Shitstorm gegen #Männertage

Das sagt Media-Markt zur Kritik am Thomalla-Motiv

Mit dem Motov muss sich nun der Werberat beschäftigen
© Media-Markt
Mit dem Motov muss sich nun der Werberat beschäftigen
Mit seiner aktuellen Werbekampagne #Männertage hat Media-Markt den Zorn vieler Menschen auf sich gezogen. Ein Motiv mit Sophia Thomalla beschäftigt nun so gar den Deutschen Werberat. Media-Markt reagiert gelassen auf die Kritik.
Gegenüber HORIZONT Online teilt eine Unternehmenssprecherin mit: "Uns ist bekannt, dass die Kampagne #Männertage aktuell auf Twitter zum Teil auch kritisch diskutiert wird. Die Kampagne soll ganz im Sinne des Media-Markt-Mottos 'Hauptsache Ihr habt Spaß' ausschließlich Spaß machen und Unterhaltung bereiten. So stellen wir durchaus fest, dass die Kampagne im Netz überwiegend positiv aufgefasst und der Humor so verstanden wird, wie er gemeint ist: leicht provozierend, aber immer mit einem Augenzwinkern."


Aus dem Statement lässt sich herauslesen, dass Media-Markt die Sexismus-Debatte um das Motiv vor allem als ein auf Twitter beschränktes Phänomen auffasst. Was das Unternehmen dem Werberat gegenüber als Rechtfertigung vorbringt, ist aktuell allerdings nicht bekannt. Das Selbstkontrollorgan der Deutschen Werbewirtschaft kann Unternehmen dazu auffordern, eine Werbemaßnahme zu ändern oder einzustellen. Kommt der Werbungtreibende dem nicht nach, droht im schlimmsten Fall eine öffentliche Rüge.
Das Plakat mit Sophia Thomalla ist eines von mehreren aus der #Männertage-Kampagne
© Media-Markt
Das Plakat mit Sophia Thomalla ist eines von mehreren aus der #Männertage-Kampagne
Zum Thema Herabwürdigung bzw. Diskriminierung - beides liegt nach Ansicht der Beschwerdeführer in diesem Fall offensichtlich vor - hat der Werberat klar definierte Kriterien. So sei zu berücksichtigen, "ob zwischen der Abbildung des menschlichen Körpers und dem Produkt /der Dienstleistung ein gesellschaftlich akzeptabler, nicht diskriminierender oder herabwürdigender Zusammenhang besteht." Ob das im Fall Media-Markt zutrifft, könnte nun Teil einer Prüfung werden.

Übrigens: Die Darstellung Thomallas mit tiefem Ausschnitt widerspricht den Werberats-Kriterien nicht. Im Leitfaden heißt es: "Dekolletés werden gern als Blickfang in der Werbung eingesetzt. Dies ist nicht per se problematisch. Sexy ist nicht sexistisch." Problematisch werde es dann, wenn eine Frau ohne Kopf und ohne jeglichen Produktbezug dargestellt wird. ire

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