Daimler-Chef Dieter Zetsche stellte das Fahrzeug in Las Vegas vor
Daimler AG
Daimler-Chef Dieter Zetsche stellte das Fahrzeug in Las Vegas vor
Der DFB-Sponsor Mercedes-Benz sieht keinen Grund für ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit mit dem zurückgetretenen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil. Man sei seit über 40 Jahren in guten wie in schlechten Zeiten Partner des DFB und habe sich Özils Vorwürfe gegenüber den Medien, dem Verband und den Sponsoren in Ruhe angesehen, sagte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag.

"Der Vertrag als Markenbotschafter von Mesut Özil läuft noch bis Ende des Jahres 2018. Es gibt keine Notwendigkeit, ihn vorzeitig zu beenden", betonte Zetsche, der zugleich Chef der Kernmarke Mercedes-Benz ist. "Nach meiner Kenntnis fährt er weiterhin Mercedes", sagte er über Özil. Auch Sportartikel-Hersteller Adidas hält nach dem Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an dem Spieler fest. Er bleibe Mitglied der Adidas-Familie, sagte ein Sprecher.

Der Fußballer war am vergangenen Sonntag als Konsequenz aus der Affäre um seine umstrittenen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan als Nationalspieler zurückgetreten. In einer schriftlichen Erklärung hatte er den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und vor allem dessen Präsidenten Reinhard Grindel, deutsche Medien und Sponsoren für deren Umgang mit ihm scharf kritisiert.



Unterdessen ist eine muntere Debatte darüber entbrannt, was der Rücktritt für die Testimonial-Marke Özil bedeutet. "Die Art und Weise des Nachtretens und die fehlende Selbstkritik haben ihn derart viele Sympathiepunkte gekostet, dass sich ein positiver Imagetransfer auf den Werbepartner nicht mehr erreichen lässt", sagt etwa Henner Mamane, Geschäftsführer der Celebrity-Agentur Think out of the Box, gegenüber HORIZONT. Peter Fritzen, Leiter des Bereichs Sports Marketing bei der Kommunikationsagentur fischerAppelt, hält den Schaden für nicht ganz so schlimm. Er sagt zwar, dass jedes Unternehmen, das Özil unter Vertrag hat, nun für sich selbst entscheiden müsse, ob es an Özil festhalte. "Aber sicher steht er angesichts seiner Spielart für Technik und für Perfektion. Und als Weltmeister spricht er auch eine junge Zielgruppe an."


Doch ob Özil heute einen Integrations-Bambi bekommen würde, wie vor acht Jahren? Die Stellungnahme der Preisauslober klingt jedenfalls zurückhaltend. "Mesut Özil hat 2010 den Bambi erhalten, weil er aus Sicht der Jury damals ein besonders gelungenes Beispiel für Integration darstellte. Selbstverständlich wird die Vergabe des Bambi an Mesut Özil heute nicht in Frage gestellt", erklärte eine Sprecherin des Medienhauses Burda auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. dpa/mas

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