Taktgeber und Visionäre

35 Top-Entscheider aus Werbung, Marketing und Medien

 Martin Wezowski ist Chief Designer und "Futurist" von SAP
© SAP
Martin Wezowski ist Chief Designer und "Futurist" von SAP
Mut, Kreativität, Ausdauer und Charakter entscheiden, welche Führungskräfte die richtige Balance zwischen Vision und Vernunft finden, um dies in erfolgreiche Strategien und Projekte zu gießen. HORIZONT stellt 35 Entscheider aus der Branche vor, denen das gelungen ist. 

1.

Peter Figge 

Als der heutige Alleinvorstand 2010 bei Jung von Matt an die Spitze trat, war die Skepsis groß: Ein BWLer mit digitalen Wurzeln soll Deutschlands kreativste Agentur führen? Geht nicht, unkten viele. Heute sind sie still: JvM ist weiter kreativ spitze und kann Digital (anders als mancher Konkurrent). Diesen Spagat weiter zu meistern, bleibt die größte Herausforderung für Figge.


2.

Tina Beuchler 

© Mara Monetti
Die Digital-Chefin von Nestlé und Vorstandsvorsitzende der Organisation Werbungtreibende im Markenverband ist die Zukunft in Person. Nicht nur trimmt sie einen Konsumgüterriesen auf allen Ebenen auf morgen, sie lebt es vor. Ihr Schreibtisch: steht im Großraumbüro. Dort ist sie: "Tina", nicht "Frau Beuchler". Ihre Haltung: nicht "ich", sondern "wir" (siehe OWM). Eins ihrer persönlichen Themen: Achtsamkeit. Auch hier ist sie vielen gestressten Kollegen voraus. 

3.

Florian Haller 

© Serviceplan
Top-Talente bindet man mit früher Verantwortung. Als neue Erkenntnis der Ära der Digitalisierung gefeiert, kann Serviceplan-Inhaber und -Chef Florian Haller darüber nur entspannt lächeln: In seinem Unternehmen ist das in Form eines Partnermodells seit mehr als 20 Jahren umgesetzt. 37 Standorte und mehr als 4000 Mitarbeiter zeigen, wie gut das Konzept aufgeht. Jetzt ist die Masse der Top-Talente, die Haller braucht, sicher die größte Herausforderung. 


4.

Ralf Kleber 

© Amazon
Seit Ralf Kleber 1999 bei Amazon angefangen hat, hinterfragt der Deutschland-Chef Bewährtes, bricht mit Regeln und wagt Neues. Innovationen, so sein Mantra, sind dazu da, das Einkaufen für die Menschen einfacher, bequemer und schneller zu machen. Das will Kleber in Zukunft auch in den stationären Handel übersetzen, den das weniger freuen dürfte. 

5.

Britta Seeger

© Mercedes-Benz
Ihr Job und die Produkte, für die ihr Arbeitgeber steht, haben eins gemein: Beide sollen Spaß machen. Keine leichte Aufgabe für Daimler-Vorständin Britta Seeger. In Zeiten von Dieselskandal und Abgesang auf Verbrennungsmotoren soll sie die Marke Mercedes-Benz in die Zukunft führen und neue Kunden gewinnen. Das Zeug dafür hat sie, das Vertrauen von CEO Dieter Zetsche auch. 

DAS GEHEIMNIS UM DIE 35
HORIZONT wird 35. Dieses beinahe runde Jubiläum feiern wir mit einer 168-seitigen Partyausgabe voller interessanter Leute, Rankings und Erinnerungen. Alles dreht sich dabei um die "magische" Zahl 35. Lesen Sie die komplette Ausgabe auf Ihrem Tablet oder Smartphone (Android und iOS). HORIZONT-Abonnenten können die E-Paper-Ausgaben kostenlos auch auf Ihrem PC/Mac abrufen. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

6.

Simone Ashoff

Simone Ashoof
© Good School
Simone Ashoof
Lange hat Simone Ashoff selbst bei Agenturen gearbeitet, unter anderem bei Kabel New Media, Jung von Matt/Next und Interone. Was sie bei den Digitalagenturen gelernt und bei anderen Dienstleistern beobachtet hat, mündet 2009 in die Gründung der Good School, einem Weiterbildungsanbieter "für neue Medien und innovatives Marketing", der sich an das Management in Agenturen und Marketing richtet. Der Bedarf ist da, das Konzept geht auf – bis heute. 

