Tabakriesen

Marlboro-Erfinder Philip Morris und Altria verhandeln über Fusion

Tun sich die Marlboro-Macher wieder zusammen?
© Hans Braxmeier auf Pixabay
Tun sich die Marlboro-Macher wieder zusammen?
Die große Ära der Tabak-Industrie ist vorbei, Anti-Rauch-Kampagnen und Rechtskonflikte haben der Branche zugesetzt. Nun loten zwei der Schwergewichte im Markt eine Fusion aus. Kommt es zur Wiedervereinigung der Marlboro-Macher Philip Morris und Altria?

In der Tabakindustrie bahnt sich ein Mega-Deal an: Die Branchengiganten Philip Morris International und Altria könnten die Kräfte bündeln. Die Unternehmen haben inzwischen Verhandlungen über eine Fusion per Aktientausch bestätigt. Nach mehr als zehnjähriger Trennung würde es damit zur Wiedervereinigung der Konzerne hinter der weltberühmten Zigarettenmarke Marlboro kommen.



Noch ist ein Deal keine ausgemachte Sache. "Es gibt keine Gewissheit, dass die Gespräche zu einer Einigung oder einer Transaktion führen", betonten Philip Morris und Altria in ihren Mitteilungen. Einem möglichen Zusammenschluss müssten zudem noch die Verwaltungsräte sowie Aktionäre und Aufsichtsbehörden zustimmen. Gemeinsam brächten es die Konzerne auf einen Börsenwert von über 200 Milliarden Dollar.

Die vor allem für die weltweit meistverkaufte Zigarettenmarke Marlboro bekannten Unternehmen gehörten bereits bis 2008 zusammen. Dann wurde Philip Morris unter Aktionärsdruck abgespalten, um die wachstumsstärkeren internationalen Geschäfte zu führen. Altria konzentrierte sich fortan auf den US-Markt. Spekulationen über eine Wiedervereinigung gibt es unter Analysten aber schon lange.


Denn die Branche muss sich neu orientieren: Teuren Rechtskonflikten wegen angeblicher Verschleierung der Risiken des Rauchens folgten strengere staatliche Vorschriften und Werbeverbote in vielen Ländern. Obwohl die Anzahl der Raucher in weiten Teilen der Welt sinkt, laufen die Geschäfte dank Preiserhöhungen zwar weiter relativ rund. Doch fest steht: Als Wachstumsbringer haben klassische Glimmstängel ausgedient.

Die Branche steckt deshalb schon länger viel Geld in vermutlich gesündere Alternativen wie Dampf- und E-Zigaretten. Philip Morris und Altria sind hier ganz vorne mit dabei, sie haben mit milliardenschweren Investitionen auf IQOS und Juul gesetzt - zwei der der derzeit beliebtesten Ausweichprodukte. Branchenexpertin Bonnie Herzog von der US-Bank Wells Fargo hatte die Unternehmen deshalb bereits in einer Studie vom Montag als ideale Partner beschrieben. Altria ist zudem in großem Stil am Cannabis-Riesen Chronos beteiligt.

Ein Zusammenschluss hätte gewaltige Dimensionen: Philip Morris hatte zuletzt einen Börsenwert von rund 121 Milliarden Dollar, Altria brachte es auf gut 97 Milliarden. An der Börse sorgte die Nachricht für starke Kursbewegungen: Während die Aktien von Philip Morris mit Verlusten reagierten und zuletzt mit knapp fünf Prozent im Minus notierten, legten die Papiere von Altria zeitweise um mehr als zehn Prozent zu. Die Unternehmen wollten sich zunächst nicht dazu äußern, wer bei einer Fusion die Mehrheit übernehmen würde.

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