Umfrage zur Hype-Disziplin

Mehrheit der Deutschen steht Influencern skeptisch gegenüber

Viele Nutzer verbinden Influencer vor allem mit Werbung
© Fotolia / Daniel Ernst
Viele Nutzer verbinden Influencer vor allem mit Werbung
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Influencer Marketing ist derzeit in aller Munde. Doch wie kommen die Social-Media-Stars eigentlich bei den Verbrauchern an? Eine exklusive Umfrage von Mindline Media für HORIZONT geht dem Phänomen aus Nutzersicht auf den Grund. Eine zentrale Erkenntnis: Die große Mehrheit der Deutschen steht Influencern skeptisch gegenüber. Viele verbinden die Social Media Stars vor allem mit Werbung. 
Für viele Werbungtreibende ist Influencer Marketing mittlerweile ein fester Bestandteil ihrer Marketingstrategie. Allerdings erreichen sie damit nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung. Immerhin jeder zweite Deutsche weiß mittlerweile, was ein Influencer ist. 35 Prozent der Befragten hat den Begriff zwar schon mal gehört, weiß aber nicht genau, was er bedeutet. 15 Prozent haben den Begriff noch nie gehört.


Allerdings kennen die meisten Menschen Influencer nur aus zweiter Hand oder gar nicht. 34 Prozent haben schon einmal etwas über Influencer in den Medien erfahren, 29 Prozent sind damit gar nicht vertraut. 15 Prozent kennen zumindest einige Influencer, aber lediglich 8 Prozent der Befragten folgen aktiv Influencern und schauen sich regelmäßig ihre Beiträge an. Dabei folgen mehr Frauen (10 Prozent) als Männer (6 Prozent) den Social-Media-Sternchen.
Nur eine Minderheit der Internetnutzer folgt Influencern
Nur eine Minderheit der Internetnutzer folgt Influencern
Wenig überraschend ist die Affinität zu Influencern in den jungen Altersgruppen am höchsten. Bei den 14- bis 19-Jährigen schauen sich 38 Prozent regelmäßig Beiträge von Influencern an, bei den 20- bis 29-Jährigen sind es immerhin noch 16 Prozent. Bei den über 30-Jährigen sind es lediglich 4 Prozernt, bei den 50-Jährigen nur noch 1 Prozent. 

Insgesamt sehen die meisten Befragten das Thema aber durchaus skeptisch: 45 Prozent aller Befragten stimmten der Aussage zu "Es ist mir ein Rätsel, was andere an Influencern finden". Außerdem werden die Social-Media-Stars stark mit Werbung assoziiert: 42 Prozent finden, Influencer machen nur Werbung. Lediglich 17 Prozent finden interessant, was Influencer machen, nur 10 Prozernt finden sie authentisch. Vertrauen in Influencer haben nur 7 Prozent. 
Das Vertrauen in Influencer ist gering
Das Vertrauen in Influencer ist gering
Auch hier gibt es natürlich Unterschiede je nach Alter: So finden bei den unter 20-Jährigen immerhin knapp 40 Prozent interessant, was Influencer machen, auch ist das Identifikationspotenzial bei den jungen Nutzern mit 17 Prozent (14-19 Jahre) beziehungsweise 14 Prozent (20-29 Jahre) deutlich größer. Das Vertrauen in Influencer ist aber auch bei den Jungen nur geringfügig größer als im Durchschnitt. Am größten ist das Vertrauen in die Netz-Promis noch bei den 20- bis 29-Jährigen mit 13 Prozent. 


Die Ergebnisse zeigen, dass selbst die Follower die Social-Media-Stars mit einer kritischen Distanz betrachten. Nur eine Minderheit halten Influencer für vertrauenswürdig und identifizieren sich mit ihnen. Bei den meisten Nutzern überwiegt eine eher neutrale Haltung gegenüber den vermeintlichen Meinungsmachern in den sozialen Netzwerken. dh 
Die Umfrage
Im Rahmen des Media Intelligence Bus von Mindline Media wurden im November rund 1000 Internetnutzer zwischen 14 und 69 Jahren befragt. Durchgeführt wurden die Online-Interviews von Norstat.
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