Sportsponsoring

Deutsche Bank will Commerzbank beim Stadion von Eintracht Frankfurt auskontern

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Derzeit ist die Commerzbank Namensgeber des Stadions im Frankfurter Stadtwald
© Stadion Frankfurt Management GmbH
Derzeit ist die Commerzbank Namensgeber des Stadions im Frankfurter Stadtwald
Die Vergabe der Namensrechte für Commerzbank-Arena in Frankfurt ab der kommenden Saison stehen an. Die Deutsche Bank will der Commerzbank die Spielstätte von Eintracht Frankfurt abjagen. Verhandlungspartner ist erstmals der Verein. Eintracht Frankfurt betreibt und vermarktet den Fußballtempel in Eigenregie. Bereits beim DFB-Sponsoring haben sich beide Großbanken einen Kampf geliefert.
Das Gerücht tauchte erstmals um Weihnachten auf: Die Deutsche Bank will neuer Partner von Eintracht Frankfurt werden und das Namensrecht für das ehemalige Waldstation übernehmen. Bei der größten deutschen Bank wird dies in diesen Tagen nicht mehr bestritten. "Wir führen derzeit Gespräche mit Eintracht Frankfurt zum Ausbau unserer Geschäfts-Partnerschaft", erklärt ein Sprecher auf Anfrage. "Dabei geht es nicht nur um Sponsoring, sondern um ein umfassendes regionales Engagement mitsamt einer noch engeren geschäftlichen Kooperation. Die Gespräche dazu sind noch nicht abgeschlossen."


Gleichwohl schlägt der Finanzdienstleister Pflöcke ein. Unter anderem ist das Institut Partner für das Bezahlsystem in der Arena, das ab der Saison 2020/2021 live gehen wird. Die Deutsche Bank hatte sich in einem Pitch durchgesetzt. Die Tochter DWS gehört seit der Saison 2017/18 zu den Unterstützern des Vereins, aktuell im Rang eines Partners.

Doch bei der Commerzbank, die seit dem 1. Juli 2005 Namenspatron des Fußballtempels ist und somit eines der ältesten Namensrechte hält, gibt man sich nicht geschlagen. Es wird in Gesprächen immer auf die langjährige und erfolgreiche Partnerschaft mit dem Bundesligisten verwiesen. "Wir wollen weiter Partner der Eintracht sein", heißt es aus dem Umfeld der Bank. "Wir haben unser Interesse bekundet und ein faires Angebot vorgelegt."


Übersetzt heisst das, die Commerzbank ist bereit zu investieren, aber es gibt auch eine finanzielle Grenze für das Institut. Glaubt man Branchenexperten, dann zahlt die Commerzbank bislang jährlich eine Summe, die zwischen 3 und 4 Millionen Euro liegen soll. Gerade deshalb zeigt man sich im Umfeld verwundert, dass in Medienberichten die Vergabe an die Deutsche Bank schon als sicher gilt. "Mit uns hat bisher noch niemand gesprochen, dass es eine finale Entscheidung gegeben hat."

Ein wenig erinnert das Wettlauf der beiden Großbanken an das Jahr 2017. Damals wollte die Deutsche Bank die Commerzbank bei der Premiumpartnerschaft mit dem DFB auskontern. Am Ende setzten sich hier der gelbe Konkurrent durch, auch wenn phasenweise der blaue Banknachbar als der sichere Sieger galt. Ob das auch bei der Eintracht so sein wird, ist offen. Eine Entscheidung soll schon in den kommenden Tagen erfolgen.mir
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