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Mit diesem Marketingstunt bringt Burger King autonom fahrende Autos zum Halten

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In seinem neuesten Online-Video behauptet Burger King, dass autonom fahrende Autos das Burger-Kinbg-Logo für ein Stop-Zeichen halten
© Burger King
In seinem neuesten Online-Video behauptet Burger King, dass autonom fahrende Autos das Burger-Kinbg-Logo für ein Stop-Zeichen halten
Es klingt wie eine unglaubliche Geschichte, soll aber wahr sein. Wenn ein Tesla im autonomen Fahrmodus das Burger King-Logo sieht, beginnt es zu bremsen. Die Fastfood-Kette interpretiert das als Zeichen, dass wirklich intelligente Autos wissen, was ihre Fahrer wünschen, und hat dazu einen Online-Film „Autopilot Whopper“ verbunden mit einer Promotion gestartet. Ob Tesla-Modelle tatsächlich so große Whopper-Fans sind, wie hier suggeriert, ist allerdings ziemlich zweifelhaft.
Das Video im  Zentrum dieser Kampagne zeigt eine angeblich reale Situation bei einem an der Straße gelegenen Burger-King-Restaurant. Der Autopilot des Tesla-Modells erfasst das Burger-King-Logo, verwechselt es mit einem Stop-Schild und drückt auf die Bremse.


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Burger King leitet daraus die humorvolle Schlussfolgerung ab, dass intelligente Autos smart genug seien, um für einen Whopper zu bremsen, und ruft das Publikum des Videos zum Selbsttest auf. Wer zu einem Burger King fährt, dort ein Foto seiner Autodisplays schießt und sie mit dem Hashtag #freewhopper oder #autopilotwhopper veröffentlicht, erhält anschließend einen Coupon für einen kostenlosen Whopper.

Ob tatsächlich auch viele Smartcar-Besitzer dieses Phänomen selbst erleben werden, ist eher zweifelhaft. Eine Online-Suche ergibt derzeit keine Berichte im englischsprachigen Raum, die dieses Phänomen bestätigen würden. Dagegen gibt es mehrere Berichte darüber, dass die KI des Tesla-Autopilots regelmäßig Schwierigkeiten hat, Straßenschilder und speziell Stop-Schilder zuverlässig zu erkennen.


Burger King hatte schon 2018 die Künstliche Intelligenz zum Thema einer Kampagne gemacht. Damals hatte die Burger-King-Agentur David Miami surrealistische Werbetexte veröffentlicht, die angeblich von einer KI geschrieben waren. Erst im Nachhinein räumte das Unternehmen ein, dass die Texte von Kreativen der Agentur geschrieben worden waren.  Auch in diesem Fall haben sich die beteiligten Agenturen Mullen Lowe und Publicis Latvia wohl von der allgemeinen Kritik an der Tesla-KI zu dieser fiktiven Geschichte inspirieren lassen. Dazu passt, dass der Kreativdirekto von Publicis Latvia Andrej Tyukavkin ist, der sich – ebenfalls in Kooperation mit Mullen Lowe – mit Deepfake-Videos berühmter Werbepersönlichkeiten für größere Aufgaben in der Werbebranche empfohlen hatte.

Aus Sicht von Burger King ist es auch unerheblich, ob der gezeigte Programmdefekt real existiert. Denn das Video bedient trotz seines Slogans eine in der Gesellschaft vorhandene Erwartungshaltung, dass die angeblich so überlegenen Algorithmen im Alltag oft an sehr primitiven Kleinigkeiten scheitern. Für die Teilnahme an der Promotion ist es auch wohlgemerkt völlig ausreichend, mit seinem Auto zu einem Restaurant zu fahren. Eine Wiederholung des im Video gezeigten Phänomens wird gar nicht erwartet.

Und spätestens dann hätte die Kampagne im Sinne des Marketings funktioniert. Sie hat dann nicht nur zusätzliche Earned Media in den sozialen Netzwerken generiert, sondern auch einen Fastfood-Fan konkret zu einem Burger-King-Restaurant gebracht, wo er wahrscheinlich nicht nur seinen kostenlosen Whopper mitnehmen wird. cam
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