Umfrage

Zwei Drittel der Deutschen befürworten den Ausstieg von Twitter aus der Polit-Werbung

Die Twitter-Zentrale in San Francisco
© Twitter/Aaron Durand
Die Twitter-Zentrale in San Francisco
Werbung auf Twitter gehört in Wahlkampfzeiten längst zu den Standard-Werkzeugen politischer Parteien. Das gilt vor allem für die USA, wo in knapp einem Jahr ein neuer Präsident gewählt wird. Die Ankündigung von Twitter, ab dem 22. November weltweit keine politischen Inhalte mehr als Werbung zu verbreiten, hat daher für Aufsehen gesorgt. Während sich das politische Berlin über den Schritt noch uneins ist - die einen sehen darin einen "PR-Gag", den anderen geht die Ankündigung nicht weit genug - finden die Verbraucher den Rückzug des Kurznachrichtendienstes aus der politischen Werbung größtenteils richtig. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Yougov.
Yougov hat in der Zeit vom 31. Oktober bis zum 4. November 2019 insgesamt 8632 Deutsche ab 18 Jahren zu dem Thema befragt. Das Ergebnis fällt recht eindeutig aus. Mit 64 Prozent findet es die große Mehrheit richtig, dass Twitter keine politische Werbung auf seiner Plattform mehr zulässt. Davon befürworten 46 Prozent den Schritt "voll und ganz", 18 Prozent befürworten die Entscheidung "eher".


Während sich mit 25 Prozent der Befragten ein recht hoher Anteil der Deutschen keine abschließende Meinung zu dem Thema zutraut, sind die Kritiker klar in der Minderheit. Unter dem Strich finden 11 Prozent die Entscheidung falsch. Davon lehnen 5 Prozent den Schritt "voll und ganz" ab. 6 Prozent geben an, die Entscheidung "eher" abzulehnen. 

So beurteilen die Deutschen den Ausstieg von Twitter aus der Polit-Werbung

Quelle: Yougov
Die Umfrage zeigt eine Kluft zwischen den Generationen. Grund: Je älter die Befragten sind, desto eher befürworten sie den Schritt. So heißen satte 70 Prozent der Befragten ab 55 Jahren die Entscheidung gut. Bei den 18-24-Jährigen sind es nur 59 Prozent. 


Wenig überraschend spielt auch die politische Gesinnung eine Rolle. So ist der Anteil der AfD-Wähler, die die Entscheidung von Twitter kritisieren, mit 20 Prozent deutlich höher als bei anderen Parteien. Bei den Anhängern der FDP finden sich mit 13 Prozent bereits deutlich weniger Kritiker, bei Die Linke (12 Prozent), Union (11 Prozent), SPD (10 Prozent) und den Grünen (9 Prozent) sind es sogar noch weniger.

Die Geschlechter sind sich bei dem Thema (diesmal) relativ einig. Der Anteil der Befürworter ist bei Männern (67 Prozent) und Frauen (62 Prozent) nahezu gleich hoch. Dasselbe gilt für die Kritiker (Männer: 12 Prozent / Frauen: 10 Prozent) zu. mas
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