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Der stationäre Handel ist auch durch mehrere Lockdowns in der Pandemie nicht unterzukriegen
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Trotz Pandemie

Der stationäre Handel bleibt deutlich beliebter als E-Commerce

Der stationäre Handel ist auch durch mehrere Lockdowns in der Pandemie nicht unterzukriegen
Die Corona-Pandemie hat dem Onlinehandel über alle Branchen hinweg endgültig zum Durchbruch verholfen. Das belegen zahlreiche Statistiken und Studien aus den vergangenen Monaten. Eine neue Befragung des Marktforschers Yougov unter Verbrauchern aus 17 verschiedenen Ländern legt jetzt allerdings nahe, dass die Menschen der Pandemie zum Trotz immer noch am liebsten stationär einkaufen. Dennoch bleibt die zunehmende Verschiebung hin zum E-Commerce klar erkennbar.
von Tim Theobald Mittwoch, 26. Mai 2021
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Es steht außer Frage, dass die Corona-Pandemie das Einkaufsverhalten der Verbraucher im Einzelhandel stark beeinflusst hat. Dafür sprechen nicht nur die ohnehin geschlossenen Geschäfte in den Lockdown-Phasen, sondern auch die Angst der Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. All das hat den Shift hin zum Onlinehandel nur begünstigt. Der "International Retail Report" von Yougov kommt jetzt allerdings zu dem Ergebnis, dass der Offline-Einkauf unter den Verbrauchern weiterhin beliebter bleibt.

So geben insgesamt 78 Prozent der rund 19.000 im Januar und Februar 2021 befragten Verbraucher aus 17 Ländern an, Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Medizin-, Drogerie- oder Haushaltsprodukte in den vorausgegangenen drei Monaten im stationären Handel gekauft zu haben. Demgegenüber kauften 57 Prozent die Produkte online ein. Nicht-tägliche Bedarfswaren wie Kleidung, Kosmetik, Schuhe, Bücher, Möbel oder Schmuck wurden hingegen häufiger online gekauft (72 Prozent im Vergleich zu 57 Prozent Offline-Käufe). Insgesamt wurde für beide Warengruppen häufiger offline als online eingekauft.

Berücksichtigt man die Tatsache, dass pandemiebedingt viele Geschäfte für den stationären Einkauf geschlossen waren oder immer noch sind, zeigt sich vor allem in Großbritannien, Dänemark und Deutschland bei jenen Einzelhandelskategorien, die Waren des nicht-täglichen Bedarfs mit abdecken, eine erkennbare Verschiebung hin zum Online-Handel: So kauften hierzulande 46 Prozent die genannten Produkte stationär ein, 74 Prozent hingegen shoppten sie online (28 Prozentpunkte Differenz). In Dänemark ist der Abstand noch größer: 39 Prozent kauften offline, 72 Prozent online (33 Prozentpunkte Differenz). Der weltweit größte Unterschied zwischen dem Online-Einkauf versus dem stationären ist hingegen im Vereinigten Königreich zu erkennen: 36 Prozent kauften Waren des nicht-täglichen Bedarfs offline, 79 Prozent online (43 Prozentpunkte Differenz).

Des Weiteren hat die Yougov-Studie ergeben, dass die Lieferung von Produkten nach Hause weltweit gesehen der größte Treiber für das Online-Shopping ist. So nennen 57 Prozent aller befragten Verbraucher dies der Hauptgrund für den Online-Einkauf ist. 47 Prozent sagen zudem, dass es einfacher sei, die Produkte online zu kaufen. 42 Prozent betonen die variable Auswahl an Produkten online, 40 Prozent nennen Rabattaktionen als Treiber für den Online-Einkauf.
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Die am häufigsten genannten Hindernisse der Verbraucher sind hingegen die Versandkosten (46 Prozent), das fehlende Haptik-Erlebnis (45 Prozent) sowie die Rückgabebedingungen (39 Prozent). Demgegenüber sind die Argumente für den stationären Einkauf die Möglichkeit der Begutachtung des Produktes (62 Prozent), die Option zum Testen und Ausprobieren der Waren im Geschäft (53 Prozent) sowie die schnellere Abwicklungsdauer des Kaufs (45 Prozent).

"Beim Sichten der Daten für das Whitepaper war es eindrucksvoll zu erkennen, dass, trotz des großen Online-Handel-Booms in Pandemie-Zeiten, der Offline-Handel, beispielsweise im Textil- und Kleidungsbereich, nach wie vor beliebter ist und daher eine große Chance hat, sich nach dem Ende der coronabedingten Restriktionen zu erholen", sagt Adam Guiney, Director of Customer Experience bei Yougov. "Unsere Studie zielt darauf ab, Einzelhändlern und Unternehmen die Dynamiken im Einzelhandelssektor verständlich zu machen, der nie zuvor derart erschüttert wurde wie in Zeiten der Corona-Pandemie. Die Bedürfnisse der Verbraucher und das Wechselspiel zwischen Offline- und Online-Käufen zu verstehen, wird für Einzelhändler und Unternehmen der Schlüssel dazu sein, Potenziale zu erkennen, Hindernisse zu überwinden und Chancen zu nutzen."

Der vollständige "International Retail Report 2021 – Shopping in the pandemic and the implications for the future" kann hier in englischer Sprache kostenfrei heruntergeladen werdentt
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