Social-Kampagne mit Shitstorm-Potenzial

So provokant wirbt Bayern um junge Impflinge

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Bei den Sprüchen bleibt einem teilweise das Lachen im Hals stecken
© Visual Statements
Bei den Sprüchen bleibt einem teilweise das Lachen im Hals stecken
Bayern gehört zu den von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Bundesländern. Deswegen startet das Gesundheitsministerium in dem Freistaat nun einen Versuch, um vor allem jüngere Menschen zu erreichen, die eine Impfung bisher ablehnen oder schlicht versäumt haben. Die Motive bergen allerdings auch einiges an Shitstorm-Potenzial.
Die Social-Media-Kampagne mit dem Titel "Rein in den Arm.
Raus aus der Pandemie" läuft auf Seiten, die bei der Generation Z und den Millennials beliebt sind, darunter Vong, Wordporn und Jodel. Betrieben werden diese von der Freiburger Agentur Visual Statements, die nicht nur die Reichweite der jugendaffinen Profile bereitstellt, sondern auch für die Kreation verantwortlich zeichnet.

Unentschlossene sollen dabei mit Sprüchen erreicht werden, die eingänglich sind, hohes Share-Potenzial aufweisen - und bei denen einem das Lachen teilweise auch im Hals stecken bleibt. So lautet eine der Headlines etwa "Vorteile einer Covid-Impfung: Niemand muss herausfinden, ob noch eine Beatmungsmaschine für dich frei ist".

"Rein in den Arm. Raus aus der Pandemie": Die Motive der bayerischen Impfkampagne


Die Botschaft der Motive, die mit dem Hashtag #bayerngemeinsam auf Instagram und Facebook verbreitet werden: Die Covid-Impfung bringt nicht nur Normalität in den Alltag zurück, sondern das Geimpftsein an sich ist angesichts der realen Bedrohung der Covid-Pandemie eine Selbstverständlichkeit der solidarischen Zivilgesellschaft.

Nicht alle dürften von dieser Message begeistert sein. Die Kampagnenmacher nehmen das allerdings wohl in Kauf - zumal es in diesen Tagen unmöglich scheint, Botschaften für das Impfen abzusetzen, ohne den Zorn von Impfgegnern und Corona-Leugnern zu wecken. "Die Menschen wollen zur Normalität zurückkehren. Das geht aber erst, wenn wir alle schützen. Auch die, die sich nicht selbst schützen können", sagt denn auch ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums und ergänzt: "Jetzt wollen wir alle, die noch unentschlossen sind, direkt ansprechen und zum Nachdenken bringen. Darum findet die Kampagne dort statt, wo wir die jungen Menschen nicht nur antreffen sondern auch zum Interagieren anregen. Beides können wir in den sozialen Medien am besten."

Visual Statements generiert mit seinen Social-Media-Profilen eigenen Angaben zufolge jeden Monat über 45 Millionen Beitragsinteraktionen. Diese Schlagkraft nutzen die Freiburger auch regelmäßig für Botschaften zu gesellschaftlichen Themen, etwa zur Masernimpfung oder Darmkrebsvorsorge. "Ein wesentlicher Bestandteil der DNA von Visual Statements ist das Storytelling von universellen Geschichten, die unsere Follower mit ihren persönlichen Erfahrungen in den Kommentaren weitererzählen", sagt Gründer und Geschäftsführer Benedikt Böckenförde. "Durch die ständige Interaktion mit unseren Communitys aus dem Daily Publishing wissen wir genau, was die Menschen bewegt und interessiert. Wir freuen uns daher, das StMGP als Partner mit unseren datengetriebenen Insights, dem Vertrauen in unsere Marken und dem Zugang zur Zielgruppe bei diesem wichtigen Thema unterstützen zu können." ire
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