Streamingdienste

"Bohemian Rhapsody" von Queen ist Streaming-King des 20. Jahrhunderts

   Artikel anhören
Grüße aus einem anderen Jahrtausend: Queen-Rekord wurde über Twitter verbreitet
© Universal Music Group
Grüße aus einem anderen Jahrtausend: Queen-Rekord wurde über Twitter verbreitet
"Bohemian Rhapsody" läuft und läuft und läuft: Nach sechs Wochen in deutschen Kinos rangiert das Bio-Pic auf Platz 4 der Kino-Charts von Media Control, die IMDB-Tochter boxofficemojo.com gibt das weltweite Einspielergebnis aus den Kinos mit 596 Millionen US-Dollar an. Und jetzt auch noch das: Der Queen-Hit ist nach Angaben zu Vivendi SA gehörenden Universal Music Group der am häufigsten auf Streamingdiensten abgespielte Titel des 20. Jahrhunderts.
Auf Spotify, Apple Music und YouTube sei der Hit aus der Pre-Streaming-Ära weltweit mehr als 1,6 Milliarden mal abgespielt worden. Damit sei er laut Universal vor "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana und "Sweet Child O' Mine" von Guns N' Roses der am häufigsten gestreamte Classic-Rock-Song aller Zeiten.


Das Ranking beziehe sich auf den gesamten Zeitraum seit Beginn des jeweiligen Streamingdienstes, sagte ein Universal-Sprecher am Dienstag. Spotify startete sein Angebot etwa im Jahr 2008, Apple Music 2015. Nicht gezählt wurden von Nutzern hochgeladene Videos auf deren privaten Konten bei YouTube, sagte der Sprecher. Die Dienste stellen dem Label regelmäßig Streaming-Zahlen zur Verfügung.

Queen hatte "Bohemian Rhapsody" 1975 auf dem Album "A Night At The Opera" veröffentlicht und, wie der Film recht eindrücklich zeigt, gegen den Widerstand des Produzenten die Auskopplung als Single durchgesetzt. Mit sechs Minuten Länge ist der Titel doppelt so lang wie ein gewöhnlicher Pop-Song. Untypisch sind auch die vielen musikalischen Wechsel von gefühlvoller Ballade zu opernhaftem Drama, Rock-Hymne und ausklingender Coda. Nicht nur Fans kennen den Text, auf vielen Partys und in Karaoke-Bars gilt der Song als Klassiker. Als Streaming-King ist der Hit von Queen auch deswegen bemerkenswert, weil die Popularität der Streamingdienste die Kompositionen von Pop- und Rocksongs verändert hat: Heute muss ein Song innerhalb von 30 Sekunden überzeugen. Wenn die bei "Bohemian Rhapsody" vorbei sind, hat Freddie Mercury gerade "I'm just a poor boy" gesungen und es war noch kein Instrument zu hören.


Der im Oktober angelaufene biografische Film mit demselben Titel, der die Geschichte von Mercury seit den Anfängen mit Queen erzählt, dürfte den Song noch bekannter gemacht haben als zuvor. Doch bis Bohemian Rhapsody die Rekordwerte von Songs aus dem 21. Jahrhundert erreicht, müssen noch einige Streamings absolviert werden: "Despacito“ von Luis Fonsi ft. Daddy Yankee kam bislang allein auf YouTube auf knapp 5,78 Milliarden Klicks!
stats