#StopHateForProfit

Auch Eon und S. Oliver stoppen Werbung auf Facebook und Instagram

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Die Eon-Zentrale in Essen
© Eon
Die Eon-Zentrale in Essen
Der Stein kommt offenbar nun auch in Deutschland ins Rollen. Nachdem sich bereits Marken wie Adidas, Puma, Henkel, Vaude und Fritz-Kola der Initiative #StopHateForProfit angeschlossen haben, will mit Eon nun ein weiterer deutscher Großkonzern Facebook den Geldhahn abdrehen. Der Essener Energieriese kündigt an, seine Werbung auf Facebook und Instagram auszusetzen. Dasselbe gilt für S. Oliver.
Zu dem Werbeboykott unter dem Motto #StopHateForProfit hatten vor gut einer Woche US-amerikanische Bürgerrechtsorganisationen aufgerufen. Deren Kalkül ist es, den Facebook-Konzern unter Druck zu setzen, damit dieser entschlossener gegen Hasskommentare, Propaganda, Spam und Fake News auf seinen Plattformen vorgeht.


Nachdem anfangs vor allem US-Konzerne und internationale Schwergewichte wie Unilever, Procter & Gamble, Diageo, Honda und Hershey dem Boykottaufruf folgten oder sich aus anderen Gründen für eine Werbepause auf Facebook entschlossen, beteiligen sich nun immer mehr deutsche Unternehmen an der Initiative.

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Während etwa Vodafone-Marketer Gregor Gründgens im Interview mit HORIZONT gestern seine Zweifel an einem solchen Boykott äußerte, reagierten Adidas und Puma besonders schnell. Jetzt springen auch Eon und S. Oliver auf den Zug auf. Der Essener Energieriese will nach eigenen Angaben nicht nur auf sämtliche Anzeigen bei Facebook und Instagram verzichten. Auch sämtliche anderen Aktivitäten, wie etwa organische Posts, werden gestrichen - und das alles bis auf Weiteres. "Wir setzen hiermit ein Zeichen gegen Hassrede, Diskriminierung und Intoleranz", begründet Eon den Schritt. Für das Unternehmen seien Respekt, Vielfalt und Toleranz wesentliche Werte. Zudem wende sich Eon "ausdrücklich und entschlossen gegen Rassismus, Hassrede und Diskriminierung". Diese klare Haltung erwarte man auch von den Partnern. "Vor diesem Hintergrund betrachten wir es als unsere Verantwortung, unser Engagement und unsere Rolle auf Facebook und Instagram zu hinterfragen", teilt der Konzern mit. 


Wird das gesparte Werbebudget nun auf andere Kanäle verteilt? Eher nicht. Grund: Laut einem Sprecher werden die Budgets in der Regel für ein Jahr verteilt. Die einzelnen Gesellschaften hätten zwar grundsätzlich die Möglichkeit, die Budgetverteilung unterjährig nochmals anzufassen. Wahrscheinlich sei dies aber nicht, so der Sprecher. 

S. Oliver beschränkt seine Werbepause dagegen erst einmal auf den Monat Juli - und begründet das damit, dass sich die bereits spürbar aufgeladene Stimmung auf Facebook in den letzten Monaten "nochmals deutlich verschärft" habe. Da die starke Präsenz von Hasskommentaren gegen verschiedene Bevölkerungsgruppen und die weite Verbreitung von Fake News der aufgeschlossenen und inklusiven Haltung des Unternehmens widerspreche, werde nun die Werbung der Marken S. Oliver und Comma ausgesetzt. mas 
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