Studie von Odgers Berndtson

Führungskräfte misstrauen eigener Unternehmensführung

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Marco Henry Neumueller von Odgers Berndtson findet die Ergebnisse alarmierend
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Marco Henry Neumueller von Odgers Berndtson findet die Ergebnisse alarmierend
Weltweit sind nur 15 Prozent der Führungskräfte zuversichtlich, dass die Geschäftsführung ihres Unternehmens in Zukunft erfolgreich sein wird. Das ist ein Ergebnis des "Leaders Confidence Index", den die international agierende Personalberatung Odgers Berndtson vorgelegt hat. Demnach bezweifelt die große Mehrheit der Führungskräfte, dass die Männer und Frauen an der Spitze ihrer Arbeitgeber Disruptionen durch neue Technologien, demografische Veränderungen, Klimawandel oder unerwartete Ereignisse wie Pandemien positiv managen und bewältigen können.
Für die Studie wurden die Angaben von weltweit 2000 Führungskräften, Managern und Vorstandsmitgliedern von Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 Millionen und 5 Milliarden US-Dollar ausgewertet. Die Untersuchung wurde gemeinsam mit Harvard Business Review Analytics Services durchgeführt. Nur 16 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Meinung, dass ihre Unternehmensspitze Disruptionen bislang gut bewältigt hat. Lediglich 15 Prozent glauben, dass das künftig gelingen wird. 61 Prozent sind in diesem Punkt eher spektisch, knapp ein Viertel ist sogar sehr besorgt. Die Vertrauenswerte für die untersuchten Regionen sind weltweit auf einem ähnlich niedrigen Niveau.

"Die Ergebnisse sind alarmierend. Mit 85 Prozent der Führungskräfte, die Zweifel an der Innovations- und Zukunftsfähigkeit ihres Arbeitgebers haben, zeigt die Studie eine globale Vertrauenskrise auf", sagt Marco Henry Neumueller, Associate Partner von Odgers Berndtson. Das schlechte Zeugnis, dass dem Top-Management ausgestellt wird, ist auch deshalb brisant, weil 88 Prozent der befragten Führungskräfte erwarten, dass die Anzahl von disruptiven Herausforderungen in den kommenden fünf Jahren deutlich zunehmen wird.

Weltweit glauben nur 14 bis 17 Prozent der leitenden Mitarbeiter, dass ihre Unternehmensführung in Zukunft erfolgreich sein wird. In Nordamerika fällt das Misstrauen gegenüber dem C-Level am höchsten aus. Eine große Lücke klafft zwischen der Bedeutung des Top-Managements und dem ihm entgegengebrachten Vertrauen. So sind 85 Prozent der Befragten der Meinung, dass dem CEO die wichtigste Rolle bei der Bewältigung von Disruptionen zukommt. Allerdings zweifeln 40 Prozent daran, dass der derzeitige Chef die damit verbundenen Herausforderungen in den kommenden fünf Jahren auch erfolgreich managen wird. mam
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