Sponsoring

BMW will Audi beim FC Bayern München ins Abseits stellen

Das Audi-Logo ist derzeit (noch) omnipräsent: FC-Bayern-Stürmer Sandro Wagner
© Audi
Das Audi-Logo ist derzeit (noch) omnipräsent: FC-Bayern-Stürmer Sandro Wagner
Das Gerücht gibt es schon länger. Doch nun verdichten sich die Anzeichen, dass BMW Audi beim FC Bayern München spätestens 2025 als Automobilpartner ablösen soll. Das hatte am Wochenende Bild am Sonntag berichtet.
Es wäre ein Knaller im Sportsponsoring. BMW will Audi als Automobilpartner beim FC Bayern München ablösen. Das soll spätestens im Jahr 2025 passieren. Laut dem Bericht von Bild am Sonntag hat der deutsche Rekordmeister eine entsprechende Absichtserklärung abgegeben. Es könnte aber auch viel schneller gehen. Geht es nach dem FCB, könnte der Wechsel bereits zur Jahresmitte 2019 vollzogen werden. Dass BMW versucht, hier Druck zu machen, kommt nicht von ungefähr. Bis heute ärgert es viele Mitarbeiter, dass Audi sich vor ihrer Haustüre als Partner der Bayern hat durchsetzen können. Von den Beteiligten ist dazu bislang keine Stellungnahme zu erhalten.


Audi stellt auch die Dienstwagen der FC-Bayern-Stars
© Audi / Katrin Ebner
Audi stellt auch die Dienstwagen der FC-Bayern-Stars
Für Audi kommt der Stress mit dem FC Bayern München allerdings zur Unzeit. Die Premiummarke leidet nach wie vor unter den Folgen des Dieselskandals. Heute kommen in Wolfsburg die Aufsichtsräte von Volkswagen und Audi zusammen, um über das Schicksal von Audi-Chef Rupert Stadler zu beraten. Der Topmanager sitzt seit gut drei Monaten in Augsburg in Untersuchungshaft. Haftbeschwerden haben die Richter bislang nicht zugelassen. Um handlungsfähig zu bleiben, wird Audi seit Mitte Juni von Vertriebsvorstand Bram Schot kommissarisch geführt, der von den Mitarbeitern, so ist zu hören, sehr geschätzt wird. Pikantes Detail am Rande. Als Nachfolger von Stadler wird vor allem aber Markus Duesmann gehandel. Den ehemaligen BMW-Vorstand hatte VW im Juli abgeworben, er ist aber derzeit mit einer Wettbewerbssperre versehen. Darüber verhandeln die beiden Autohersteller gerade.

Wie stark Audi den Verlust des FCB-Engagement schmerzen würde, wird an anderer Stelle sichtbar. Bereits im Sommer soll sich VW-Konzernchef Herbert Diess für den Verbleib von Audi bei den Bayern-Bossen stark gemacht und seine Bereitschaft angedeutet haben, deutlich tiefer in die Tasche zu greifen. Für Diess spielt das Fußball-Engagement der VW-Familie in der globalen Marketingstrategie eine große Rolle. Zum Jahreswechsel wird VW bei der Nationalmannschaft den langjährigen Partner Mercedes-Benz ablösen. Bis vor wenigen Monaten galt die Beziehung zwischen Bayern und Audi als unzerbrechlich. Präsident Uli Hoeneß und den ehemaligen VW-Konzernchef Martin Winterkorn verband eine langjährige Männerfreundschaft. Die beiden haben sich bei mancher Krise gegenseitig gestützt. Doch Winterkorn hat nicht mehr das Sagen und auch sonst scheint sich das Verhältnis zwischen Club und Audobauer verändert zu haben. Hoeneß gilt nach Medienberichten als der Treiber hinter dem Deal mit BMW. Jährlich soll danach ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag in die Kassen des Clubs fließen - so die Spekulationen.


Audi selbst ist seit 2002 Sponsor des FC Bayern München und seit 2010 auch Anteilseigener des Clubs. Den Ingolstädter gehören 8,33 Prozent des Vereins. 90 Millionen Euro hat der Konzern für den Erwerb der Anteile in den Jahren 2010 und 2011 investiert. Zusätzlich soll der Verein jährlich 30 Millionen pro Jahr aus dem Sponsoringvertrag erhalten. Neben Audi sind auch Adidas und Allianz am FCB beteiligt. mir
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