7.

Michael Conrad

© Piaf
Kreative müssen keine Egomanen mit Gefühlsschwankungen sein, unter denen die Mitarbeiter zu leiden haben. Kreativität und Führungskompetenz schließen sich nicht aus. Das zeigt Michael Conrad erst mit dem Aufbau des Agenturnetzwerks Michael Conrad & Leo Burnett und danach bis heute mit der von ihm gegründeten Berlin School of Creative Leadership. Auch das ein internationaler Erfolg. 

8.

Tina Müller 

© Philippe Ramakers
Vom CMO zum Vorstand schaffen es wenige, ganz besonders Frauen. Tina Müller hat es mit dem Wechsel von Opel zu Douglas geschafft. Bei ihrem neuen Arbeitgeber ist mehr als Marketing gefragt: Die CEO soll Douglas weiter auf Wachstumskurs trimmen und die Digitalisierung voranbringen. Erste Maßnahmen wie die digitale Aufrüstung der Filialen sind beschlossen. Genau wie ein neues Douglas-Logo müssen sie ab Herbst ihre Praxistauglichkeit beweisen. 

9.

Steffen Klusmann

Er soll es nun richten: Steffen Klusmann soll den Spiegel in die digitale Zukunft führen und dabei die bislang getrennten Redaktionen des gedruckten Nachrichtenmagazins und von Spiegel Online zusammenführen. Der bisherige Chef des Manager Magazins wird dabei als Vorsitzender eines dreiköpfigen Teams fungieren: Neben dem 52-jährigen Klusmann werden Spiegel-Online-Chefredakteurin Barbara Hans und der aktuell in Paris tätige Spiegel-Reporter Ullrich Fichtner dem Gremium angehören. Klusmann gilt als ausgesprochener Teamplayer - gute Voraussetzungen für den neuen Job. 

10.

Marc Opelt

© Otto
Eines der weniger deutschen Traditionsunternehmen, das die digitale Transformation bewältigt hat, ist Otto. Als letztes Zeichen des Wandels vom Katalogversender zum reinen Onlinehändler hat Otto-Chef Marc Opelt den Hauptkatalog eingestellt. Das Beispiel ist zugleich ein Signal, dass man Digitalisierung auch hier kann. 

11.

Philipp Justus

Philipp Justus
© Getty Images / Alexander Hassenstein
Philipp Justus
Philipp Justus
 hat erreicht, was die meisten Top-Talente weltweit wollen: Er arbeitet bei Google. Als Deutschland-Chef hat er aber einen der schwersten Jobs: Denn die Deutschen nutzen die Dienste der Suchmaschine zwar gern, haben sie aber nicht gern. Sie haben Angst vor dem Missbrauch ihrer Daten. Deren Schutz wird wohl nirgends ähnlich großgeschrieben wie hierzulande. Eine heikle Aufgabe. 

12.

Anja Reschke

© NDR/Dirk Uhlenbrock
TV, Social Media, Online – Anja Reschke, die NDR-Journalistin und Nachrichtenchefin Innenpolitik, ist auf vielen Plattformen aktiv. Dort betont sie unermüdlich, wie wichtig und wertvoll demokratische Werte sind – und wo sie missachtet werden. Reschke nimmt dafür viel in Kauf, die Hetze verfolgt sie auch auf vielen Plattformen. Ihr Mut ist deshalb umso wichtiger, nicht nur für die Medien. 

13.

Kasper Rorsted 

© Adidas
Dass der CEO eines Markenartiklers weniger Kommerz und mehr Gefühl fordert, verblüfft. Kommt der Satz von Adidas-Chef Kasper Rorsted zur Fußball-WM, schwächt sich das Gefühl ab. Denn er hat schon bei Henkel gezeigt, dass er verkaufen kann. So verblüfft weniger, dass Rorsted nüchtern entscheidet, in Zukunft auf Werbung im TV zu verzichten. Emotionale Spots gibt’s dann online, genau wie die Waren von Adidas. 

14.

Carsten Schmidt

 
© Sky
Anfang Mai hat Sky-Chef Carsten Schmidt mit dem Start des Dienstes Sky Q eine entscheidende Phase für den Pay-TV-Sender und damit das Bezahlfernsehen in Deutschland eingeläutet. Der Schwenk zu einer Strategie, die nicht möglichst viele Abonnenten überzeugen, sondern möglichst viel Erlös pro Kunde erzielen soll, ist langfristig gedacht – und entscheidet über die hiesige Zukunft von Pay-TV. 

