"Unfairtrade"

Lemonaid attackiert Lidl wegen angeblicher Limo-Kopie

Lemonaid legt sich mit Lidl an
© Lemonaid
Lemonaid legt sich mit Lidl an
Wenn ein Getränkelabel für Nachhaltigkeit und Fairness steht, dann Lemonaid. Die hippe Limo-Marke aus dem Hamburger Szeneviertel St. Pauli setzt bei ihren Limonaden und Eistees nicht nur auf Zutaten aus biologischem Anbau und fairem Handel, sondern fördert auch Sozialprojekte in den Anbauregionen. Nun legt sich Lemonaid mit einem der mächtigsten Player im deutschen Lebensmittelhandel an - mit Lidl. Der Vorwurf wiegt schwer: Lidl soll bei Lemonaid dreist abgekupfert haben.
Die Lemonaid-Gründer sind aktuell mächtig sauer. Was der Limo-Marke gar nicht schmeckt, sind die neuen Limonaden von Lidl. Aus Sicht des Unternehmens kommen die drei "Limo"-Sorten des Discounters nicht nur in zum Verwechseln ähnlichen Geschmacksrichtungen und Flaschen daher.
Die Lidl-Limos enthalten laut Lemonaid statt Bio- und Fairtrade-Zutaten vor allem künstliche Inhaltsstoffe und finanzieren auch keine Sozialprojekte. "Ein klarer Fall von Verbrauchertäuschung", glaubt man beim Hamburger Fair-Trade-Unternehmen. 

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Der Ärger ist so groß, dass sich jetzt Lemonaid-
Gründer Paul Bethke in einem offenen Brief persönlich an Lidl-Chef Jesper Hojer wendet. "Mit der Kopie der Marke Lemonaid schmücken Sie sich mit unseren Werten. Sie täuschen Kunden, die mit dem Kauf einen sozialen Beitrag leisten wollen", schreibt Bethke. Und folgert: "Was zu tun ist, sollte klar sein. Wir sind gespannt, ob unser Brief zu Maßnahmen Ihrerseits führt", legt der Lemonaid-Chef dem Discount-Riesen eine Auslistung der Limo-Sorten nahe. 

Der offene Brief ist nicht die einzige Maßnahme, mit der Lemonaid den angeblichen Kopierversuch seitens Lidl öffentlich macht. Auf seinen Social-Media-Kanälen hat das Unternehmen Motive veröffentlicht (Kreation: Honey), mit denen die Marke die Unterschiede zwischen sozialem Original und Lidl-Kopie aufzeigt. Gleichzeitig appelliert Lemonaid an Mitstreiter für eine faire Wirtschaft, Lidl unter dem Hashtag #lidlklontdich mit Statements und Bildern des Originals die Meinung zu sagen. Lidl hat sich zu dem Thema bislanng nicht geäußert. Eine Anfrage von HORIZONT Online blieb bislang unbeantwortet.

Lemonaid, das in einer WG-Küche ehemaliger Entwicklungshelfer entstanden ist, hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2009 der guten Sache verschrieben: Daher werden auch mit jeder verkauften Flasche zusätzlich zur Fairtrade-Prämie Sozialprojekte in den Anbauregionen der Zutaten gefördert. Konkret werden für jede verkaufte Flasche Lemonaid und ChariTea 5 Cent, für jede verkaufte ChariTea-Teepackung 10 Cent gespendet.  mas


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