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Im Jahr 2030 könnte der Onlineanteil von Lebensmitteln laut Accenture 10-15 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen.
IMAGO / Westend61
Studie von Accenture und GfK

E-Grocery soll bis 2030 auf einen Marktanteil von bis zu 15 Prozent wachsen

Im Jahr 2030 könnte der Onlineanteil von Lebensmitteln laut Accenture 10-15 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen.
Das Einkaufsverhalten hat sich in den vergangenen Jahren durch pandemiebedingte Einschränkungen massiv verändert. Immer mehr Menschen bestellen ihre Lebensmittel bereits online. Im Jahr 2030 könnte der Onlineanteil von Lebensmitteleinkäufen sogar 10 bis 15 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen, so die Prognose der Unternehmensberatung Accenture in ihrer aktuellen Studie, die auf Daten des Marktforschungsinstituts GfK basiert. Das Unternehmen beruft sich damit auf einen Mittelwert von drei möglichen, beschriebenen Zukunfts-Szenarien.
von Margaux Adam Montag, 27. Juni 2022
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Im sogenannten "Grocery Insigts Report" haben Accenture und die GfK untersucht, wie stark der Lebensmitteleinzelhandel bis 2030 durch Onlineeinkäufe geprägt sein wird. Das Kernergebnis: E-Grocery soll bis 2030 auf einen Marktanteil von 10 bis 15 Prozent wachsen. Quick-Commerce-Start-ups wie Picnic, Getir und Gorillas tragen mitunter zu diesem Wandel bei und zielen darauf ab, die Art und Weise zu revolutionieren, wie man in Deutschland einkauft.


Mit einer satten Umsatzsteigerung von 76 Prozent von 2019 bis 2021 gilt der E-Commerce-Sektor laut GfK-Angaben als größter Profiteur der Pandemie. Der anhaltende Anstieg dieses Sektors zeigt laut Accenture, dass Kundinnen und Kunden E-Commerce-Formate angenommen und immer mehr in ihren Alltag integriert haben - und dies auch nach der Pandemie weiterhin tun werden.

Andere Formate wie zum Beispiel Selbstbedienungs-Warenhäuser haben hingegen bereits in den Vorpandemie-Jahren deutliche Marktanteile verloren. Accenture zufolge wird sich dieser Negativ-Trend in diesem Bereich auch weiterhin fortsetzen. Zum Vergleich: Der Lebensmitteleinzelhandel insgesamt ist während der Pandemie um 13 Prozent gewachsen.
© Accenture/GFK
Ganz festlegen will sich Accenture bei seinen Zukunftsprognosen für E-Grocery jedoch nicht. Das Beratungsunternehmen rechnet dabei mit einem Mittelwert von drei möglichen Szenarien für den deutschen Online-Lebensmittelhandel:

1. Ein moderates Wachstum auf 8 Prozent Marktanteil E-Grocery

Laut Accenture gehen selbst die konservativsten Marktexperten nicht davon aus, dass E-Grocery wieder auf vor-pandemische Marktanteile schrumpfen wird. Geht man von einem etwa zehnjährigen Entwicklungsrückstand zwischen den Märkten Großbritannien und Deutschland und moderaten Wachstumsraten aus, kann ein Marktanteil von 8 Prozent erwartet werden.

2. Ein beschleunigtes Wachstum von 12 Prozent Marktanteil E-Grocery

Accenture zufolge besteht seit mehreren Jahren ein sogenannter "Aufholeffekt" des deutschen E-Lebensmittelmarkts auf den in Großbritannien. Das gibt Grund zur Annahme, dass sich die deutsche Marktlücke durch ein moderates Wachstum auf 12 Prozent Marktanteil an den britischen Markt annähern könnte. Denn im Vergleich zu anderen Ländern wie Großbritannien und Frankreich verfügen nur sehr wenige deutsche Einzelhändler über ein umfassendes Onlineangebot. Dieser "niedrige Onlineanteil von Lebensmitteln" mache den deutschen Markt laut dem "Grocery Insigts Report" insbesondere für Start-ups wie Picnic oder Gorillas "angreifbar".

Zugrunde liegt diesem zweiten Szenario die Annahme, dass künftig weitere stationäre Einzelhändler in den Online-Lebensmittelhandel einsteigen und sich das Geschäftsmodell auf benachbarte Märkte ausweitet.

3. Ein starkes Wachstum von 17 Prozent Marktanteil E-Grocery

In einem dritten Szenario geht Accenture davon aus, dass ein oder mehrere neue Wettbewerber mit einem auf Omnichannel ausgerichteten Filialnetz in den deutschen Markt eintreten. Diese könnten wiederum für ein umfassenderes Online-Lebensmittelangebot, eine breitere Produktpalette und zusätzliche Services wie Abonnements sorgen. Laut Accenture könnte bereits die Eröffnung mittelgroßer Filialen in deutschen Städten ab 80.000 Einwohnern ausreichen, um einen Marktanteil von etwa 5 Prozent zusätzlich zu den 12 Prozent E-Grocery-Anteil zu erreichen.
© Accenture/GFK
Aber was heißt das für den klassischen, stationären Einzelhandel? "Der Aufstieg des E-Commerce wird massive Folgen für den klassischen Lebensmittelhandel haben. Etablierte Händler haben jetzt noch eine letzte Chance entgegenzusteuern, indem sie ihre bestehenden Geschäftsmodelle erweitern, ganzheitliche Omnichannel-Strategien umsetzen und neue Erlösquellen erschließen", erklärt Peter Rinnebach, Managing Director bei Accenture und Experte für Handelsunternehmen. "Positionieren sich Händler darüber hinaus als sozialer und nachhaltiger Akteur, haben sie eine weitere Chance sich in der Kundenansprache zu differenzieren", ergänzt Marc Knuff, Global Director Retail der GfK. mad

Über den Grocery Insigts Report
Für den Report wurden die Daten von mehr als 30.000 Haushalten aus dem GfK Consumer Panel FMCG Deutschland ausgewertet. Anhand verschiedener Faktoren wie die demografische Entwicklung, die Veränderungen im Einkaufsverhalten und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle wurden die drei Szenarien erstellt. Der Cosnumer Panel basiert wiederum auf Daten, die mithilfe von GfK-eigenen Tracking-Tools, POS-Panels und Advanced Analytics erhoben wurden und Rückschlüsse auf Kundenprofile erlauben.

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