15.

Dörte Spengler-Ahrens

Dass Jung von Matt in Cannes "Independant Agency of the Year" wird, liegt nicht nur, aber maßgeblich an Dörte Spengler-Ahrens: Die Top-Kreative und ADC-Vorständin arbeitet als Partnerin der JvM-Gruppe und Chefin der eigenen Agentur JvM/Saga. Dass sie dabei so wenig eitel ist, macht sie noch mehr zum Vorbild. 

16.

Jan Thomas

© Foto: Jan Thomas
Die USA haben das Silicon Valley, Israel Tel Aviv und Deutschland Berlin. Jan Thomas, der Mann hinter NKF Medien und damit den Magazinen wie Berlin Valley und The Hundert, ist maßgeblich verantwortlich für das öffentliche Bild der deutschen Start-up-Szene, vor allem deren Epizentrum Berlin – und dank seiner Auftritte auch für deren Vernetzung mit traditionellen Unternehmen. 

17.

Martin Wezowski

 
 Martin Wezowski ist Chief Designer und "Futurist" von SAP
© SAP
Martin Wezowski ist Chief Designer und "Futurist" von SAP
Als Chief Designer und Futurist für das Chief Innovation Office von SAP entwickelt Martin Wezowski Strategien und Produkte, um herauszufinden, was für SAP und die Zukunft der Arbeitswelt ansteht. Den allgemeinen Part dieser Fragen müssen alle Unternehmen beantworten. Sein Auftritt bei der Dmexco dürfte also ausgebucht sein. 

18.

Tim Alexander

CMO Tim Alexander richtet das Marketing im Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank neu aus
© Deutsche Bank
CMO Tim Alexander richtet das Marketing im Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank neu aus
Wer sein Büro betritt, ahnt es, wer Tim Alexander trifft, weiß es: Der CMO des Privat- und Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank ist anders. Nichts vom Klischee eines Bankers. Alexander kommt locker rüber, lacht viel, hat dafür nichts von einem eitlen Snob. Geht es um seine Aufgabe, ist er dann doch ganz straight: Seinen Arbeitgeber will er wieder in die Erfolgsspur bringen. Dass das nur anders als bisher funktionieren kann, haben die klassischen Banker offenbar verstanden. 

19.

Sascha Lobo 

Sascha Lobo im Video-Interview mit turi2.tv und HORIZONT Online
© turi2 / HORIZONT
Sascha Lobo im Video-Interview mit turi2.tv und HORIZONT Online
Seinen roten Iro bräuchte Sascha Lobo sicherlich nicht mehr. Der Blogger und Autor, heute würde man ihn wohl eher Influencer nennen, hat es vom Blog in den Mainstream, namentlich Spiegel Online, geschafft. Dort ist er dank seiner Kommentare zu den Konsequenzen der Digitalisierung allerdings ähnlich wertvoll wie schon zu seinen Blogger-Anfängen. Wohl auch, weil er lange Erfahrung mit den Themen hat, die andere erst jetzt entdecken. 

20.

Steffi Czerny 

© Hubert Burda Media
Schon Mitte der 90er Jahre hat die Gründerin der DLD Konferenzen erkannt, wie wichtig die Digitalwirtschaft und Netzwerke sind. Beides hat Stephanie Czerny für Hubert Burda im "DLD" gebündelt, bei dem nicht die Nabelschau einer Branche stattfindet, sondern führende Menschen aus Wirtschaft und Politik mit inspirierenden Newcomern und Trendsettern zusammenkommen, um gemeinsam über den Tellerrand zu schauen. 

 

21.

Mathias Döpfner

© Max Threlfall
Das beste Ergebnis der Geschichte von Axel Springer gibt Vorstandschef Mathias Döpfner recht: Früh formuliert er eine Strategie, um das einstige Printmedienhaus digital zu wandeln. Das gelingt: Die Abhängigkeit von Print gehöre der Vergangenheit an, "wir sind so digital wie nie zuvor", sagt Döpfner im März. Jetzt geht es um "aggressives digitales Wachstum". Mal sehen, was das für die Kritiker von einst heißt – sofern es sie noch gibt. 

 

22.

