Umfrage

Jeder Dritte reagiert auf personalisierte Werbung

Personalisierte Werbung kommt an - unter bestimmten Voraussetzungen
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Personalisierte Werbung kommt an - unter bestimmten Voraussetzungen
Personalisierte Werbung ist eines der großen Versprechen des Onlinemarketings. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft immer noch eine große Lücke. Zwar fordert fast jeder zweite Deutsche zumindest gelegentlich personalisierte Werbung an - fast genausoviele Nutzer finden aber, dass auch individuelle Werbung immer noch wie Massenware wirkt. Das geht aus einer Umfrage von McKinsey hervor.
Demnach fordern 46 Prozent der Verbraucher in Deutschland oft oder zumindest manchmal personalisierte Werbung an. Damit sind die Deutschen im internationalen Vergleich eher zurückhaltend in Bezug auf individuelle Werbebotschaften: In den USA sind es 55 Prozent, in Großbritannien 52 Prozent. Bei der Umsetzung hapert es aus Sicht der Verbraucher allerdings: 42 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die meisten Werbebotschaften wie von der Stange wirken und nicht wie individuell auf den Empfänger zugeschnitten. 


Dabei ist das Potenzial einer direkten Kundenansprache offensichtlich hoch: Knapp jeder Dritte (27 Prozent) öffnet persönliche Werbebotschaften. Vor allem Informationen zu gesuchten Produkten kommen gut an.
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Auch Informationen zum Preis oder der Verfügbarkeit sind gern gesehen. Am häufigsten springen Verbraucher auf Sonderangebote an: 49 Prozent der Befragten reagieren auf entsprechende Werbung. 48 Prozent reagieren auf Nachrichten zu Produkten, die ihren Vorlieben entsprechen und 45 auf Informationen über Produkte, die sie kaufen wollen. 

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Auch wenn den meisten Verbrauchern klar ist, dass personalisierte Werbung auf ihren Suchanfragen und ihrem Surfverhalten basiert, gibt es für die meisten Nutzer auch klare Grenzen: 40 Prozent halten standortabhängige Werbung für problematisch, 39 Prozent lehnen ungebetene Werbung von ihnen unbekannten Unternehmen ab, 37 Prozent die Weitergabe von Profildaten. Wenige Sekunden nach einem Einkauf oder einer Online-Suche entsprechende Werbung zu erhalten, verursacht bei 34 Prozent ein ungutes Gefühl. Die Weitergabe des Browserverlaufs zählt für 32 Prozent der deutschen Konsumenten zu den größten Problemen. 


"Die aktuellen Untersuchungsergebnisse halten für Händler und Marken eine sehr klare Erkenntnis bereit: Eine Verbesserung der Personalisierung bietet erhebliches Potenzial, um die Verbraucher noch stärker zu mobilisieren", sagte Lars Fiedler, Partner bei Periscope By McKinsey. "Um mit Personalisierung Erfolg zu haben und den gewünschten Nutzen daraus zu ziehen, sollten Unternehmen auf Advanced Analytics sowie skalierbare und nachhaltige Lösungen setzen, um die Verbraucher besser zu verstehen, Inhalte, Marketingkanäle, Zeitpunkte richtig zu wählen und so Verhaltensänderungen bei den Kunden zu bewirken." 

Für die Umfrage wurden im März von Persicope by McKinsey Verbraucher in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA per Online-Fragebogen befragt. In Deutschland nahmen 508 Teilnehmer an der Umfrage teil. dh
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