Dude Perfect

Wie Produzenten und ihre Werbekunden die "Generation Z" erreichen

Dude Perfect zählt auf Youtube rund 40 Millionen Abonnenten
© Screenshot Youtube
Dude Perfect zählt auf Youtube rund 40 Millionen Abonnenten
"Dude Perfect" ist Bro-Slang und neidlose Anerkennung für eine artistische Leistung - zum Beispiel einen Basketballkorb aus einem fahrenden Gabelstapler zu treffen. Um ihre besten Trickshots auch ihren Freunden zu zeigen, begannen fünf Highschool- und College-Bros ihre Videos bei YouTube hochzuladen: Coby und Cory Cotton, Garrett Hilbert, Cody Jones und Tyler Toney, die im Basketball-Team der Texas A&M University spielten und auch sonst jede freie Minute auf dem Court verbrachten.

Auf die Basketballeinlagen folgten verrückte Stunts auch in anderen echten und ausgedachten Sportarten und auch längere Videos. Das Publikum wuchs rasant über den Freundeskreis hinaus und die Cotton-Brüder und Co. machten ihre Leidenschaft zum Business. Heute ist ihre hauptberuflich betriebene Entertainment-Marke "Dude Perfect" mit rund 40 Millionen Abonnenten der reichweitenstärkste US-Kanal bei YouTube. Weitere 30 Millionen Follower hat die Marke bei Instagram, Twitter und auf weiteren Social Media Plattformen. Die Hälfte der Fans stammt von außerhalb der USA.



„Nur weil unsere Nutzer jung sind, heißt das nicht, dass sie keine Qualität schätzen.“
Jeff Toney, Chief Business Officer von Dude Perfect
Bei der South by Southwest Digitalkonferenz in Austin enthüllten die Macher von "Dude Perfect" und weiterer junger Sportmarken, wie man die sogannte "Gen Z" erreicht. Die Generation der 1997 oder später Geborenen hat die Macht das Sportbusiness völlig umzukrempeln. Die Youngsters haben eine globale jährliche Kaufkraft von 145 Milliarden Dollar und sie schauen täglich dreieinhalb Stunden lang Videos, die meisten davon auf ihren Smartphones. "Ohne eine hohe Videoqualität und ohne Leidenschaft für das Produkt geht gar nichts", betonte Jeff Toney, Chief Business Officer von Dude Perfect, dessen Sohn Tyler zu den Gründern gehört. "Nur weil unsere Nutzer jung sind, heißt das nicht, dass sie keine Qualität schätzen", so Toney.

Für John West, Gründer und CEO von Whistle, eine globale Sportmarke rund um ungescriptete nutzergenerierte Inhalte, ist der unmittelbare Dialog in den sozialen Medien der zentrale Erfolgsaspekt für alle jungen Sportmarken. "Wenn meine drei Gen-Z Kids vor unsere Garage Körbe schießen, dann landen die Videos sofort bei YouTube und Snapchat, ihre Freunde kommentieren und dann wird editiert." Die Definition von Sport, ist für die Gen Z das eigene kreative Erleben ebenso wie das, was in den Profiligen passiert. Während die heute 40 bis 55-jährige Generation X noch auf Sportkommentare und Pressekonferenzen im Fernsehen angewiesen war, um außerhalb von Live-Begegnungen einige wenige mittelbare Kontakte zu ihren Superstars zu bekommen, erwartet die Gen Z Social-Media-Chats und "Making of"-Einblicke mit Stars wie LeBron James (NBA) oder Russell Wilson (NFL).


Ed Romaine von Bleacher Report
© Ulrike Langer
Ed Romaine von Bleacher Report
Authentisch müssen laut Toney auch die Werbekonzepte sein. "Am besten funktionieren Partnerschaften mit unseren Werbekunden, wenn diese wissen, was sie wollen und eine gute Geschichte erzählen können, die genau zu unserer Marke passt." Was nicht funktioniere: Das Produkt zu offensiv in die Kamera halten oder fürs TV produzierte 30-Sekünder ins Web drücken. Auf kreative, jeweils kanalspezifische Werbung setzt auch Bleacher Report (BR), ein digitales Sportmagazin, das mittlerweile zum Turner Broadcasting Konzern gehört. Unterstützt von Turner Network Television (TNT) kreiert Bleacher Report gemeinsam mit dem aus NBA ausscheidenden Basketball-Star Dwyane Wade die "D. Wade World Tour" T-Shirt Collection. Die Shirts verkauften sich laut Chief Brand Officer Ed Romaine allein in den ersten 24 Stunden nach dem Launch mehr als 10.000 Mal.

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