Jo Marie Farwick

© Jo Marie Farwick
Die Gründerin und Chefin von Überground zeigt, dass "Agentur" auch anders geht: kleines Team, großes Netzwerk und gute Ideen statt fester Mannschaft oder Riesennetzwerk. So macht Farwick Werbung, auch große Kampagnen. Dass ein Grund für den Schritt zur Gründung auch das eitle Gehabe einiger Branchenkollegen war, münzt sie um in ihr Engagement für gleichberechtigtes Arbeiten von Frauen, Männern, Müttern, Vätern und allen, die mit ihrem Team in diesem Sinn zusammenarbeiten wollen. 

 

23.

Guido Heffels 

© Björn-Arne Eisermann
Kreation und Business – Guido Heffels kann und verknüpft beides in den Arbeiten für Auftraggeber wie Vorzeigeprojekt Hornbach. Mit seinem Team bei Heimat zeigt der Gründer und Kreativchef der Agentur, dass es möglich ist, eine Idee für Werbung vom Youtube-Spot über Plakate und Online bis zum Aufsteller am PoS unterhaltsam und verkaufsfördernd umzusetzen, ohne dass sie unterwegs an Kraft verliert und trotz Reizüberflutung Aufmerksamkeit schafft. 

 

24.

Miriam Meckel 

© Wirtschatfswoche
Seit Frühjahr 2017 ist Miriam Meckel Herausgeberin der Wirtschaftswoche und noch viel mehr: Sie schreibt, moderiert, diskutiert, lehrt und publiziert. Bei all dem denkt sie offenbar mehr nach als viele andere, die an öffentlichen Debatten beteiligt sind. Wohl deshalb besetzt Meckel die wichtigen Themen und stellt die richtigen Fragen. 

 

25.

Thomas Rabe 

"Wichtiger Schitt für Bertelsmann": CEO Thomas Rabe
© Foto: Bertelsmann
"Wichtiger Schitt für Bertelsmann": CEO Thomas Rabe
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe betritt heute statt im Anzug schon mal in Jeans und T-Shirt die Bühne – auf jeden Fall ohne Schlips. Ein vielsagendes Bild, steht es doch für Kulturwandel und Strategie des Medienkonzerns zugleich. Bei beidem gibt die Digitalisierung Rabe den Takt vor, nach dem er bislang erfolgreich sein Dickschiff steuert. 

 

26.

Matthias Schrader 

© Sinner Schrader
Der Sinner-Schrader-Gründer ist seit den ersten Tagen der vor fast 20 Jahren implodierten New Economy dabei. Matthias Schrader hat mit seiner Digitalagentur mehr als überlebt, er hat sie in die Zukunft geführt: Die ist nun an Accenture gebunden, den Beratungsgiganten, der die Mehrheit an Sinner Schrader gekauft hat. Ob das ein weiterer visionärer Schritt in die Zukunft ist, ist offen. Die Geschichte von Sinner Schrader lässt es aber vermuten. 

 

27.

Anke Schäferkordt 

© Mediengruppe RTL Deutschland
Schäferkordt ist eine der wichtigsten Medienmanagerinnen der Republik. Als CEO der Mediengruppe RTL Deutschland ist sie auch Teil des Bertelsmann-Vorstands. Seit mehr als 25 Jahren ist Anke Schäferkordt beim Privatfernsehen, das sie entscheidend geprägt hat. Ihr Unternehmen hat sie bislang erfolgreich durch den digitalen Wandel geführt, neue Eigenproduktionen sollen es im Wettbewerb mit Streaming- und Online-Angeboten konkurrenzfähig halten. Auch das könnte eine ihrer guten Ideen sein. 

 

28.

Philipp Westermeyer 

© Online Marketing Rockstars
Etablierte Konferenzveranstalter blicken verwundert oder neidisch auf den Erfolg der Online Marketing Rockstars, die Gründer Philipp Westermeyer binnen wenigen Jahren zu "der" angesagten Veranstaltung der im Konferenztitel festgehaltenen Branche gemacht hat: 40000 Teilnehmer waren 2018 überzeugt vom Konzept, das inhaltlich genauso viel bietet, aber eben auch deutlich mehr Spaß macht als andere Formate. 

 

29.

Joko Winterscheidt

Joko Winterscheidt
© Seven Ventures
Joko Winterscheidt
Wie sein Bruder im Geiste Klaas Heufer-Umlauf ist Joko Winterscheidt ein Tausendsassa, der vor allem für Heimatsender Pro Sieben im Einsatz ist. Dabei mehrt sich die Zahl der Formate, die er plant und auf die Straße bringt. Ob er (oder die beiden) ähnlich erfolgreich werden als Ideengeber und Produzenten wie einst Stefan Raab, ist noch offen. 

