Tabak

Deutsche wollen Werbeverbot auch für E-Zigaretten und Tabakerhitzer

   Artikel anhören
Soll Werbung für Tabakerhitzer wie IQOS verboten werden? Eine Mehrheit findet das schon.
© Лечение Наркомании auf Pixabay
Soll Werbung für Tabakerhitzer wie IQOS verboten werden? Eine Mehrheit findet das schon.
In keinem Land der EU können Tabakkonzerne noch so umfassend werben wie in Deutschland. Im Herbst soll im Bundestag erneut über eine Ausdehnung des Werbeverbots debattiert werden. Sollte das Vorhaben diesmal abgesegnet werden, dann hätte das politische Berlin wohl die Bevölkerung mehrheitlich hinter sich. Eine aktuelle Studie der Uni Düsseldorf zeigt, dass die Deutschen nicht nur Werbung für herkömmliche Zigaretten mehrheitlich ablehnen. Auch Werbung für E-Zigaretten und Tabakerhitzer steht auf der Abschussliste.
Dass die Tabakindustrie hierzulande bislang mit Samthandschuhen angefasst wurde, ist kein Geheimnis. Deutschland ist nicht nur das einzige Land in der Europäischen Union, in dem Tabakaußenwerbung noch uneingeschränkt erlaubt ist. Auch Kinowerbung nach 18 Uhr sowie Imagewerbung und das Sponsoring von Events sind unter bestimmten Bedingungen nach wie vor möglich.

Dass die Deutschen dafür wenig Verständnis haben, ist bekannt. Bereits im Frühjahr ging aus einer Umfrage des Marktforschers Forsa hervor, dass 69 Prozent der Bundesbürger ein vollständiges Tabakwerbeverbot befürworten. Wenig Informationen gab es bislang dazu, ob sich die Deutschen auch an Werbung für alternative Produkte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer stören. Genau das hat nun die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf untersucht. 

Die Ergebnisse der repräsentativen Studie, für die im Juni und Juli rund 2000 Verbraucher befragt wurden, sind eindeutig. 
Mehr als die lfte, nämlich 57 Prozent, der deutschen Konsumenten befürwortet ein vollständiges Werbeverbot für E-Zigaretten und Tabakerhitzer. Nur 11 Prozent der Befragten sprechen sich gegen ein solches Verbot aus. 30 Prozent konnten sich keine abschließende Meinung bilden, zwei Prozent machten dazu keine Angabe. 

Zustimmung für Werbeverbot für E-Zigaretten und Tabakerhitzer

Quelle:
Bemerkenswert: Selbst von den aktuellen Rauchern ist fast jeder Zweite, nämlich 46 Prozent, für das Verbot. Bei Ex-Rauchern (65 Prozent) und Verbrauchern, die nie rauchen (63 Prozent), ist der Anteil freilich noch deutlich höher. 

Für die Tabakindustrie wäre eine Verschärfung des Werbeverbots oder ein totales Werbeverbot ein schwerer Schlag. So hat etwa der E-Zigaretten-Riese Juul hierzulande im Sommer eine große Kampagne gestartet. Auch Philip Morris macht vor allem auf Außenwerbeflächen massiv auf seinen Tabakerhitzer Iqos aufmerksam. Zudem hat der Konzern wie berichtet kürzlich eine große Imagekampagne gestartet. Der Auftritt mit dem Slogan "Unsmoke" fordert Verbraucher dazu auf, mit dem Rauchen aufzuhören oder, falls sie es nicht schaffen, "zu wechseln". Der Zielgruppe dürfte klar sein, dass Philip Morris damit seinen Tabakerhitzer empfiehlt. mas
stats