrainischsprachiges Willkommensmagazin produziert, mit allerlei Tipps für die Orientierung in der Rheinmetropole. Mehr zum Thema RTL Deutschland/Stefan Gregorowius Willkommensmagazin, Nachrichten, Kindersendungen Wie deutsche Medien Flüchtlinge aus der Ukraine mit Informationen versorgen Vier Wochen nach dem Überfall russischer Truppen auf die Ukraine schwillt der Zustrom ukrainischer Flüchtlinge weiter an. Die Hilfsbereitschaft in Deutschland ist groß - und auch viele Medien unterstützen die Menschen aus der Ukraine mit Informationsangeboten in ihrer Muttersprache. ... Eine andere Zielgruppe adressieren – und andere Ziele verfolgen – etwa die Springer-Titel Bild und Welt: Sie bieten ihre Livestreams nun auch mit russischen Untertiteln an, um Desinformation entgegenzuwirken. "Wir sehen es als Teil unserer journalistischen Pflicht, auch russischsprachige Menschen zu informieren", sagt Frank Hoffmann, Geschäftsführer Welt-N24. Auf Deutsch hingegen publiziert Bild seine Kriegsberichte jetzt direkt im Fake-News-anfälligen Messenger-Kanal Telegram, so wie auf Englisch etwa die New York Times. #PAYWALL "Telegram-User sollen in dem Propaganda-Krieg journalistische Marken finden, bei denen sie sich verlässlich informieren können", so Springer. Unterdessen machen nicht nur Bild und Paul Ronzheimer ihre Präsenz vor Ort zum Thema: Korrespondentin Silke Bigalke berichtet im SZ-Podcast, sie wolle vorerst in Moskau bleiben, damit dort angesichts des Exodus unabhängiger Medien kein völlig "blinder Fleck" entstehe. Und zwei Journalisten der Nachrichtenagentur AP liefern als letzte Pressevertreter dort eine bedrückende Reportage aus dem belagerten Mariupol. Derweil setzen sich die politischen Eingriffe fort: Russland blockiert die Sites der BBC und des europäischen Fernsehsenders Euronews – und Wolodymyr Selenskyj, der Präsident der angegriffenen Ukraine, legt alle dortigen TV-Sender zusammen. In Kriegszeiten sei eine "einheitliche Informationspolitik" wichtig. Social Media: Kein Platz mehr für die freie MeinungRussland startet jetzt sein eigenes Instagram: Am nächsten Montag soll Rossgram online gehen, eine neue Foto- und Videoplattform mit "allen Mögl

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