 

30.

Julia Becker

Julia Becker beim Deutschen Medienkongress
© Getty Images / Alexander Hassenstein
Julia Becker beim Deutschen Medienkongress
Die Verantwortung für ein Traditionshaus hat sie geerbt. Julia Becker muss als Aufsichtsratschefin die Zukunftsfähigkeit der Funke Mediengruppe sichern. Bei ersten offiziellen Auftritten als Verlegerin hat sie sich bestimmt, aber gelassen und modern präsentiert. Becker macht nicht den Eindruck, dass das Erbe eine Last sei. Es scheint vielmehr eine Herausforderung zu sein, die sie selbstbewusst und überlegt annimmt. 

 

31.

Neil Harbisson 

Neil Harbisson, Cyborg
© Thomas Burblies/Daimler
Neil Harbisson, Cyborg
Ist das unser aller Zukunft? Werden wir bald alle Cyborgs sein? So wie Neil Harbisson, der sich als erster anerkannter Cyborg eine Antenne in den Kopf hat implantieren lassen, damit er endlich Farben sehen beziehungsweise hören kann. Sicher nicht. Aber Wesen wie Harbisson helfen, auszuloten, was möglich ist, wie weit Menschen und Marken gehen können und vor allem wollen. Ein sehr realer Blick in die Glaskugel von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning. 

 

32.

Rainer Esser 

Rainer Esser sieht RTL als Hort des Trash
© Die Zeit
Rainer Esser sieht RTL als Hort des Trash
"Es gibt zu wenige Frauen, die Führungsaufgaben übernehmen können." Diese Entschuldigungsfloskel vieler Firmenlenker hat Rainer Esser ad absurdum geführt. Der Zeit-Geschäftsführer hat ihre Zahl binnen weniger Jahre auf mehr als 40 Prozent geschraubt. Wie gut Frauen und Männer beim Zeit-Verlag und der Wochenzeitung führen, zeigt das Geld, das sie mit ihrem Produkt verdienen. Auch da ist Esser der Konkurrenz voraus. Geht doch! 

 

33.

Dunja Hayali 

© ZDF/Marcus Höhn
Die ZDF-Journalistin ist mutig und reizt viele Menschen. Dabei reicht es den Hatern und Trollen, dass Dunja Hayali existiert. Denn sie stören sich an allem, was sie ausmacht: Meinung, Arbeit, Rückgrat, Familie und Privatleben. Medienprofis, die die Fassung nach der Lektüre der Beschimpfungen, die Hayali vor allem in Social Media überlegt kontert, wiedergewinnen, sehen ein bitteres Beispiel für die negativen Folgen der Digitalisierung. 

 

34.

Volker Herres 

ARD-Programmdirektor Herres über den „Tatort“ als Kultformat.
© ARD
ARD-Programmdirektor Herres über den „Tatort“ als Kultformat.
Anteil am Erfolg der Seriensensation "Babylon Berlin" haben viele, entscheidend aber sicher ARD-Programmdirektor Volker Herres: Als Öffentlich-Rechtlicher mit dem Bezahlsender Sky diese neue Form von Public-Private-Partnership zu basteln, war gewagt. Kritiken, Sky-Quote und internationaler Vertrieb belegen den Erfolg. Offen: die Resonanz der ARD-Zuschauer ab September. Und die Frage nach mehr! 

 

35.

Katarzyna Mol-Wolf 

Gesellschafterin Katarzyna Mol-Wolf wird zusätzlich Chefredakteurin
© Foto: Marcelo Hernandez
Gesellschafterin Katarzyna Mol-Wolf wird zusätzlich Chefredakteurin
Die Verlegerin Katarzyna Mol-Wolf ist ein Gegenentwurf zur Entwicklung im Verlagsgeschäft: Mit ihrem "Inspiring Network" (Emotion, Hohe Luft, Slow), übernimmt sie auch Vermarktungsmandate, etwa für Cicero und Monopol. Die setzen auf die Unabhängigkeit von Mol-Wolf statt auf große Allianzen. Der Umgang der "Großen" mit kleinen Titeln mit spitzer Zielgruppe war der Grund, warum Mol-Wolf sich 2009 für die Selbstständigkeit entschieden hat. Bislang ein Erfolg. 
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