Studie

Interesse an Fußball hat durch WM-Debakel stark nachgelassen

Das Interesse an Fußball hat laut der Studie nachgelassen
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Das Interesse an Fußball hat laut der Studie nachgelassen
Das Desaster der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2018 hat dem Interesse am Fußball generell geschadet. Das geht aus einer Studie der Universität Hohenheim hervor. So ist das Interesse an den Spielen der deutschen Nationalelf stark eingebrochen, aber auch die nationalen und internationalen Wettbewerbe lassen viele Menschen kalt. 
Die große Fußball-Euphorie in Deutschland ist nach dem frühen Ausscheiden der Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2018 verflogen. Wollte vor der WM noch fast jeder Zweite (47,3 Prozent) die Spiele der deutschen Nationalmannschaft verfolgen, war es nach der WM nur noch etwa jeder Dritte (27 Prozent). Generell haben 35,4 Prozent der Deutschen überhaupt kein Interesse mehr daran, Fußballspiele live zu verfolgen - sei es im Stadion, im Fernsehen oder über Streamingdienste. Nur rund jeder Dritte (34,4 Prozent) will auch weiterhin Bundesliga-Spiele anschauen.


Markus Voeth, Professor für Marketing & Business Development an der Universität Hohenheim, führt dies auf das schlechte Abschneiden der deutschen Elf bei der WM 2018 zurück: "Ein wesentlicher Grund für das sinkende Interesse an internationalen sowie nationalen Fußball-Wettbewerben wie der UEFA Champions League, der UEFA Europa League oder auch dem DFB-Pokal dürfte das Debakel der deutschen Herren-Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland sein. Interessant ist insbesondere zu sehen, dass sich das Abschneiden bei einer Fußball-Weltmeisterschaft auch auf das Interesse anderer Fußball-Wettbewerbe auswirkt. Das wiederum unterstreicht die Wichtigkeit und den enormen Stellenwert von Fußball-Weltmeisterschaften", so Voeth. 

Ein möglicher Grund ist nach Ansicht der Forscher der Uni Hohenheim auch die zunehmende Politisierung des Fußballgeschäfts, die bei der WM in Russland augenscheinlich war. Knapp ein Drittel der Befragten beklagen diesen Umstand. 54 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Politik und Fußball nicht zusammengehören.


Für die Studie "Der Ball rollt auch in der neuen Saison – Ein repräsentatives Stimmungsbild nach dem WM-Debakel in Russland" befragte die Universität Hohenheim im Rahmen eines Humboldt reloaded-Forschungsprojekts im November und Dezember 2018 rund 1000 Probanden per Online-Umfrage und Panel-Befragung. dh
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